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Silber macht Herda nicht glücklich

Wenig Mühe hatte Viviane Herda (re.) mit Anne-Kathrin Roick - der Kampf endete mit 10:0.

Foto: René Weiß

Wenig Mühe hatte Viviane Herda (re.) mit Anne-Kathrin Roick - der Kampf endete mit 10:0. Foto: René Weiß

Michelstadt.   Nach der verpassten Titelverteidigung bei der DM der Juniorinnen bangt Viviane Herda um ihre Fahrkarte zur EM in Dortmund.

Lediglich zwei Medaillen gab es für den nordrhein-westfälischen Ringer-Nachwuchs bei der Junioren- und Juniorinnen-DM. Eine der beiden Treppchenplatzierungen brachte Viviane Herda vom KSV Witten 07 mit - allerdings war sie nicht wirklich zufrieden mit der Vizemeisterschaft, die nun ihre erhoffte EM-Teilnahme in weite Ferne rücken lässt.

„Es wird schwierig für mich, dass es jetzt noch klappt mit der Qualifikation für die Europameisterschaft“, sagt die 19-Jährige, die bei den Freistil-Titelkämpfen in Michelstadt eigentlich ihren Triumph aus dem Vorjahr hatte verteidigen wollen. Doch am Ende langte es für Herda diesmal nur zu Rang zwei hinter ihrer 63-Kilo-Dauerrivalin Eyleen Sewina (RSV Greiz), die nun beste Karten hat, den Deutschen Ringer-Bund (DRB) bei der EM in Dortmund - vom 27. Juni bis zum 2. Juli - zu vertreten.

Turniermodus „Jeder gegen jeden“

Arg dünn besetzt war das Teilnehmerfeld in der 63-kg-Kategorie bei den Juniorinnen. Letztlich war klar, dass es trotz des Modus „Jeder gegen jeden“ nur auf das Duell von Herda gegen Sewina hinauslaufen konnte. Beide hatten sich in der jüngeren Vergangenheit schon des Öfteren gegenüber gestanden, zweimal trug dabei die Sächsin den Sieg davon. Im hessischen Michelstadt wollte KSV-Toptalent Viviane Herda wieder als Gewinnerin die Matte verlassen.

Der Auftakt verlief für die Wittenerin ganz nach Wunsch. Mit 10:0 besiegte sie Anne-Kathrin Roick (RC Cottbus). Danach schon kam es zum Aufeinandertreffen mit der zwei Jahre jüngeren Sewina. „Das war sicher kein schöner Kampf“, so Viviane Herda. Die ersten beiden Punktwertungen gab’s für Passivitäten - eine auf jeder Seite. „Dann bin ich noch einmal von der Matte ‘runter“ - dafür sackte die Greizerin den zweiten Zähler ein, der am Ende zum 2:1-Erfolg und damit zum DM-Triumph langte. Denn beide Rivalinnen setzten sich in ihrem ausstehenden Kampf durch, für Viviane Herda gab’s gegen die letztjährige Zweite der Kadetten-EM, Elena Sell (Hessen), einen überzeugenden 8:0-Erfolg.

Jetzt bei kommenden Turnieren „Vollgas geben“

Auch wenn ihre Medaillensammlung damit um ein silbernes Exemplar erweitert wurde - richtig glücklich war die Wittenerin damit verständlicherweise nicht. „Natürlich hätte ich den Titel gerne verteidigt“, gestand sie. Denn jetzt wird es im Rennen um die EM-Fahrkarte richtig eng, die Vorteile liegen auf Seiten von Sewina. „Ich muss jetzt einfach bei den nächsten Turnieren Vollgas geben. Aber da es nur ein Ticket pro Gewichtsklasse gibt, sind die Chancen nicht gut“, sagt Herda. Beim Grand Prix in Dormagen (Anfang Juni) wird sie ebenso wie bei einem internationalen Turnier in Rumänien versuchen, Bundestrainer Rainer Kamm noch von sich zu überzeugen.

Neben Herda hätte bei der DM mit Lina Dussin noch eine weitere KSV-Ringerin starten sollen, doch vorab fand man keine einheitliche Linie in Sachen Vorbereitung.

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