JUDO

SU Annen: Trainings-Hüftwürfe daheim auf der Terrasse

Wie gut, wenn man eine Schwester hat, mit der es sich gemeinsam trainieren lässt: Emilia (re.) und Leticia Jung von der SU Annen halten sich im Wohnzimmer mit Zweikampf-Übungen fit.

Wie gut, wenn man eine Schwester hat, mit der es sich gemeinsam trainieren lässt: Emilia (re.) und Leticia Jung von der SU Annen halten sich im Wohnzimmer mit Zweikampf-Übungen fit.

Foto: Jung

Witten.  Auch die Judoka der SU Annen müssen sich in Zeiten der Corona-Krise anpassen. Das Training findet in den eigenen vier Wänden statt.

Auf dem Terminplan für die neue Bundesliga-Saison hatten sie sich bei den Judoka der Sport-Union Annen den 23. Mai ganz dick rot angestrichen. Da sollte nämlich der Bronzegewinner des Vorjahres erstmals wieder um Punkte kämpfen, und das auch noch im Revierderby daheim gegen den JC 66 Bottrop. Daraus aber wird nun nichts - bis zum Sommer wird es keine Bundesliga-Kämpfe geben.

Die Judo-Bundesliga pausiert bis zum Zeitraum nach den ursprünglich geplanten Olympischen Spielen (24. Juli bis 9. August). Ein alternatives Konzept solle erarbeitet werden. Wann genau es weitergehen wird? Das kann aktuell noch niemand vorhersagen - aktuell hängen die Judoka ziemlich in der Luft.

Vor Mitte August wird es keine Bundesliga-Wettkämpfe geben

„Uns trifft es jetzt bezüglich der Planung nicht ganz so arg, immerhin war bei uns vor der Sommerpause nur der Kampf gegen Bottrop vorgesehen“, sagt SUA-Trainer Stefan Oldenburg (31). Die weiteren Duelle stehen laut Terminplan allesamt erst ab Anfang September auf der Agenda - da allerdings dann in kurzer Folge bis zum Abschluss der regulären Saison am 17. Oktober beim TSV Hertha Walheim. Das Bundesliga-Finalturnier ist für den 7. November vorgesehen.

Der Annener Coach geht davon aus, dass die Saison stattfinden wird und nicht komplett wegen des Virus gestrichen wird. „Wenn sich die Situation einigermaßen beruhigt hat, werden wir wohl beginnen können“, sagt Oldenburg. Eine Prognose sei allerdings generell schwer zu treffen, „ich hoffe aber auf Normalität so bald wie möglich.“ Wann er glaubt, erstmals wieder in die Judohalle am Kälberweg zu können? „Direkt nach den Osterferien wird das sicher noch nix, aber eventuell Mitte Mai, Anfang Juni.“

Annens Trainer Stefan Oldenburg verteilt individuelle Trainingspläne

Keine einfache Situation vor allem für die Kampfsportler, sich derzeit fit zu halten und nicht zu viel von ihrer bereits antrainierten Form einzubüßen. „Für uns alle ist das natürlich eine Herausforderung“, sagt Oldenburg. Unlängst traf man sich bei der SUA zumindest kurz und jeweils nur unter vier Augen (mit dem entsprechenden Abstand), um Trainingspläne für die Arbeit in den eigenen vier Wänden auszugeben und das weitere Vorgehen auch in der Jugendarbeit zumindest bis zum Ende der Osterferien abzusprechen. „Wir haben darüber hinaus ja auch eine WhatsApp-Gruppe, stehen auch im engen Austausch mit den Landestrainern“, sagt der Annener Coach. Seinen Sportlern hat er diverse Trainingsgeräte mitgegeben, u. a. fürs Krafttraining, einige der SUA-Judoka

haben sich auch Matten mitgenommen.

Bei den Zweitliga-Damen der Sport-Union herrscht derweil ebenso wenig Klarheit, was die bevorstehende Saison anbelangt. Die für die Wittenerinnen um Trainerin Hannah Schorlemmer eigentlich am 25. April mit Heimkämpfen gegen Spremberg und Bottrop II hätte beginnen sollen. „Im Moment ist alles so unsicher. Wir wissen ja nicht, ob die Saison überhaupt stattfinden kann“, so die zweifache Mutter, die ein halbes Jahr nach der Geburt ihrer Tochter Greta nun wieder mit dem aktiven Training einsteigen, ihr Comeback in Angriff nehmen wollte. Drei der vier Kampftage in der 2. Liga waren fürs Frühjahr geplant, der Abschluss auf den 19. September gelegt worden. Nun werden die Termine wohl ganz neu verteilt, um die Saison nicht gänzlich durchs Raster fallen zu lassen.

Bei Schorlemmers gibt’s noch keinen Lagerkoller

„Judo ist nun mal keine optimale Sportart für das ,Social Distancing’ - da ist es auch mit dem Training schwierig für uns“, gibt auch Hannah Schorlemmer zu bedenken. Natürlich kann man neben den Kraftübungen daheim auch noch laufen gehen, aber das ist bei Judoka nicht wirklich allzu beliebt. „Einen Vorteil haben die Kämpferinnen und Kämpfer, die Geschwister haben - so wie etwa Emilia und Leticia Jung oder Fabienne und Sophie Püchel. Die können dann schon gemeinsam Judo trainieren“, sagt die 34-Jährige. „Immerhin“, so Schorlemmer, „gibt’s bei uns zu Hause noch keinen Lagerkoller.“ Eine so gute Nachricht ist in der aktuellen Zeit doch allemal ein Schritt in die richtige Richtung.

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