Fragendomino

Aus Hobbythek-Idee wurde Erfolgsgeschichte

In Bruchhausen wird schon seit einigen Jahren Bier gebraut.

In Bruchhausen wird schon seit einigen Jahren Bier gebraut.

Foto: WAZ FotoPool

Bruchhausen.  Der Fragen-Dominostein bleibt heute einmal ausnahmsweise innerhalb eines Dorfes. Franz-August Hoffmann von der Sternrodt-Sommerrodelbahn stellt fünf Fragen an Karl Cramer von der Hofbrauerei in Bruchhausen.

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Beim Fragen-Domino geht es heute ums Bierbrauen.

Frage: Bierbrauen in Bruchhausen, wie kommt man und wer kommt auf solche Ideen?

Karl Cramer: Ein regional bekannter Braumeister und drei seiner Freunde hatten am Biertisch und in Feierlaune die Idee, eigenes Bier zu brauen. Die Rezeptur wurde aus dem Kochbuch der Hobbythek von Jean Pütz übernommen. Rohstoffe stellte eine kleine Brauerei aus Eslohe zur Verfügung. Ein Kochkessel diente als Sudkessel und so wurden zunächst 20 Liter Bier pro Sud gebraut. Der gelungene Start machte Lust auf mehr.

Als Produktionsstandort wurde nach einem Gespräch mit dem Freiherrn von Fürstenberg der ehemalige Kuhstall in der alten Meierei in Bruchhausen gefunden. Eigenes Bergquellwasser und die nebenan geführte Gutsschänke als Bierabsatzstätte erleichterten den Start.

So eine Bieranlage gibt es ja nicht im Supermarkt. Wer baut sowas und was wurde investiert, wie sind Eure Kapazitäten je Brauvorgang?

Selbstverständlich ist die vorhandene Brauanlage nicht im Supermarkt zu kaufen. Die Brauanlage ist ein professionelles Produkt der Fa. Braulogistik Münker aus Kirchhundem. Die Investition, die 1993 mit der Eröffnung der Hofbrauerei getätigt wurde, lag mit Blocksudwerk, Gärbottich und zwei Gär- und Lagertanks mit je 20 Hekto Fassungsvermögen bei etwa 180 000 Mark. Gebraut werden auch heute noch pro Sud 10 hl Bornsteiner Landbier, die am nächsten Tag mit einem weiteren Sud von 10 hl „verschnitten“ werden, um 20 hl zu erhalten und so einen der Gär- und Lagertanks zu füllen. Dieser „Verschnitt“ sorgt auch für gleichbleibende Qualität.

Gutes Bier gibt es im Überfluss, was macht Ihr anders um Euer Bornsteiner interessant zu machen?

Dass es gutes Bier im Überfluss gibt, bezweifle ich. Zu einem guten Bier gehören ausgesuchte Rohstoffe wie das Bergquellwasser, Braugerste, Hopfen und Hefe. Das Bornsteiner Landbier ist untergärig nach Pilsener Brauart gebraut. Keine Filtrierung, also naturbelassen (naturtrüb), milde Einhopfung, lange Lagerung und Reifezeit im Tank, machen das Bornsteiner Landbier zu einem einzigartigen, süffigen und bekömmlichen Biergetränk. U. a. gehen Nährstoffe und Vitamine durch den naturbelassenen Charakter des Bieres nicht verloren.

Bier gilt als Lebensmittel, für manche auch als Grundnahrungsmittel. Woher kommen Eure Zutaten, wie haltet Ihr das Reinheitsgebot ein?

Die Sauberkeit und Hygiene in der Brauerei sind von größter Bedeutung. Entsprechende unangekündigte Überprüfungen werden jährlich mehrere Male durch das Hygiene-Institut und das Gesundheitsamt durchgeführt. Das Reinheitsgebot des Deutschen Bieres ist weiterer wichtiger Bestandteil der Produktion in der Hofbrauerei. Es werden nur ausgesuchte Rohstoffe wie qualitativ hochwertige Braugerste aus den Oberfränkischen Mälzereien, Tettnanger Aromahopfen und frische Bierhefe von Weihenstephan verwendet. Entscheidend aber ist das an den Bruchhauser Steinen unterhalb des Bornsteines entspringende Bergquellwasser, welches in erster Linie zum unverfälschten Genuss dieses Bieres beiträgt. Somit genießt der Kunde ein reines Naturprodukt.

Gebraut wird Bornsteiner Hell, Spezial (Dunkel) sowie Saisonbiere. Momentan reift als Saisonbier das Bornsteiner „Weihnacht“, ein stärker gemalztes, naturbelassenes Schwarzbier in einem der Tanks und geht Mitte November in den Verkauf.

Wie kommt Euer Bier zum Kunden?

Das Bornsteiner Landbier wird den Kunden auf unterschiedlichen Wegen angeboten. Während in immer stärkerem Maße die Führungen in der Hofbrauerei mit Bierverkostung als Kaufinteresse dienen und zum Umsatz des Bornsteiner Landbieres beitragen, ist der Genuss dieses Bieres aber auch in verschiedenen regionalen Gaststätten möglich.

Dazu kommt aus touristischer Sicht das in unmittelbarer Nähe gelegene Ausflugsziel „Die Bruchhauser Steine“, da die Besucher und Gäste auch im dazugehörenden Informations-Center umfassend über die Arbeit der Hofbrauerei informiert werden. Ebenso ist das neben der Hofbrauerei befindliche Gutscafe Absatzort dieses hervorragenden Bieres. Eine größere Vermarktung des Bornsteiner Landbieres findet aus wirtschaftlichen Gründen nur im geringen Umfang statt. Die Verantwortlichen der Hofbrauerei setzen daher auf ein positives Image und genussvolles Bier, das von vielen Kunden an Rhein und Ruhr geschätzt wird.

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