Kommentar

Trotz Überflieger Stoch: Deutsche Springer lassen hoffen

Herausragende Leistung: Kamil Stoch.

Herausragende Leistung: Kamil Stoch.

Foto: firo

Bischofshofen.  Kamil Stoch hat bei der Vierschanzentournee den Hannawald-Rekord eingestellt. Doch die deutschen Skispringer könnten zurückschlagen. Ein Kommentar.

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Nun ist es also geschehen. Sven Hannawald ist nur noch der erste, nicht mehr der einzige Skispringer, den es in einem Winter während der Vierschanzentournee nicht zu besiegen gab. 16 Jahre danach ist der größte Respekt für Kamil Stoch angebracht. In einer Sportart, die bei jedem Springen wegen Form- und Wetterschwankungen einen neuen Sieger hervorbringen kann, viermal in Serie niemanden an sich vorbei zu lassen, ist herausragend.

Für die deutschen Skisprung-Fans ist das kein Grund, betrübt zu sein. Zwar müssen sie mindestens ein 17. Jahr auf den ersten Tournee-Gesamtsieger aus ihren Reihen seit 2002 warten, weil Kamil Stoch beim Wintersportspektakel in Deutschland und Österreich sowohl Richard Freitag bis zu dessen Sturz in Innsbruck als auch Andreas Wellinger mindestens eine Skilänge voraus war. Das Auftreten der beiden Vorzeigespringer im Deutschen Skiverband lässt aber hoffen.

Vor zwei Jahren noch wirkte Severin Freund unter diesen mutigen DSV-Männern wie ein Alleinunterhalter. In dessen verletzungsbedingter Abwesenheit hat Bundestrainer Werner Schuster allerdings in diesem Winter mit Freitag und Wellinger zwei Podestspringer, was mit Blick auf Olympia im Februar alle Erwartungen und Hoffnungen erlaubt.

Ein Stück Popularität zurückgewonnen

Was aber auch ein Erfolg von Freitag und Wellinger bei dieser Tournee ist: Sie haben ihrem Sport, den nur ganz wenige betreiben, bei dem aber so viele bei Fernsehübertragungen mitfiebern, ein Stück Popularität zurückgewonnen. Sie begeisterten die Leute, die Springen in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen waren mit 46.500 Zuschauern an den Wettkampftagen riesige Partys.

Und ausgeschlossen ist ja nicht, dass die größte DSV-Party in diesem Jahr noch steigt. Wenn nicht in Oberstdorf bei der Skiflug-WM in zwei Wochen, dann vielleicht im Februar in Pyeongchang.

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