Corona-Krise

IOC-Mitglied Pound: Olympia in Tokio wird verschoben

Die Olympischen Ringe leuchten schon in Japan. Aber wann die Spiele stattfinden können, ist unsicher.

Die Olympischen Ringe leuchten schon in Japan. Aber wann die Spiele stattfinden können, ist unsicher.

Foto: dpa

Tokio.  Laut dem früheren IOC-Vizepräsidenten Richard Pound ist eine Verschiebung der Olympischen Spiele wegen der Corona-Krise beschlossene Sache.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) wird die Olympischen Spiele in Tokio in diesem Jahr angesichts der Coronakrise angeblich verlegen. „Auf Grundlage der Informationen, die dem IOC vorliegen, ist die Verschiebung beschlossen“, wird das langjährige IOC-Mitglied Dick Pound nach einem Telefoninterview mit der Zeitung USA Today zitiert. Die Parameter für das weitere Vorgehen seien noch nicht festgelegt, „aber die Spiele werden nicht am 24. Juli beginnen, so viel weiß ich“, ergänzte der Kanadier.

Das IOC bezeichnete Pounds Aussagen indes als die Interpretation eines Einzelnen. Sie stützten sich auf die jüngste Ankündigung, dass eine Entscheidung innerhalb der nächsten vier Wochen fallen werde. „Es ist das Recht eines jeden IOC-Mitglieds, die gestern getroffene Entscheidung der IOC-Exekutive zu interpretieren“, sagte ein Sprecher dem SID.

Pound ist seit 1978 IOC-Mitglied

Der 78 Jahre alte Pound, IOC-Mitglied seit 1978, behauptete zudem, das IOC werde seine nächsten Schritte schon bald bekannt geben. „Es wird in Etappen kommen. Wir werden das verschieben und uns dann mit all den Konsequenzen befassen, die sich daraus ergeben und die immens sind.“

Der Druck auf das IOC war zuletzt täglich gestiegen. Zahllose Einzelsportler, Funktionäre und Verbände forderten eine schnelle Entscheidung zur Verschiebung der Sommerspiele, auch der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) präferiert „eine Verlegung mindestens ins nächste Jahr“, teilte DOSB-Präsident Alfons Hörmann auf SID-Anfrage mit.

Kanada hat indes längst entschieden, keine Sportler zu den Olympischen und Paralympischen Spielen in Tokio zu schicken, falls es bei dem ursprünglich geplanten Termin (24. Juli bis 9. August) bleibt. Das australische NOK forderte seine Athleten zudem auf, sich auf Olympia im Jahr 2021 vorzubereiten, auch die Schweiz beantragte am Montag beim IOC eine Verschiebung.

Auch in Japan bröckelte zuletzt der Widerstand. Premierminister Shinzo Abe sprach in seiner Rede vor dem Parlament in Tokio erstmals über die Möglichkeit einer Verschiebung. Dem Land gehe es nach wie vor um den reibungslosen geplanten Verlauf der Spiele, aber wenn dies in der Sorge um die Gesundheit der Teilnehmer schwierig werde, könne die Entscheidung über eine Verschiebung Olympias unvermeidlich sein. (sid)

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