HANDBALL

Wittener Jonas Molz wechselt in Handball-Bundesliga

In den letzten drei Jahren spielte Jonas Molz für den VfL Gummersbach. Ende Oktober 2018 zog er sich dann einen Achillessehnenriss zu.

In den letzten drei Jahren spielte Jonas Molz für den VfL Gummersbach. Ende Oktober 2018 zog er sich dann einen Achillessehnenriss zu.

Foto: VfL Gummersbach

Witten.   Nach drei Jahren beim VfL Gummersbach macht Jonas Molz den nächsten Schritt in seiner Karriere und wechselt zu Handball-Bundesligist GWD Minden.

Vor ein paar Monaten noch erntete Jonas Molz eher mitleidige Blicke, wenn er mal wieder in seiner Heimatstadt vorbeischaute. Der hochveranlagte Handballer, der in den vergangenen drei Jahren - vorrangig im Nachwuchsbereich - für den VfL Gummersbach aktiv war, hatte sich am 27. Oktober die linke Achillessehne gerissen, trug zum Schutz einen schweren Kunststoffschuh. Den aber ist er längst wieder los und schaut nun optimistischer in die sportliche Zukunft als je zuvor: Kürzlich hat der 18-Jährige einen Profivertrag beim Bundesligisten GWD Minden unterschrieben.

Vorerst läuft der Kontrakt im „Anschlusskader“ des Traditionsvereins aus Ostwestfalen über zwei Jahre, mit der Option für ein weiteres Jahr. „Meinem großen Ziel, mit dem Handballspielen mein Geld zu verdienen, bin ich damit wieder einen Schritt näher gekommen“, sagt der 2,03 Meter große Rückraumspieler, der in der Jugend in Herbede startete, dann über den Bergischen HC nach Gummersbach ging. „Ich hatte schon noch andere Angebote, aber in Minden passte einfach das Gesamtpaket. Das ist ein sympathischer Verein mit viel Tradition“, so Jonas Molz. Und, das war ihm bei seiner Wahl ganz wichtig: „In Minden setzt man konsequent auf junge Talente. Da bekommt man Zeit, sich zu entwickeln.“ Diese Perspektive zeigte dem Wittener auch GWD-Geschäftsführer Frank von Behren (42) auf, der ihn in einem persönlichen Gespräch vor zwei Monaten von den Mindener Vorzügen überzeugte.

„Als er angerufen hat, war ich gerade beim Essen. Ich konnte das erst gar nicht richtig glauben“, erinnert sich der 18-Jährige an den ersten Kontakt. Über die groben Vertragsdetails war man sich bald einig, Jonas Molz wird Anfang Juli in eine kleine Wohnung unweit der Kampa-Halle ziehen, wo die Bundesliga-Punktspiele ausgetragen werden. „Das sind gerade mal zehn Minuten Fußweg. Es ist wirklich recht überschaubar in Minden - die Stadt ist in etwa so groß wie Witten“, weiß der Handballer, der parallel ein Wirtschaftsstudium absolvieren will - um für die Zeit nach seinem Sport vorbereitet zu sein.

Feste Größe in DHB-Junioren-Auswahl

Trainieren soll Jonas Molz im Bundesliga-Kader von Frank Carstens (47), spielen wird er zunächst in der Zweitvertretung, die in der 3. Liga am Ball ist. „Wenn alles passt und Bedarf da ist, werde ich auch bei den Bundesligaspielen dabei sein.“ Da wird dann auch sein Vater Thomas regelmäßig vorbeischauen - zumindest bei den Heimspielen im rund 170 Kilometer entfernten Minden. „Nach der Zeit in Gummersbach ist so ein Tapetenwechsel für Jonas jetzt genau richtig, um den nächsten Schritt zu machen. Das ist eine Investition für die Zukunft. In zwei, drei Jahren soll er möglichst zum festen Aufgebot des Bundesliga-Teams gehören“, drückt der 49-Jährige seine Hoffnung für den Sprössling aus.

Wurfstärke beeindruckte auch Ex-Nationalspieler Frank von Behren

„Der VfL Gummersbach war in den vergangenen drei Jahren genau das Richtige für mich“, sagt Jonas Molz. Mit der A-Jugend hat er dort immerhin um die Deutsche Meisterschaft gespielt, fand sich schnell auch im Notizbuch des Junioren-Nationaltrainers wieder, der den baumlangen Halblinken mehrfach zu DHB-Lehrgängen einlud - inzwischen ist Molz fester Bestandteil des Auswahlkaders. So geriet der Wittener schließlich auch ins Blickfeld von GWD Minden. „Jonas ist ein hoffnungsvoller Spieler mit enormer Wurfstärke. Er soll systematisch an den Profikader herangeführt werden“, so Manager Frank von Behren.

Das Zutrauen, in Minden den Sprung in die Eliteklasse zu schaffen, hat Jonas Molz. „Sonst hätte ich mich nicht zu diesem Wechsel entschlossen. Handball ist jetzt mein Job. Andere gehen morgens in ihre Bank, ich bin morgens und nachmittags beim Training. Dass es in Minden noch intensiver wird, ist mir bewusst. Ich freue mich darauf“, so der Wittener, für den am 15. Juli die Vorbereitung in Ostwestfalen beginnt.

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