HANDBALL

Tod von Ex-Mitspieler schockt Bommerns Trainer Ingo Stary

Spielte vor gut zehn Jahren mit dem nun verstorbenen Lars Krüger zusammen für Tusem Essen: Bommerns Trainer Ingo Stary (li.).

Spielte vor gut zehn Jahren mit dem nun verstorbenen Lars Krüger zusammen für Tusem Essen: Bommerns Trainer Ingo Stary (li.).

Foto: Oliver Schinkewitz

Essen/Witten.  Ingo Stary, Trainer des TuS Bommern, ist tief getroffen: Ein ehemaliger Mitspieler verstarb nach einem Handballspiel seiner SG Überruhr.

Dieser tragische Vorfall hat die gesamte Handballszene des Reviers schwer getroffen. Am Samstag war bei einem Verbandsligaspiel des Essener Vereins SG Überruhr (gegen den LTV Wuppertal II) der 32-jährige SG-Akteur Lars Krüger nach lediglich fünf Minuten ohne Fremdeinwirkung zusammengebrochen. Am Sonntag folgte die traurige Nachricht: Der Essener verstarb im Krankenhaus. Auch bei Ingo Stary, dem Trainer des TuS Bommern, saß der Schock darüber tief: Er hatte vor einigen Jahren mit dem Essener zusammengespielt.

„Für mich ist das unfassbar“, hatte Stary die Mitteilung auch zwei Tage nach dem Bekanntwerden des Unglücks noch nicht verdaut. „Lars war gerade mal 32 und absolut fit - ein gesunder, junger Mann“, sinnierte der betroffene TuS-Coach. Seite an Seite hatte er mit Krüger in der Saison 2008/09 das Trikot der Zweitvertretung von Tusem Essen getragen. „Wir hatten damals eine tolle Truppe, die sich super verstanden hat. Wir hatten uns da zusammengefunden, um von der Verbands- in die Oberliga aufzusteigen“, so Stary - was dem Team, zu dem auch der frühere Nationalspieler Mark Dragunski angehörte, schließlich auch gelang.

Erste Wiederbelebungs-Versuche waren noch erfolgreich

Rund elf Jahre später ereilte Lars Krüger nun ein tragisches Schicksal: In der Essener Turnhalle an der Klapperstraße brach er nach wenigen Spielminuten ohne Körperkontakt auf dem Handballfeld zusammen. Den behandelnden Ärzten gelang es später nicht, den jungen Mann zu retten.

Zuvor hatte man in der Sporthalle noch Hoffnung, nachdem mehreren anwesenden Ärzten und Rettungssanitätern die Wiederbelebung des passionierten Handballers bis zum Eintreffen eines Notarztes gelang. Der Ort des Geschehens wurde umgehend geräumt, sämtliche weiteren angesetzten Partien der SG Überruhr wurden abgesagt.

Spendenkonto für die Familie eingerichtet

„Lars wurde in der Jugend von Tusem Essen groß, hat auch mal ein Jahr lang zum Erstligakader des Vereins gehört. Auch wenn er zwei Jahre jünger war als ich, kannten wir uns natürlich, man hat sich oft im Training gesehen oder mal Testspiele zwischen A- und B-Jugend gegeneinander bestritten“, so Ingo Stary. Nach Beendigung seiner Profilaufbahn infolge einer Schulter-Operation spielte der Wittener dann noch für die Tusem-Reserve - ebenso wie Lars Krüger im linken Rückraum. „Danach hatten wir uns ein wenig aus den Augen verloren.“

Die Nachricht vom Tod seines einstigen Teamkollegen erreichte den 34-Jährigen auf dem Rückweg vom Bommeraner Ligaspiel bei der Ahlener SG II (30:25). „Mich hat das ziemlich mitgenommen. So etwas beim Handball habe ich zuvor noch nie erlebt“, so Ingo Stary.

Zahlreiche Vereine aus dem näheren Umfeld der SG Überruhr, aber auch aus dem gesamten Ruhrgebiet, haben inzwischen ihre Anteilnahme ausgesprochen. Die Betroffenheit in der Handballszene ist gewaltig, hat die Aktiven regelrecht geschockt.

Die SG Überruhr hat, um die Familie von Lars Krüger zu unterstützen, inzwischen ein Spendenkonto eingerichtet. IBAN: DE 27 36060488 0102046800, Stichwort „Lars“, Kontoinhaber ist der Förderverein der SG Überruhr.

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