JUDO

Sport-Union Annen setzt sich auch in Spremberg durch

Der Niederländer Ferdinand Ansah (li.) sprang kurzfristig für den angeschlagenen Simeon Catharina ein und holte in Spremberg beide Punkte in der 100-Kilo-Klasse für die SU Annen.

Der Niederländer Ferdinand Ansah (li.) sprang kurzfristig für den angeschlagenen Simeon Catharina ein und holte in Spremberg beide Punkte in der 100-Kilo-Klasse für die SU Annen.

Foto: Uwe Möller

Spremberg.   Ihre Erfolgsserie haben die Judoka der SU Annen auch in Brandenburg fortgesetzt. Beim 8:6 in Spremberg punktete auch ein unerwarteter Joker.

Niemand scheint der Sport-Union Annen in der Judo-Bundesliga Einhalt gebieten zu können. Auch den fünften Kampftag in der Nordstaffel schlossen die Wittener mit einem Sieg ab - diesmal mit 8:6 (80:60) beim KSC Asahi Spremberg. „Das war aber eine ganz enge Geschichte, es war ein ständiges Auf und Ab“, wie Trainer Stefan Oldenburg (30) berichtete.

Zunächst war’s dann wohl mal ein „Ab“, welches die Annener nach der anstrengenden Sechs-Stunden-Fahrt nach Brandenburg im Duell mit dem Gastgeber erlebten. Denn der Spitzenreiter, der eigentlich die Qualifikation für die Bundesliga-Endrunde schon klarmachen wollte, lag innerhalb kürzester Zeit mit 0:3 im Hintertreffen. „Jeweils mit schnellen Ippon-Siegen der Spremberger“, so der SUA-Coach. Jens Malewany (-60 kg) kassierte seine erste Saisonniederlage gegen Pascal Meyer, dann hatte Routinier Manuel Neumann (+100 kg) wenig Chancen gegen Marcel Schaarschmidt, und danach zog auch Andreas Altergott im 90-kg-Limit gegen Ole Patzenhauer den Kürzeren, „war irgendwie gar nicht richtig da“, so Oldenburg über die 41-Sekunden-Pleite des Eigengewächses.

Jim Heijman bezwingt WM-Fünften aus Polen

Doch wenig später hellte sich seine Laune schon wieder ein wenig auf, denn nun ging’s in Sachen Punkte auch für die SU Annen voran. Ferdinand Ansah, der kurzfristig für den eingeplanten Simeon Catharina eingesprungen war, beherrschte den Polen Jakub Wojcik sicher, verkürzte im 100-kg-Limit nach einer Minute auf 1:3. Selbst in der ungewohnten 73-kg-Klasse siegte dann auch Nicki Graczyk, und Leon Philipp (-66 kg) sorgte für den 3:3-Ausgleich mit einem ganz souveränen Auftritt und einem Ippon am Boden. Dass die Sport-Union zur Pause sogar mit 4:3 in Führung lag, dafür zeichnete Jim Heijman (-81 kg) verantwortlich, der gegen den polnischen WM-Fünften Damian Szwarnowiecki ebenfalls mit einer Bodentechnik gewann - 4:3 für die Gäste, jetzt war der Auswärtserfolg greifbar.

Im zweiten Durchgang bestritt dann SUA-Trainer Marcel Haupt in der 60-kg-Klasse seinen ersten Kampf. Als „Joker“ war er Annens Trumpfkarte, hielt Pascal Meyer in Schach, der nach gut drei Minuten die dritte Bestrafung kassierte. „Ein enorm wichtiger Punkt“, so Oldenburg, der Haupts Einsatz mit viel Lob überschüttete. „Marcel hat extra noch Gewicht gemacht. Damit hatten wir eine wichtige weitere Wechseloption.“ Und plötzlich sogar eine 5:3-Führung nach dem 0:3-Fehlstart.

Am 15. Juni daheim gegen Hamburger JT

Dass der hochgestufte Felix Packlin (+100 kg) und Andreas Altergott (-90 kg) im Anschluss verloren, war einkalkuliert worden, wenngleich Letzterer diesmal deutlich besser agierte, beinahe sogar als Sieger die Matte verließ. Mit seinem zweiten Zähler brachte Ferdinand Ansah die Annener dann wieder in Führung (6:5), Tim Malewany aber ging im 66-kg-Limit trotz großen Kampfes leer aus - und das nach 7:33 Minuten im „Golden Score“ nach der dritten Strafe.

Die letzten beiden Duelle allerdings gingen an die SU Annen: Leon Philipp (-66 kg) und Jim Heijman (-81 kg) kamen in Spremberg Schlüsselrollen zu, beide zeigten herausragende Leistungen. Als der Niederländer nach 3:20 Minuten seinen zweiten Waza-ari zugesprochen bekam, feierten die Unioner ausgelassen den fünften Saisonsieg. Mit drei Zählern Vorsprung vor Titelverteidiger Hamburger JT führen die Wittener die Tabelle an, neben den Hanseaten (nächster Gegner am 15. Juni in Witten) könnten maximal noch die Hannoveraner den Spitzenreiter nach Punkten einholen. Die Planung fürs Endrunden-Turnier können nun allmählich Fahrt aufnehmen am Kälberweg.

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