Schule evakuiert

Beißender Gestank – Spezialisten werten Proben in Labor aus

Der Einsatz in Siedlinghausen läuft seit dem Vormittag.

Der Einsatz in Siedlinghausen läuft seit dem Vormittag.

Foto: Joachim Aue

Siedlinghausen.  Am Donnerstag-Vormittag wurde die Verbundschule Siedlinghausen-Winterberg evakuiert. Was den beißenden Geruch auslöst ist weiterhin unklar.

Der Einsatz der Feuerwehr in Siedlinghausen dauert an. Die Ursache für den beißenden Gestank an der Verbundschule Siedlinghausen-Winterberg ist noch immer nicht gefunden. Die Suche läuft seit 9.45 Uhr. Eine Spezialeinheit aus Dortmund zur Erkennung und Bekämpfung biologischer, chemischer oder radiologischer Gefahren ist vor Ort. Sie wertet aktuell Proben in einem mobilen Labor aus, sagte Feuerwehrsprecher Jens Vogelsang um 16.45 Uhr der Westfalenpost. Was bisher über den Einsatz bekannt ist.

Es sind rund 30 Einsatzkräfte der Feuerwehr vor Ort. Vermutlich aus einem Chemieraum oder aus der Nähe des Raums war am Donnerstagmorgen ein übler und beißender Gestank gedrungen. Die Schule wurde evakuiert. Die rund 200 Schüler verließen das Gebäude. Zwei Schüler klagten über Übelkeit und Kopfschmerzen.

Die beiden Schüler wurden ins Krankenhaus gebracht – eine Vorsichtsmaßnahme, wie die Polizei zur WP sagte. Am heutigen Donnerstag wird kein Unterricht stattfinden. Die Schüler wurden nach Hause geschickt.

Ob am Freitag Unterricht stattfinden kann, ist unklar.

Sogenannter CBRN-Erkunder der Feuerwehr ist vor Ort

Der beißende Geruch lag nach Zeugenaussagen bereits seit Tagen in der Luft und hatte sich verstärkt, ohne dass die Ursache gefunden werden konnte.

Fahrzeug der „Analytischen Task Force“ angefordert

Momentan ist ein Fahrzeug der „Analytischen Task Force“ (ATF) von der Berufsfeuerwehr aus Dortmund auf dem Weg nach Siedlinghausen. Die ATF verfügt über Einsatzkräfte, die speziell für die Aufspürung und Beseitigung von gefährlichen Substanzen ausgebildet worden sind. Diese Einsatzkräfte aus Dortmund haben die Feuerwehrkameraden aus Winterberg am Vormittag bereits telefonisch bei der Suche nach dem Geruchsauslöser im Schulgebäude beraten. Da bislang aber weder die Art des Stoffes noch die Quelle ermittelt werden konnte, wird die ATF in Siedlinghausen nun selbst weitere Messungen durchführen und Luftproben entnehmen.

Einsatzradius von rund 200 Kilometern

In der Bundesrepublik gibt es seit 2011 insgesamt sieben solcher ATF-Standorte. Neben Hamburg, Berlin, Mannheim, München, Köln und dem Feuerwehr-Institut in Sachsen-Anhalt ist Dortmund ist die für die hiesige Region zuständige ATF in Dortmund angesiedelt. Sie kann von den örtlichen Feuerwehren bei Bedarf in einem Einsatzradius von rund 200 Kilometern angefordert werden.

Ein sogenannter CBRN-Erkunder der Feuerwehr ist bereits seit dem Vormittag vor Ort. Unter CBRN-Gefahren versteht man den Schutz vor den Auswirkungen von chemischen (C), biologischen (B) sowie radiologischen (R) und nuklearen (N) Gefahren. Diese Einheit der Feuerwehr wird zum Beispiel eingesetzt bei Gegenmaßnahmen bei Kontakt mit einem Gefahrstoff und zur Identifikation der spezifischen Gefahr.

Inzwischen hat die Polizei auch mehrere Nachrichten auf ihrem Twitterkanal verfasst. „Zur Zeit läuft ein größerer Einsatz an einer Schule in #Winterberg-Siedlinghausen. Die Feuerwehr ist vor Ort. Die Schule ist geräumt. Wegen einem verdächtigen Geruch führt die Feuerwehr im Schulgebäude Messungen durch“, heißt es dort.

Vor zwei Jahren hatte es schon einmal einen ABC-Einsatz an der Verbundschule in Siedlinghausen gegeben. Vermutlich war es eine Stinkbombe oder eine andere übelriechende Flüssigkeit, die in einem Waschbecken „gezündet“ bzw. entsorgt wurde.

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