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Die NFL legt los: Stars, Proteste, Corona - ein Überblick

Titelverteidiger mit den Kansas City Chiefs: Quarterback Patrick Mahomes.

Titelverteidiger mit den Kansas City Chiefs: Quarterback Patrick Mahomes.

Foto: Getty

Essen.  Die 101. Saison der American-Football-Profiliga NFL wird die bisher außergewöhnlichste. Stadien, Stars, Corona, Proteste - ein Überblick.

100 Spielzeiten lang sorgte die American-Football-Profiliga NFL schon für Stars, Skandale und bunte Geschichten – die 101. Saison, die in der Nacht von Donnerstag auf Freitag mit dem Spiel zwischen den Kansas City Chiefs und den Houston Texans beginnt (2.20 Uhr/ProSieben), wird aber die bisher außergewöhnlichste. Eine mit Geisterspielen, Protesten, neuen Stadien. Ein Überblick.

Die Proteste gegen Rassismus

Auch in den Profiligen NBA (Basketball), MLB (Baseball), MLS (Fußball) und NHL (Eishockey) gab es Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt gegen Schwarze. Ähnliches ist in der NFL zu erwarten. Denn ein Footballspieler war der erste prominente US-Profisportler der protestiert hatte. Colin Kaepernick (33), Quarterback der San Francisco 49ers, ging im August 2016 erstmals auf die Knie, während die Nationalhymne gespielt wurde. Kaepernick wurde dafür von Liga- und Teambesitzern geächtet, von US-Präsident Donald Trump beleidigt, seit 2017 ist er vereinslos. Durch die „Black Lives Matter“-Bewegung ist Kaepernick nun auch bei der Liga rehabilitiert. Einen neuen Verein hat er aber nicht gefunden.

Der Umgang der NFL mit Corona

Die Vorbereitungsspiele – sonst vier pro Team – sind ausgefallen. In 26 von 32 Stadien sind vorerst keine Zuschauer erlaubt, in den übrigen eine begrenzte Zahl. Gesichtsmasken am Spielfeldrand sind nur in zwei Stadien Pflicht. Die Spieler werden alle 24 Stunden getestet – nur an Spieltagen nicht. NFL-Spiele im Ausland gibt es 2020 nicht.

Die Favoriten

Titelverteidiger Kansas City ist erneut Favorit. Und das liegt an Quarterback Patrick Mahomes (24). Der unterschrieb jüngst einen Zehnjahresvertrag. Als Außenseiter gelten die Baltimore Ravens, die New Orleans Saints und Vorjahresfinalist San Francisco 49ers. Ambitionen haben die Tampa Bay Buccaneers.

Die Stars

Denn der größte Star der NFL-Geschichte, Tom Brady, spielt jetzt für die „Bucs“. Im Alter von 43 Jahren wagt Brady nach 19 Jahren und sechs Titelgewinnen mit den New England Patriots einen Neuanfang. Bradys Ziel ist der Super Bowl am 7. Februar 2021 – und der steigt in Tampa. Ein „Finale dahoam“ hatte noch kein Team. Und sonst? Brady konnte eine weitere Legende zu einem Comeback inspirieren: Rob Gronkowski kehrte aus dem Ruhestand zurück – und spielt nun auch in Tampa. Weitere Stars, die für den Titel des „Wertvollsten Spielers der Saison“ (MVP) gehandelt werden, sind Lamar Jackson (Baltimore) und Russell Wilson (Seattle Seahawks).

Die deutschen Spieler in der NFL

Drei Spieler haben es in ein 53-Mann-Aufgebot geschafft: Mark Nzeocha (San Francisco 49ers), Equanimeous St. Brown (Green Bay Packers) und Jakob Johnson (New England Patriots).

Die neuen Stadien in Los Angeles und Las Vegas

Drei Teams beginnen in neuen Stadien – wenn auch vorerst ohne Fans. Die Los Angeles Rams und die Los Angeles Chargers spielen künftig im SoFi Stadium, das fünf Milliarden Dollar gekostet hat. Im Allegiant Stadium spielten die von Oakland nach Las Vegas umgezogenen Raiders. Dieses Projekt hatte 1,8 Milliarden Dollar gekostet.

Wer überträgt die NFL-Spiele in Deutschland?

Die deutschen Free-TV-Rechte für die NFL hat ProSiebenSat.1 erworben. ProSieben überträgt insgesamt 15 Spiele, darunter den Super Bowl 2021. Spartensender ProSieben Maxx strahlt – wie in den vergangenen Jahren – jeden Sonntag ab 19 Uhr Livespiele aus. Vier Livespiele pro Wochenende zeigt der Streamingdienst DAZN. Zudem überträgt DAZN die Konferenz-Schaltung NFL RedZone. Die NFL selbst bietet in Europa online den kostenpflichtigen NFL Game Pass an – alle 256 Spiele sind live oder in einer Aufzeichnung zu verfolgen.

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