Skispringen

Die Tournee zeigt: Deutsche Siegertypen werden gesucht

Markus Eisenbichler.

Foto: dpa

Markus Eisenbichler. Foto: dpa

Bischofshofen.   Die Vierschanzentournee ist vorbei. Gewonnen hat sie Kamil Stoch. Und die Deutschen? Noch sind sie nur Teilzeit-Champions. Ein Kommentar.

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Am Ende einer Vierschanzentournee, die vor allem von ihrer sagenhaften Spannung lebte, ließ sich also Kamil Stoch aus Polen als Triumphator feiern. Die Experten waren sich einig: Dieser Mann hat den Goldenen Adler, die glänzende Trophäe, wirklich verdient. Auch die deutschen Springer spendeten artig Applaus. Der Gesamtsieg lag für sie dieses Mal in etwa so weit entfernt wie eine Meisterschaftsfeier für den Hamburger SV.

Seit 15 Jahren, seit Sven Hannawald damals gleich alle vier Schanzen der traditionsreichen Tournee beherrschte wie kein anderer, wartet Deutschland auf den nächsten Überflieger. Nach solchen Siegertypen lechzt das Land, nach solchen Typen lechzt auch der Sport.

Wenn Skisprung-Bundestrainer Werner Schuster von einer Zeit des Umbruchs in seinem Team spricht, dann kann man nur hoffen, dass seine Renovierungsarbeiten gut umgesetzt werden. Ein tragfähiges Fundament gibt es. Dafür steht Markus Eisenbichler, der wegen eines derangierten Severin Freund über Nacht zum Hoffnungsträger geworden war, dem aber am Ende die Luft ausging. Genauso wie Andreas Wellinger, der in Bischofshofen Schanzenrekord sprang, oder Stefan Leyhe aus Willingen, der neuerdings Top-Ten-Kandidat ist.

Noch sind sie eben nur Teilzeit-Champions

Sie alle sind sympathische Burschen, pfiffig und jung. Aber noch sind sie eben nur Teilzeit-Champions. Das ist zu wenig, um wieder Massen für einen Sport zu begeistern, so wie es einst Sven Hannawald verstand. Leider.

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