Drachenboot

Wittener Drachenboot-Nachwuchs paddelt bei EM in Russland

Volker Heitzer (l.), Trainer des Kanu-Clubs Witten, ist stolz auf sein Nachwuchs-Team um Schlagfrau Charlotta Koch (vorne rechts): Die „Thunder Drags Young Stars“ haben sich für die EM in Moskau qualifiziert.

Volker Heitzer (l.), Trainer des Kanu-Clubs Witten, ist stolz auf sein Nachwuchs-Team um Schlagfrau Charlotta Koch (vorne rechts): Die „Thunder Drags Young Stars“ haben sich für die EM in Moskau qualifiziert.

Foto: Barbara Zabka / FUNKE Foto Services

Witten.  Für die „Thunder Drags Young Stars“ Robin De Minke, Charlotta Koch, Tim Romberg und Jana Petras geht damit ein Traum in Erfüllung.

Heute sind sie an ihrem großen Ziel angekommen: Für Robin De Minke, Charlotta Koch, Tim Romberg (alle 18 Jahre alt) und Jana Petras (16) vom Jugend-Drachenbootteam „Thunder Drags Young Stars“ des Kanu-Club Witten startet die Drachenboot-Europameisterschaft in Moskau mit der Eröffnungszeremonie. Aus Witten drückt ihnen Trainer Volker Heitzer die Daumen – er war selber Weltmeister und weiß, was es bedeutet, bei so einem Großereignis zu fahren.

„Ich habe sie zum Abschied in den Arm genommen und einfach gesagt: Habt Spaß“, sagt Heitzer. Vor allem weiß er, wie viel Arbeit dahintersteckt, bei den Rennen in Moskau dabei sein zu dürfen.

„Teilweise sind die seit fast sechs Jahren bei mir in der Trainingsgruppe“, berichtet Heitzer, der 2018 bei der WM in Atlanta dabei war. „Die Gruppe hat sich in dieser Zeit zusammengeschweißt, das ist etwas ganz Besonderes.“ Jetzt folgt der Lohn für hartes Training.

„Da stecken ganz viel Schweiß und Blut und Tränen drin“

„Da stecken ganz viel Schweiß und Blut und Tränen drin. Die vier sind dabei, weil sie auch eigenständig sehr viel zusätzlich eisern trainiert haben.“, meint Heitzer.

„Aber jeder, der ernsthaft Sport macht, macht es für so etwas. Da geht ein Traum in Erfüllung. Dieser Moment, wenn man dabei ist, und sein Land in den Nationalfarben vertreten darf – das ist ein Gefühl, das man kaum beschreiben kann. Wenn man da am Start im Boot sitzt, da hat man schon vor dem ersten Paddelschlag einen Puls von 150, auch wenn man schon hunderte Rennen gefahren ist.“

Besondere Trainingsmoral

Die vier zeichne besonders ihre Trainingsmoral aus, findet der Trainer. Bei 12-Jährigen beginne man im KCW zunächst mit Koordinations- und Konzentrationstraining. Jetzt nach vielen Einheiten sind sie am Ziel. Für De Minke, Koch und Romberg endet damit die Zeit in der Jugend – erfolgreich, meint Heitzer. Aber nicht hauptsächlich wegen der EM-Teilnahme.

„Der Grundgedanke, wenn ich Jugendliche trainiere, ist ja nicht: Ich generiere Sieger, Deutsche Meister oder Nationalkader“, erklärt Heitzer. „Wir möchten den Kindern das Wir-Gefühl vermitteln – darum geht es im Drachenboot. Sich selbst in die zweite Reihe zu stellen und einfach nur einmal Teil von etwas zu sein.“ In diesem Fall Teil der Nationalmannschaft.

Regatta beginnt am Donnerstag

Vor rund einem Monat absolvierte die Nationalmannschaft einen Lehrgang am Kanu-Club Witten, wurden dabei mit dem schwarz-rot-goldenen Dress ausgestattet. Um die Reise zu finanzieren, haben sie Förderer gesucht und bei den „Days of Thunder“ Spenden gesammelt. Am Montag war Abflug. Die deutschen Farben und das Wir-Gefühl tragen sie jetzt nach Moskau.

Donnerstag beginnen die Regattatage. Egal, wie Robin De Minke, Charlotta Koch, Tim Romberg und Jana Petras abschneiden, Volker Heitzer wird stolz sein: „Die brauchen keine Titel und Trophäen. Einfach bei einer WM oder EM am Start zu sein, und dort Leute aus Ländern zu treffen, die man sonst oft nur aus dem Fernsehen kennt – dafür hat sich alles schon gelohnt.“

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