Fan-Vereinigung

Polizeigewalt: ProFans fordert unabhängige Beschwerdestellen

Jahr für Jahr ermitteln die Staatsanwaltschaften gegen rund 4000 Polizisten.

Jahr für Jahr ermitteln die Staatsanwaltschaften gegen rund 4000 Polizisten.

Foto: dpa

Bochum.  ProFans fordert unabhängige Beschwerdestellen für Fans. Sie sollen verhindern, dass Polizeieinsätze zu „rechtsfreien Gewaltorgien“ eskalieren.

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Die Fan-Vereinigung ProFans im deutschen Fußball unterstützt die Forderung nach einer Schaffung von unabhängigen Polizeibeschwerdestellen. Dies erklärte die Organisation in einer Mitteilung vom Donnerstag. „Unabhängige Polizeibeschwerdestellen als Ansprechpartner für Betroffene und mit eigenen Ermittlungsbefugnissen, wie sie in Ländern wie Dänemark, Belgien oder England bereits existieren, können dazu beitragen, dass Polizeieinsätze nicht zu rechtsfreien Gewaltorgien eskalieren“, sagte Sprecher Sig Zelt.

Wissenschaftler der Ruhr-Universität Bochum hatten am Dienstag einen Zwischenbericht der Studie („Körperverletzung im Amt“) veröffentlicht, für die knapp 3400 mutmaßliche Opfer von rechtswidriger Polizeigewalt Auskunft gaben. Demnach kommen auf einen Verdachtsfall von illegaler Polizeigewalt in Deutschland Forschern zufolge mindestens fünf Fälle, die nicht angezeigt werden. Das Dunkelfeld liege damit bei mindestens 10 000 mutmaßlichen Gewalttaten durch Polizisten im Jahr.

Polizeigewalt: Jedes Jahr wird gegen rund 4000 Polizisten ermittelt

Polizeiliche Gewaltanwendungen, so ProFans, würden seit vielen Jahren von Bürgerrechtsorganisationen ebenso wie von Fußballfans beklagt. Laut amtlicher Statistik wird gegen rund 4000 Polizisten Jahr für Jahr von den Staatsanwaltschaften ermittelt – wegen 2000 Verdachtsfällen illegaler Polizeigewalt.

Was die angezeigten Vorfälle angeht, weisen die Strafverfahren gegen Polizisten den Forschern zufolge eine auffallend hohe Quote an Einstellungen der Verfahren auf. Nur in sieben Prozent der angezeigten Fälle sei Anklage erhoben oder ein Strafbefehl beantragt worden. (dpa)

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