Nach Olympia-Eklat

Reitsport-Präsident Erbel über Fünfkampf: Druck erhöhen

Will den Druck auf den Modernen Fünfkampf erhöhen: Hans-Joachim Erbel.

Will den Druck auf den Modernen Fünfkampf erhöhen: Hans-Joachim Erbel.

Foto: dpa

Aachen. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) will nach Angaben ihres neuen Präsidenten Hans-Joachim Erbel den Druck auf den Modernen Fünfkampf erhöhen.

Nach der Reit-Affäre um die Fünfkämpferin Annika Schleu bei den Olympischen Spielen in Tokio war auch der organisierte Reitsport in Rechtfertigungszwang geraten.

"Wir sehen es als unsere Aufgabe an, Druck auszuüben", meinte der 62-jährige Erbel am Mittwoch beim CHIO in Aachen. "Wir sagen, dass die Fünfkämpfer das Reiten rausnehmen sollen. Wenn sie das nicht können, sollen sie das Reglement so ändern, dass sie die Tiere und Menschen schützen."

Die FN und der Weltreiter-Verband FEI hatten sich nach den erschreckenden Bildern mit Schleu deutlich von den Fünfkämpfern distanziert.

Die 31-jährige Schleu war beim Reiten mit dem ihr zugelosten und völlig verunsicherten Pferd nicht zurechtgekommen. Bundestrainerin Kim Raisner hatte die weinende Berlinerin mit den Worten "Hau mal richtig drauf!" zum Einsatz der Gerte aufgefordert und dem Pferd zudem einen Schlag mit der Faust versetzt. Anschließend wurden Schleu und Raisner Tierquälerei vorgeworfen.

Diese Bilder vom Fünfkampf gebe es bei allen Olympischen Spielen, meinte Erbel. "Das kommt so sicher wie das Amen in der Kirche." Der 62-Jährige befürchtet, dass durch die Diskussion auch der Reitsport insgesamt in Verruf gerät.

"Das sind keine Reiter", sagte er über die Fünfkämpfer und Fünfkämpferinnen. Für die Anforderungen bei Olympia mit Sprüngen über 1,20 Meter seien Kenntnisse erforderlich, "die sie nicht haben". Die FN und die FEI suchen das Gespräche mit den nationalen und internationalen Fünfkampf-Verbänden. "Wir haben Gesprächsbedarf." Eberl wurde Anfang Juli zum Präsidenten der Deutschen Reiterlichen Vereinigung gewählt.

© dpa-infocom, dpa:210915-99-229173/2

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