WAZ-Porträt

Wittener Handball-Ikone Werner Bartels wird 80

Sein letztes Länderspiel für den DHB bestritt Werner Bartels (hintere Reihe, 4. von re.) 1968 gegen die Sowjetunion in der Dortmunder Westfalenhalle.   

Sein letztes Länderspiel für den DHB bestritt Werner Bartels (hintere Reihe, 4. von re.) 1968 gegen die Sowjetunion in der Dortmunder Westfalenhalle.   

Foto: Bartels

Witten.  60 Länderspiele hat Werner Bartels für die deutsche Handball-Auswahl bestritten. Am Dienstag feiert der Wittener seinen 80. Geburtstag.

Wenn es um Handball geht, dann kommt man in Witten um einen Namen einfach nicht herum. Werner Bartels hat in seiner Blütezeit zehn Jahre lang das deutsche Nationaltrikot getragen, war als Kreisläufer und als Abwehrspezialist immer eine feste Größe im Aufgebot des DHB. Am heutigen Dienstag dreht sich daheim bei ihm in Stockum wieder alles um Bartels, denn der feiert seinen 80. Geburtstag.

Fußball hätte er spielen können, auch da wäre ihm vielleicht eine große Karriere vorbestimmt gewesen. Doch als Borussia Dortmund seinerzeit anklopfte, weil der flinke Wittener im Stadion „Rote Erde“ seine Schulmannschaft mit vier Treffern (zum 5:0-Sieg) beinahe im Alleingang zum Westfalentitel schoss, winkte Bartels ab. „Damals hatte ich schon eine Einladung für die Westfalenauswahl im Handball“ - und für diesen Sport schlug nun mal sein Herz. Dabei durfte sich Werner Bartels erst ab seinem 13. Lebensjahr einem Sportverein (damals der TG Witten) anschließen - der strenge Vater versagte einen früheren Start für eines seiner sieben Kinder.

Vize-Weltmeister 1963 in der Schweiz auf dem Feld

„Das war für mich die absolute Höchststrafe. Aus Protest habe ich dann jahrelang keine Geburtstags- oder Weihnachtsgeschenke mehr angenommen“, erinnert sich der zweifache Vater und inzwischen stolze zweifache Großvater mit einem Augenzwinkern.

Als die Junioren-Auswahl Westfalens 1957 Deutscher Meister wurde, war Werner Bartels, den eigentlich alle nur „Mickey“ nannten, einer ihrer erfolgreichsten Werfer. Lediglich ein Jahr später bestritt der Wittener sein erstes Länderspiel, feierte 1963 in der Schweiz mit der Nationalmannschaft den Gewinn der Silbermedaille bei der Weltmeisterschaft auf dem Feld. „Dass wir damals mit 7:14 gegen die DDR verloren haben, ärgert mich noch bis heute“, so der rüstige Senior, der durch seine vielen Berufungen in die DHB-Auswahl - insgesamt 60 Länderspiele bestritt Bartels - eine ganze Menge von der Welt sah. „Handball hat mir immer eine Menge gegeben, dafür bin ich sehr dankbar.“

Fünf Tore gegen die Sowjetunion im letzten Länderspiel

Letztmals für Deutschland auf dem Feld stand er beim 20:19-Erfolg über die Sowjetunion am 11. Februar 1968. absolvierte er in der Dortmunder Westfalenhalle gegen die damalige Sowjetunion (20:19) sein letztes Länderspiel, warf fünf Tore (runde 100 im DHB-Trikot). Nach einem Jahr als Spielertrainer beim Bundesliga-Neuling RSV Mülheim (1968/69) beendete Bartels seine Handball-Karriere, entschied sich für seine berufliche Laufbahn. Dem Handball aber blieb er verbunden, schaut regelmäßig in den Wittener Hallen vorbei und ist seit Jahren Begleiter und Hallenkassierer bei den Heimspielen der Nachwuchs-bzw. Damen-Teams von Borussia Dortmund, wo seine Tochter Saskia bis 2005 sechs Jahre lang am Ball war.

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