Olympia

IOC hält am Fahrplan für Olympia 2020 in Tokio fest

IOC-Präsident Thomas Bach versichert, alle Maßnahmen seien ergriffen worden, um die Sicherheit und Interessen von Athleten, Trainern und Zuschauern zu schützen.

IOC-Präsident Thomas Bach versichert, alle Maßnahmen seien ergriffen worden, um die Sicherheit und Interessen von Athleten, Trainern und Zuschauern zu schützen.

Foto: dpa

Lausanne.  Trotz der dramatischen Entwicklungen rund um das Coronavirus bleibt das IOC resistent. Der Fahrplan für Tokio soll eingehalten werden.

7500 Tote und 190.000 Infizierte weltweit, abgeschottete Länder, Menschen in Angst und ein kollabierender Sport: Doch trotz der dramatischen Entwicklungen rund um die Corona-Pandemie halten das Internationale Olympische Komitee (IOC) und sein Präsident Thomas Bach unbeirrt am Fahrplan für Tokio fest. Am Tag der Verschiebung der paneuropäischen Fußball-EM um ein Jahr bekräftigte der Ringe-Orden in Lausanne seinen Willen, die Sommerspiele vom 24. Juli bis 9. August in der japanischen Metropole durchzuführen.

Eine Verlegung oder gar Absage kommt für das IOC weiterhin nicht infrage, auch wenn sich die Lage für die Athleten in allen Ländern dramatisch verschlechtert hat. „Das IOC setzt weiterhin voll und ganz auf die Spiele in Tokio 2020. Mehr als vier Monate vor den Spielen sind derzeit keine einschneidenden Entscheidungen zu treffen“, teilte das IOC am Dienstag nach einer Sitzung mit allen Fachverbänden der 33 Sommersportarten mit und erklärte, „dass jede Spekulation derzeit kontraproduktiv“ sei.

IOC ermutigt Sportler zur Olympia-Vorbereitung

Obwohl das Virus den Sport in vielen Teilen der Welt lahmlegt, Athleten infiziert sind und sich Mannschaften in Quarantäne befinden, ermutigte das IOC alle Sportler, sich weiterhin „so gut wie möglich“ auf die Olympischen Spiele vorzubereiten. „Wir werden die Athleten weiterhin unterstützen, indem wir ihnen und ihren jeweiligen Nationalen Olympischen Komitees die neuesten Informationen und Entwicklungen zur Verfügung stellen“, hieß es in der Mitteilung.

Für Mittwoch ist eine Telefonkonferenz mit dem IOC und 50 europäischen NOK's geplant. Das IOC wies darauf hin, dass es Anpassungen bei den Qualifikationswettkämpfen geben werde. Derzeit seien bereits 57 Prozent der Athleten für die Spiele qualifiziert, für die verbleibenden 43 Prozent der Plätze werde man in Absprache mit den internationalen Verbänden zur Not Veränderungen vornehmen, hieß es. Die notwendigen Überarbeitungen sollen Anfang April veröffentlicht werden.

IOC will Sicherheit und Interessen schützen

„Die Gesundheit und das Wohlbefinden aller an den Vorbereitungen für die Olympischen Spiele Tokio 2020 Beteiligten sind unser Hauptanliegen“, sagte IOC-Präsident Bach. Alle Maßnahmen seien ergriffen worden, um die Sicherheit und Interessen von Athleten, Trainern und Zuschauern zu schützen.

Zweifel daran waren zuletzt durchaus angebracht. Hatte doch das IOC jüngst als Organisator entschieden, die Tokio-Quali der europäischen Amateurboxer in London durchzuführen. Erst nach den ersten beiden Wettkampftagen wurden die Zuschauer ausgeschlossen, am Montagabend folgte dann der vorzeitige Abbruch der Veranstaltung. Das Festhalten an dem Termin hatte dem IOC viel Kritik eingebracht, handelt es sich beim Boxen doch schließlich um eine Kontaktsportart.

Seine eigene Meinung dazu hat Alfons Hörmann. Der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) formulierte es in der ARD-Sportschau treffend: „Der Sport wird gezwungenermaßen zur Nebensache. Jetzt geht es um das Überleben der Menschheit und nicht um die Frage nach einigen Goldmedaillen.“ (sid)

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