Witten.

Beachvolleyball: Die Olympia-Hoffnungen aus dem Revier

Alexander Walkenhorst (links) und Sven Winter.

Alexander Walkenhorst (links) und Sven Winter.

Foto: Hartmann

Witten.   Mit seinem Partner Sven Winter hat Alexander Walkenhorst ein großes Ziel: Seine Schwester Kira ist bereits Goldgewinnerin im Beachvolleyball.

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Das war anders geplant. Als Kira Walkenhorst sich bei den Olympischen Spielen in Rio zur Königin des Beachvolleyballs krönte, verfolgte ihr Bruder Alexander das von zu Hause in Essen aus. Wieder einer dieser Sehnsuchtsmomente. Nicht, dass der große Bruder (28) der kleinen Schwester (26) die Goldmedaille samt Aufstieg zur Mannschaftssportlerin des Jahres 2016 nicht gegönnt hätte, „aber der Plan war, dass wir beide bei Olympia antreten“, sagt er. Für ihn kam es anders. Mund abputzen, nach vorne blicken. Er kann wieder lachen.

Olympia-Traum 2016 geplatzt

Der Ehrgeiz hat ihn gepackt, ein neues Ziel tut sich in der Ferne auf: die Spiele 2020 in Tokio. Gemeinsam mit dem Hamburger Sven Winter bildet der Essener neuerdings eines der vielversprechendsten Beachvolleyball-Duos des Landes. Alexander Walkenhorst betreibt seinen Sport als Profi. Mit den bisherigen Teampartnern lief es in der langen Karriere auf dem Volleyballfeld jedoch nicht immer rund. 2015 zerplatzte sein großer Traum von Olympia in Rio durch die Teamtrennung von Stefan Windscheif, den Startplatz hatten die beiden als derzeit Weltranglisten-13. so gut wie sicher.

2016 verletzte sich sein Partner in der Vorbereitung, er musste die Saison mit sechs verschiedenen Partnern als Interimslösungen bestreiten. Da war der dritte Platz bei der Deutschen Meisterschaft ein zu versöhnlicher Abschluss. Doch mit Sven Winter soll alles anders werden. „Für mich war klar, dass ich einen jungen Partner an meiner Seite haben muss, um noch einmal ganz nach vorne zu kommen“, sagt Walkenhorst über den 18-Jährigen.

Zusammen 4,03 Meter groß

Die beiden fanden sich Anfang des Jahres, aber sie konnten sich auch kaum übersehen, denn zusammen messen sie 4,03 Meter. Sie verabredeten sich zu einer Sparringswoche im Blue-Beach-Trainingszentrum in Witten nahe des Kemnader Sees – und hegten schnell die Hoffnung, dass sie sich perfekt ergänzen könnten. „Längst nicht alle jüngeren Spieler haben diesen Biss und Anspruch an sich selbst. Das ist bei Sven ganz anders. In ihm erkenne ich mich von früher wieder“, schwärmt der Ältere.

Da ist also Alexander, der Erfahrene, der Extrovertierte, der sogar im Training flucht, faucht und feiert. Und da ist Sven, der Beobachter, ruhende Pol und als „größtes Talent Deutschlands“ bejubelte U18-Europameister. Zusammen fühlen sie sich beachfidel. Das nimmt ihr Trainer Hans Voigt wohlwollend zur Kenntnis, er hat ein Gespür für funktionierende Zweierverbindungen auf dem Spielfeld. Er hatte schon großen Anteil am Olympia-Gold von Julius Brink und Jonas Reckermann 2012 in London sowie am Triumph von Laura Ludwig und Alexander Walkenhorsts Schwester Kira im vergangenen Jahr in Rio.

Voigts neue Hoffnungsträger trainieren nun abwechselnd im Ruhrgebiet und in Hamburg. Auf der Deutschlandserie Smart-Beach-Tour wollen sie ihre Spuren im Sand hinterlassen und dazu bei bedeutenden Turnieren im Ausland an den Start gehen. Weltranglistenpunkte müssen her, um gesetzt zu werden – und sich langfristig für Olympia zu qualifizieren.

Sieg über die Weltranglisten-Ersten

Walkenhorst ist seit Jahren Dauergast in den Top Ten der Deutschen Rangliste. Zusammen sind die beiden immerhin schon Fünfte der deutschen Teamrangliste. Beim hochkarätig besetzten Turnier in Münster holten sie zuletzt Bronze und bezwangen die Weltranglisten-Ersten aus Lettland. Es läuft.

Dahinter steckt harte Arbeit. „Bis zu 15 Trainingseinheiten im Sand und im Fitnessstudio pro Woche“, erzählt Sven, der spürt, „dass mir Alexander mit seiner Erfahrung viel Sicherheit im Spiel vermittelt.“ Sie arbeiten an ihren großen, gemeinsamen Träumen. In die Weltspitze vorzudringen, Olympia 2020. „Ich spüre etwas Druck aus der Familie“, sagt Alexander Walkenhorst und lacht. Er kann gut damit leben, dass ihm Kira gezeigt hat, wie der Weg nach ganz oben auf das bedeutendste Treppchen der Welt bewältigt werden kann.

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