FUSSBALL-BEZIRKSLIGA

Staffelleiter Pelzing: „Das ist alles unbefriedigend“

Einige Sportanlagen - wie hier an der Dickebankstraße in Bochum-Wattenscheid - sind derzeit gesperrt.

Einige Sportanlagen - wie hier an der Dickebankstraße in Bochum-Wattenscheid - sind derzeit gesperrt.

Foto: Gero Helm / FUNKE Foto Services

Bochum/Herne/Witten.  Auch in der Bezirksliga 10 - mit drei Teams aus Witten - häuften sich zuletzt die Spielausfälle. Der Staffelleiter hofft auf eine klare Regelung.

Es ist der vielzitierte rote Faden, der vielen in der Pandemiebekämpfung fehlt. Auch im Fußball. Ein lokales Schließen von Sportanlagen, wie etwa jüngst in Bochum vollzogen, zieht Konsequenzen nach sich. Die Gesamtlage wird dadurch weiter erschwert. Das Aktionsgebiet der Fußball-Bezirksliga Staffel 10 etwa erstreckt sich über Herne, Witten, Hattingen und Bochum. Wir haben bei Andreas Pelzing nachgefragt, wie sich die aktuelle Situation für ihn darstellt. Als Staffelleiter nimmt er eine organisatorische Schlüsselposition in diesem viel beachteten Sport-Mikrokosmos „Staffel 10“ ein.

Die Lage nach acht mehr oder weniger ausgetragenen Spieltagen sieht Andreas Pelzing mit gemischten Gefühlen. Insgesamt sieben Spiele müssen aktuell nachgeholt werden. „Bis jetzt geht es noch. Aber es ist trotzdem unbefriedigend - für alle“, lautet die Zwischenbilanz des Staffelleiters. „Jeden Tag gibt es neue Fälle. Dann heißt es wieder Quarantäne und Spiel absetzen.“ Dass man am Mittwoch wieder im Verband die Köpfe zusammensteckt, verbindet Pelzing durchaus mit einiger Hoffnung. „Ich gehe davon aus, dass da wieder was Neues passieren wird“, sagt er. „Das wünsche ich mir auf jeden Fall.“

Ungleiche Bedingungen: Sinnfrage beantwortet sich beinahe von selbst

Könnte denn ein Spielbetrieb ohne Bochumer Sportanlagen sinnvoll fortgeführt werden? „Tja, schwierig“, zuckt Pelzing mit den Schultern. „Die Bochumer können jetzt vielleicht drei Wochen nicht trainieren, sollen am Wochenende aber nach Hattingen fahren und spielen, oder nach Herne.“ Die Sinnfrage beantwortet sich da fast von selbst. Und dann gibt es ja noch gewohnte Widrigkeiten - wie etwa den Winter. „Irgendwann wird es eng mit dem Nachholen. Manche Vereine haben zudem kein Flutlicht. In der dunklen Jahreszeit müssten sie dann auf Asche ausweichen oder das Heimrecht tauschen“, zeichnet Pelzing Notfallpläne auf.

Die Ideen gehen dem Staffelleiter noch nicht aus. Er versucht planerisch alles möglich zu machen, was möglich ist. Aber wenn es irgendwo einen Virusverdacht gibt, dann ist er mit dem Absetzen ganz schnell dabei. Denn Eines, das schließt er kategorisch aus: „Man wird ganz sicher nicht in der Zeitung lesen, der Pelzing habe gesagt: Ihr müsst spielen.“

„Ich gehe davon aus, dass morgen etwas passiert“

Andere Sportfachverbände wie im Basketball, Handball, gar Tischtennis, haben es bereits vorgemacht. Sie setzen ihren Spielbetrieb aus, mit teilweise differenzierten Wiedereinstiegs-Szenarien. Im Fußball zeigte man sich bis dato noch zurückhaltend. Ob es überhaupt noch vertretbar ist, Amateur-Fußball zu spielen? Beim Blick auf kontinuierlich steigende Inzidenzzahlen wohl eher nicht, findet Pelzing. Aber er könnte sich vorstellen, dass eine entsprechende Maßnahme naht: „Ich gehe davon aus, dass morgen etwas passiert. Es muss etwas passieren.“

Eine Umfrage unter Bochumer Bezirksliga-Trainern zum Vor-Ort-Lockdown hatte gezeigt, dass das Verständnis für lokal verhängte Maßnahmen längst da ist. Auch Pelzing seien Messenger-Gruppen bekannt, in denen Spieler oder Trainer ein Aussetzen des laufenden Programms begrüßen würden. Schwierig zu vermitteln sind demnach jedoch Maßnahmen, die Chaos verursachen. Der Staffelleiter, der selbst in Dortmund arbeitet, erklärt: „In Dortmund ist etwas wie Sportplatzsperren noch gar nicht zur Sprache gekommen. In Unna machen sie wieder auf, in Bochum zu. Das ist alles unbefriedigend.“ Es fehlt derzeit einfach an einem roten Faden.

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