Kommentar

Sprockhövel: Verhalten bei Kita-Planung ist nicht schlüssig

Eva Arndt kommentiert den Rückzieher der SPD und Verwaltung in Sprockhövel beim geplanten Neubau der Kita an der Flurstraße.

Eva Arndt kommentiert den Rückzieher der SPD und Verwaltung in Sprockhövel beim geplanten Neubau der Kita an der Flurstraße.

Foto: Christoph Wojtyczka / FUNKE Foto Services

Sprockhövel. Das nennt man eine echte Rolle rückwärts. Erst wird in aller Eile am 26. September 2019 im nichtöffentlichen Teil ein Ratsbeschluss durchgepeitscht: Das Grundstück Flurstraße erwerben. Begründung: Dringlichkeit für einen Kita-Neubau dort. Dann – fünf Monate später – fängt man von vorne an.

Schnelle Entscheidung forciert

Dass Eltern einen Anspruch auf Kitaplätze haben, ist längst Gesetz. Dass Plätze fehlen und Kommunen in Zugzwang sind, ist ebenso unstrittig. Gerade aus dem Grund ist das Verhalten der SPD nicht schlüssig.

Alle Einwände anderer Parteien wurden damals beiseite geschoben. Die Geräusch- und Emissionsbelastung durch die nahe Autobahn, das Chaos, wenn Dutzende von Eltern ihre Kinder bringen und abholen – es musste der Standort sein und schnell entschieden werden, hieß es. Es gebe keinen anderen.

Fragen bleiben offen

Jetzt – nachdem fünf Monate wenig passiert ist – zaubert die Verwaltung einen neuen möglichen Standort aus dem Hut. Ein Auftrag, den sie laut SPD-Antrag im Wirtschaftsförderungsausschuss am 2. März 2020 erst erhalten sollte. Jetzt nennen Verwaltung und SPD Argumente gegen den Standort Flurstraße, die andere Parteien vor Monaten bereits anbrachten.

Es bleiben Fragen: Was hat SPD und Verwaltung dazu gebracht, zum Standort Flurstraße trotz Dringlichkeit und eines gültigen Ratsbeschlusses einen neuen Standort zu suchen? Und generell: Warum wird die Suche nach einem Kita-Standort nicht öffentlich geführt, wie in anderen Städten auch? Diese Geheimniskrämerei sorgt bei der Bevölkerung ganz sicher nicht für Vertrauen in Politik und Verwaltung.

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