RWE-Vorbereitung

RWE-Bilanz: Zwei Testspiele – aber noch kein Tor

RWE-Torjäger Marcel Platzek (r., hier gegen Fortuna Köln) weiß normalerweise, wie man Tore erzielt: „Wir müssen einfach konsequenter sein und den Ball reinmachen.“

RWE-Torjäger Marcel Platzek (r., hier gegen Fortuna Köln) weiß normalerweise, wie man Tore erzielt: „Wir müssen einfach konsequenter sein und den Ball reinmachen.“

Foto: Michael Gohl

Herzlake.   Vier Tage arbeitete Rot-Weiss Essen in Herzlake. Nach dem 0:0 gegen Fortuna Köln unterlag RWO dem Regionalligisten SSV Jeddeloh II mit 0:1.

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Es waren vier intensive Tage, die Rot-Weiss Essen im niedersächsischen Herzlake verbrachte. „Kurz und knackig“ sei es gewesen, sagt RWE-Trainer Karsten Neitzel, so, wie es sich für ein Trainingslager gehört. Es wurde malocht, geschwitzt. Fünf Trainingseinheiten und ein Spiel. Und am Ende des Tages wurde auch mal nach dem Abendessen eine Spätschicht eingeschoben, um das erste Testspiel ein paar Tage zuvor gegen den Drittligisten Fortuna Köln per Video-Aufzeichnung zu analysieren.

Es war eine zähe Angelegenheit

Essener Tore waren auf dem Film bekanntlich nicht zu sehen, und die gab es auch nicht im zweiten Anlauf am Samstag beim Test gegen den Nord-Regionalligisten SSV Jeddeloh II, den RWE mit 0:1 verlor. „Das Spiel war zäh“, bekannte Neitzel und wollte auch gar nicht erst nach Ausflüchten suchen: „Ich schiebe es nicht auf die Müdigkeit. Wir müssen es dann einfacher spielen. Wir haben in den entscheidenden Situationen einfach zu viele Kontakte gebraucht. Der Auftritt war über 60 Minuten in Ordnung, danach wurde es dann schwächer.“ Allerdings relativierte er später, dass man sich in einem Trainingslager ja nicht eigens auf ein solches Testspiel vorbereite: „Dann hätten wir zuvor nicht so hart trainieren dürfen.“

Die Essener spielten gegen die robusten Niedersachsen zwar ganz ordentlich, aber Torchancen ergaben sich kaum. „Da fehlte oft der finale Pass“, erkannte Neitzel, der nach zwei torlosen Testspielen logischerweise noch keinerlei Zweifel an der Offensivqualität seines Teams hat. Und am kommenden Wochenende sollte es dann auch mit dem ersten Erfolgserlebnis klappen. Am Samstag ist RWE zu Gast beim A-Kreisligisten TuS Helene (14 Uhr, Bäuminghausstraße) und am Sonntag am Uhlenkrug beim Oberligisten ETB (15 Uhr).

Da Karsten Neitzel aber selbst in der Vorbereitung stets Erfolge von seiner Mannschaft einfordert, war die Reaktion nur logisch: „Das Ergebnis ist ärgerlich.“ Dabei bezog er sich weniger auf die eigene Torabstinenz, sondern mehr auf das Abwehrverhalten. „Wir mussten eigentlich 0:0 spielen und machen dann praktisch das Gegentor selbst.“ Nach einem Ballverlust in der Abwehr erzielte der gegnerische Top-Scorer Michael Gottschling, in der Saison 2016/17 noch bei Viktoria Köln am Ball, den entscheidenden Treffer zum 1:0 (78.).

Torwart Lukas Raeder überzeugt

Keeper Lukas Raeder, der bei RWE zur Probe mittrainiert, war machtlos. Er machte seine Sache aber insgesamt ordentlich und überzeugte. „Es hat alles gepasst“, lobt Neitzel. In den kommenden Tagen wird sich die Sportliche Leitung nun zusammensetzen und beraten, ob es Sinn macht, Raeder zu verpflichten. Die Roten stecken dabei zweifelsohne in einem Dilemma. In Marcel Lenz und Robin Heller haben sie zwei gute Torhüter unter Vertrag, doch Lenz kämpft noch immer mit muskulären Problemen, und Heller wird nach einer Schulter-OP erst zur zweiten Hälfte der Vorbereitung eingreifen können. Sind beide wieder fit, hätte man im Falle einer Verpflichtung von Raeder gleich drei Torhüter auf gleichem Niveau. So viel Luxus können sich die Rot-Weissen nicht leisten, das gibt das Budget nicht her. Schließlich soll ja noch ein Offensiver fürs Mittelfeld verpflichtet werden. Diese Personalie dürfte dann wohl Priorität besitzen. Zumal ein neuer Innenverteidiger eine weitere Option wäre.

Ob Proband Enzo Wirtz, der sich in Herzlake ebenfalls empfehlen konnte, der Mann für RWE ist, wird ebenfalls zeitnah geklärt. „Er hat das gezeigt, was wir von ihm sehen wollten“, konstatiert Neitzel. Die Essener probierten gegen Jeddeloh aber auch eine Variante, die funktionierte. Neitzel setzte Kevin Grund auf die Halbposition hinter den Spitzen, links verteidigte dafür Lukas Scepanik. „Das hat mir ganz gut gefallen“, meinte der Chefcoach.

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