Trauer

TV Wattenscheid trauert um Speer-Europameister Wessing

Michael Wessing bei den Leichtathletik-Wettbewerben in Montreal 1976.

Michael Wessing bei den Leichtathletik-Wettbewerben in Montreal 1976.

Foto: dpa

Bochum  Bestürzung beim TV Wattenscheid: Speerwurf-Europameister Michael Wessing ist mit nur 66 Jahren an den Folgen einer Operation verstorben.

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Der TV Wattenscheid und die deutsche Leichtathletik trauern um Michael Wessing. Wie sein Verein am Donnerstag bekannt gab, ist der gebürtige Recklinghäuser Anfang der Woche mit 66 Jahren an den Folgen einer Operation gestorben. Wessing gehört zu einer Sportlergeneration, die durch den deutschen Boykott der Olympischen Sommerspiele 1980 in Moskau um eine Medaille oder gar um den Olympiasieg gebracht wurde.

Trotzdem hat Wessing, der noch vor ein paar Wochen den Olympiastützpunkt in Wattenscheid besuchte, Speerwurf-Geschichte geschrieben. Im August 1978 stellte der Stabsunteroffizier der Luftwaffe mit 94,22 Metern einen Deutschen Rekord auf. In jenem Jahr holte Wessing auch seinen größten Erfolg: Gold bei der Europameisterschaft mit 89,12 Metern.

In Prag lief es zunächst nicht rund

Es regnete damals in Strömen in Prag. Und nichts lief im deutschen Team in der tschechoslowakischen Hauptstadt. Zehnkampf-Ass Guido Kratschmer verletzte sich, über 800 Meter kam das frühe Aus für den Oberhausener Willi Wülbeck. Der frühere Verbandschef Max Danz fluchte: „Sie kämpfen nicht mehr, unsere Jugend ist verweichlicht.“

Auch bei Wessing lief es zunächst nicht. „Alles Kappes“, schimpfte er und schickte dann im vierten Versuch seinen Speer auf die goldene Bahn. „Von solchen Typen müssten wir mehr haben“, sagte August Kirsch.

Der damalige oberste deutsche Leichtathletik-Funktionär hatte Recht. In Michael Wessing ist ein starker Typ gestorben. Leider zu früh.

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