Handball

Füchse-Manager Hanning: „Wir müssen das akzeptieren“

Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning will mit seinem Klub nach dem Saisonabbruch keine Klage einreichen.

Füchse-Geschäftsführer Bob Hanning will mit seinem Klub nach dem Saisonabbruch keine Klage einreichen.

Foto: dpa

Berlin.  Die Corona-Pandemie hat die Handball-Bundesliga zum Saisonabbruch gezwungen. Die Füchse Berlin rutschten aus den Europapokal-Rängen.

Füchse-Manager Bob Hanning ist über den Saisonabbruch in der Handball-Bundesliga (HBL) nicht glücklich. „Es ist ja ein offenes Geheimnis, dass wir für eine andere Lösung plädiert haben, aber die Kollegen haben es halt anders gesehen“, sagte der 52-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Die HBL hatte im Dienstag beschlossen, im Zuge der Corona-Krise die Saison nicht mehr fortzusetzen.

Die Füchse hätten gerne weitergemacht - ohne Publikum als Geisterspiele. „Aber das müssen wir jetzt so akzeptieren und wir werden auf keinen Fall klagen“, sagte Hanning. Sportlich stehen die Füchse zudem als kleiner Verlierer da. Durch die Quotientenregelung bei der Abschlusstabelle rutschten sie auf Platz sechs ab und belegen keinen internationalen Startplatz mehr für die neue Saison.

Hanning hofft noch auf Europapokal-Teilnahme

Auf den Plätzen für den EHF-Pokal sind nun der SC Magdeburg, TSV Hannover-Burgdorf und die Rhein-Neckar Löwen. Hanning ist aber optimistisch, dass die Füchse auch nächste Saison international vertreten sind. „Die Chance, dass wir international spielen, ist größer als dass wir nicht international spielen werden“, sagte er.

Die Chance sieht er im Final Four des EHF-Pokals, das weiterhin Ende August in Berlin stattfinden soll. Hanning glaubt weiterhin auch daran, dass es stattfinden wird. „Dort können wir immer noch den Titel holen“, sagte er. Selbst wenn Magdeburg oder die Löwen gewinnen würden, könnten die Füchse davon profitieren und nachrücken.

Anfang Juli soll die Saisonvorbereitung beginnen

Dass die HBL in der kommenden Saison mit 20 Teams starten wird, weil es keine Absteiger gibt, sieht Hanning als kein Problem an. „Dafür haben die Spieler ja jetzt acht Wochen Urlaub“, sagte er - Hanning ist auch Vizepräsident des Deutschen Handball-Bundes.

Anfang Juli soll die Vorbereitung auf die neue Saison beginnen. Daran glaubt der Manager fest. „Natürlich kann man nur schwer planen. Aber wir gehen davon aus, dass die neue Saison am 1. September startet.“

Weitere Stimmen zum Abbruch der Handball-Bundesliga:

Uwe Schwenker (Liga-Präsident): „Natürlich hätten wir unsere Saison liebend gerne zu Ende gespielt. Dafür haben wir alles getan, aber die Corona-Pandemie lässt dies derzeit einfach nicht zu. Ein Wiedereinstieg zu einem noch späteren Zeitpunkt ist nicht mehr machbar, da das Zeitfenster, das uns bis zum 30. Juni bleiben würde, zu klein wäre, um den Spielern auch nur annähernd die Chance zu geben, sich im Trainingsbetrieb auf den harten Wettbewerb vorzubereiten. Das Verletzungsrisiko wäre zu groß. Deswegen ist der Abbruch der Saison sehr bitter, aber alternativlos.“

Frank Bohmann (HBL-Geschäftsführer): „Nach sechs Wochen Corona-Krise bleibt unsere Situation sehr ernst. Dank eines sehr guten Krisenmanagements werden wir auch die kommenden Wochen meistern. Der Abbruch der Saison unterstreicht aber die große Bedrohung, in der wir uns mehr denn je befinden. Existenziell entscheidend wird es nun sein, wann wir wieder in unseren Arenen vor Zuschauern spielen können. Wir tun daher alles uns Mögliche, um die Corona-Krise in den Griff zu bekommen, damit die Politik möglichst zeitnah eine auch für uns praktikable Neubewertung vornimmt.“

Viktor Szilagyi (Geschäftsführer Sport THW Kiel): „Wir haben für heute kurzfristig eine Videokonferenz einberufen, wo alle Spieler und der komplette Staff zusammen sein werden. Die Hoffnung ist da, irgendwann in einem größeren Rahmen zu feiern. Aber ganz ehrlich, nach einer richtigen Feier ist keinem zumute. Die Erinnerungen, alles, was wir in dieser Saison geleistet haben, kann uns keiner nehmen. Wir können alle stolz sein.“

Dierk Schmäschke (Geschäftsführer SG Flensburg-Handewitt): „Das ist für uns alle sehr bitter, gerade auch für unsere Fans und Sponsoren, aber vor allem für die Sportler, die diese Saison nun nicht mehr sportlich zu Ende bringen können. Wir alle hätten uns ein spannendes letztes Saisondrittel gewünscht, wie es das auch in den vergangenen Jahren gegeben hat. Für uns alle gilt es nun, den Blick nach vorne zu richten. Es müssen gute und vernünftige Lösungen für die neue Saison gefunden werden, insbesondere auch, um die Strukturen, nicht nur der SG Flensburg-Handewitt, sondern auch aller anderer Vereine zu erhalten und somit schnellstmöglich wieder zur Normalität zurückkehren zu können.“

Jennifer Kettemann (Geschäftsführerin der Rhein-Neckar Löwen): „In Anbetracht der aktuellen Situation ist ein Abbruch der Saison leider das einzig reelle Szenario. Die nun gefällte Entscheidung zur Wertung der Spielzeit ist diesen besonderen Umständen geschuldet. Als Rhein-Neckar Löwen stehen wir dahinter, wenngleich wir wissen, dass es eine absolute Notlösung ist.“

Marc-Henrik Schmedt (Geschäftsführer SC Magdeburg): „Natürlich hätten wir die Saison gerne sportlich zu Ende geführt. Die aktuelle Situation lässt aber keine andere Entscheidung als den Abbruch zu. Ich denke, mit dem Abbruchszenario und den in den letzten Wochen eingeleiteten Maßnahmen kann ein Fortbestand aller Bundesligaklubs zumindest bis in den Sommer ermöglicht werden.“

Michael Häfner (Geschäftsführer von Aufsteiger HSC 2000 Coburg): „Wir haben unser Ziel auf einem Weg erreicht, den vor ein paar Monaten noch niemand vorhergesehen hat.“ (dpa)

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