JUDO

SU Annen unter Wert geschlagen

Eine fragwürdige Niederlage kassierte laut SUA-Coach Marcel Haupt Leon Philipp (li.) gegen den bulgairischen Vize-Europameister Yanislav Gerchev.

Foto: Barbara Zabka

Eine fragwürdige Niederlage kassierte laut SUA-Coach Marcel Haupt Leon Philipp (li.) gegen den bulgairischen Vize-Europameister Yanislav Gerchev. Foto: Barbara Zabka

Potsdam.   Die lange Fahrt nach Potsdam hat sich für die Judoka der SU Annen nicht gelohnt. Beim Rivalen um Rang zwei setzte es eine 2:12-Niederlage.

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12:2UJKC Potsdam - SU Annen

Das war eine deftige Bauchlandung für die Judoka der Sport-Union Annen. Im zweiten Auswärtskampf der Bundesliga kassierten die Wittener eine zu deutliche 2:12-Niederlage beim UJKC Potsdam, dem vermutlich schärfsten Rivalen im Rennen um den wichtigen zweiten Tabellenplatz im Liga-Norden. Annen Coach Marcel Haupt war ein wenig verärgert über die teilweise undurchsichtige Regelauslegung der Mattenleiter.

„Der Potsdamer Sieg ist eindeutig zu hoch ausgefallen. Immerhin ging rund die Hälfte der Duelle in den ,Golden Score’“, so Haupt. Den Endrundenplatz sieht er jetzt schon in weite Ferne gerückt. „Potsdam hatte schon die schwersten Gegner. Ich glaube nicht, dass sie sich das noch nehmen lassen.“ Dem jungen Annener Team bescheinigte er eine insgesamt ordentliche Leistung, nach der durchaus selbst ein Remis drin gewesen wäre. Ärgerlich für die SUA-Judoka: Der Niederländer Sam van’t Westende zog sich in seinem zweiten Kampf mutmaßlich eine schwere Rippenverletzung zu, könnte länger ausfallen.

Im ersten Durchgang kassierten die Annener gleich drei Niederlagen in Serie – u.a. zog Schwergewichtler Jonas Schreiber gegen Erik Abramov erst nach 5:36 Minuten unglücklich den Kürzeren, wurde am Boden abgehebelt. Den ersten SUA-Zähler verbuchte Sam van’t Westende, der im 73-kg-Limit gegen Georg Siegemund gewann, als dieser seine dritte Strafe kassierte. Die hauchdünne Niederlage von Leon Philipp (-66 kg) gegen den bulgarischen Vize-Europameister Yanislav Gerchev konnte der SUA-Coach nicht nachvollziehen. „Leon hat den Kampf diktiert, bei einem Konter hätte er eigentlich die Wertung bekommen müssen.“ Stattdessen wurde Philipp wegen des dritten Shidos disqualifiziert. Danach verkürzte der Slowene Mihael Zgank (-90 kg), der sich nach verhaltenem Beginn gegen Tim Schmidt deutlich steigerte und im „Golden Score“ die entscheidende Wertung ergatterte. Dennoch: Das 2:5 zur Pause fiel nach Haupts Ansicht zu deutlich aus. Er setzte auf den zweiten Durchgang, wurde aber letztlich doch enttäuscht, denn es wurde noch einseitiger pro Potsdam.

Jeweils vorzeitig unterlagen Björn Hangebrauck (-100 kg) und Jonas Schreiber (+100 kg), dann zog Thomas Graczyk im ungewohnten 81-kg-Limit trotz couragierter Vorstellung den Kürzeren gegen Janosch Hunfeld. Mit diesem Zwischenstand von 2:8 war die Messe aus Annener Sicht bereits gelesen. Letztlich wurde es vom Resultat her sogar noch ein Debakel. Der Niederländer Sam van’t Westende hatte die 73-kg-Auseinandersetzung „eigentlich im Sack“, so Haupt, dann aber verletzte er sich an der Rippe - keine Chance mehr gegen Potsdams Georg Siegemund. Jeweils im „Golden Score“ mussten sich sowohl Nicki Graczyk (-66 kg) als auch Mihael Zgank (-90 kg) von den Punkten trennen, und in der letzten Begegnung des Abends zog Jens Malewany auch im zweiten Vergleich mit dem britischen 60-kg-Ass Neil Mac Donald den Kürzeren, als er gekontert wurde.

„Leider haben uns in einigen Gewichtsklassen die Alternativen gefehlt. Wir müssen hier und da an ein paar Stellschrauben drehen, unsere jungen Leute benötigen eben noch Zeit. In einem Jahr sieht das schon wieder anders aus“, so Haupt.

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