JUDO

SU Annen nimmt einen Punkt mit

Mit eindrucksvollen Techniken setzte sich Matthias Cassé (li., SU Annen) gegen Soshin Katsumi durch.

Foto: Oliver Schinkewitz

Mit eindrucksvollen Techniken setzte sich Matthias Cassé (li., SU Annen) gegen Soshin Katsumi durch.

Holle.   Das Auftaktduell zwischen Judo in Holle und der SU Annen wogt hin und her. Unterm Strich springt ein gerechtes Unentschieden heraus.

7:7Judo in Holle - SU Annen

Einen packenden Saisonstart legten die Sport-Union Annen und das Team von Judo in Holle am Samstag hin. Obwohl mit einigen personellen Problemen angereist, hatten die Wittener sogar kurzzeitig die Hand am doppelten Punktgewinn - „am Ende war das 7:7 aber sicherlich das gerechte Ergebnis“, befand SUA-Trainer Stefan Oldenburg bei der Pressekonferenz.

Das erste Bundesliga-Wochenende hatte für die Unioner schon alles andere als glücklich angefangen, denn der fürs 90-kg-Limit fest eingeplante Brite Max Stewart kam nicht aus London weg - Flug überbucht, keine andere Möglichkeit auszuloten. „Das hat uns natürlich schon einen gewissen Schlag versetzt“, so Annens Trainer Marcel Haupt, der aufgrund einer Knieverletzung selbst auch nicht auf die Matte konnte.

Dafür aber hatten die Annener mit dem international zuletzt sehr erfolgreichen Belgier Matthias Cassé (81 kg) sowie den Neuzugängen Martin Garic (100 kg) und Tobias Pahnke (+100 kg) starke Judoka an Bord, die letztlich für entscheidende Punkte sorgten sollten. „Die Neuen haben sehr gut eingeschlagen“, lobte Oldenburg.

Gastgeber Holle hatte sich vor der Saison gleich mit 14 neuen Kämpfern verstärkt, bot auch gleich gegen die SUA eine exquisite Auswahl auf. „Ich gehe davon aus, dass sie damit gerechnet haben, schon nach der ersten Runde mit 5:2 vorne zu liegen“, so Stefan Oldenburg. Diese Rechnung der Niedersachsen aber durchkreuzten die Wittener, obwohl sie zunächst nach Niederlagen von Maurice Püchel (73 kg; gegen Robert Barwig) und Martin Garic (+100 kg; gegen den Niederlänger Jelle van den Berg) mit 0:2 ins Hintertreffen gerieten. Jens Malewany machte im 60-kg-Limit den Anfang mit den Annener Punktgewinnen - gegen Danny-Paul Kiel gewann er vorzeitig, weil sein Kontrahent für einen Griff zum Bein disqualifiziert wurde. Ein für den weiteren Verlauf wohl entscheidendes Duell verlor dann Oldenburg selbst (-90 kg) gegen Youngster Luka Fettköther. Dabei lag der Annener schon mit Waza-ari-Wertung vorne. „Das darf ich dann nicht mehr abgeben.“

Garic nach „Golden Score“ obenauf

Seine Teamkollegen bügelten das Missgeschick aber flugs aus, denn nacheinander punkteten Leon Philipp (66 kg), Björn Hangebrauck (100 kg) und der Belgier Cassé (81 kg), der mit Soshin Katsumi Katz und Maus spielte, den Ex-Ettlinger nach allen Regeln der Kunst niederkämpfte. Somit führten die Gäste zur Pause mit 4:3 - gute Voraussetzungen, um gegen Holle ohne Niederlage zu bleiben.

Im zweiten Abschnitt wogte es hin und her: Tobias Pahnke punktete per Schulterwurf im Schwergewicht nach nur 57 Sekunden, dafür gingen seine Mitstreiter Thomas Graczyk (73 kg), Jens Malewany (unglücklich erst im „Golden Score“) und Andreas Altergott (90 kg) aber leer aus - 6:5 für Holle. Dann war wieder die SU Annen am Zug: Der an diesem Tag herausragende Leon Philipp ließ auch Philipp Dahn keine Chance, und Martin Garic gewann ein nahezu episches 100-kg-Gefecht gegen Viktor Semenko dank eines ganz tiefen Seoi-nage (Schulterwurf). Jetzt hieß es 7:6 für die Wittener, verlieren konnte sie schon nicht mehr. Und der Sieg war auch machbar, denn Matthias Cassé musste gegen den Niederländer Jim Heijman ‘ran. Dieser aber erwies sich als äußerst unbequemer Widersacher. Eine Sekunde vor Schluss konterte er einen Wurfansatz des Belgiers und bekam die Waza-ari-Wertung, die Holle zumindest das 7:7 rettete. „Ich wollte unbedingt punkten, daher hab’ ich das noch riskiert“, erklärte EM-Fahrer Cassé. Und Marcel Haupt sagte: „Heute war mal das Glück auf Holler Seite. Wir sind unter diesen Voraussetzungen insgesamt zufrieden.“

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