Tennis

Neue Corona-Auflagen: Ist Tennis eine Individualsportart?

Ob auch Tennisspielen ab dem 2. November komplett untersagt ist, steht noch nicht eindeutig fest.

Ob auch Tennisspielen ab dem 2. November komplett untersagt ist, steht noch nicht eindeutig fest.

Foto: Martin Möller / FUNKE Foto Services

Westfalen.  Der WTV sagt die Verbandsmeisterschaften ab. Mannschaftsspiele an diesem Wochenende sind aber noch möglich.

Es sind viele Fragen, die Tennisspieler nach den neusten Beschlüssen der Bundesregierung und der Landesregierungen umtreiben. Ab dem 2. November werden die neuen Corona-Schutz-Verordnung eingeführt. Darauf hat auch der Westfälische Tennis-Verband reagiert. „In einem ersten Schritt hat der WTV seine Verbandsmeisterschaften der Damen, Herren und Senioren vom 1. bis zum 8. November und der Jugend vom 15. bis zum 21. November in Werne abgesagt“, heißt es in einer Mitteilung.

Denn, im neusten Beschluss zu den Corona-Schutz-Maßnahmen heißt es: Der Freizeit- und Amateursportbetrieb auf und in allen öffentlichen Sportanlagen, Schwimm- und Spaßbädern sowie in Fitnessstudios und ähnlichen Einrichtungen kommt ab dem 2. November zum erliegen. Erlaubt ist nur noch der Individualsport, alleine, zu zweit oder mit dem eigenen Hausstand.

„Aber ist Tennis jetzt ein Individualsport? Wenn zwei Spieler weit von einander entfernt auf ihrer Platzseite stehen? Dürfen Tennishallen betreten werden? Diese und ähnliche Fragen haben wir der Landesregierung gestellt, weil auch für uns da noch Unklarheit herrscht“, sagt Lutz Rethfeld, Sportwart des Westfälischen Tennis-Verbandes.

Fragen zu Turnieren, Training und Mannschaftsspielbetrieb

Das Präsidium des WTV sei mit seinen Gremien, der Landesregierung NRW, dem Landessportbund NRW und der Interessengemeinschaft Tennis NRW im Gespräch, um elementare Fragen in Bezug auf Turniere, das Training und den Mannschaftsspielbetrieb zu klären.

„Wir gehen davon aus, dass Tennis zu zweit noch erlaubt ist, aber es geht nicht eindeutig aus der momentanen Erklärung hervor“, sagt Rethfeld.

DTB geht davon aus, dass „Tennis nicht vollends eingestellt werden muss“

Auch der Deutsche Tennis Bund geht in einer ersten Erklärung davon aus, dass „das Ausüben des Tennissports als Individualsportart nicht vollends eingestellt werden muss.“ Weiter heißt es: „Vielmehr sollte ein Spiel zu zweit oder ein Doppel mit vier Personen aus maximal zwei Haushalten weiterhin möglich sein.“

Unklar sei aus Sicht des WTV auch, ob etwa Einzeltraining weiter gegeben werden dürfe. Schließlich seien die meisten Tennistrainer selbstständig und verdienten mit dem Coaching ihren Lebensunterhalt. Dass die Winterrunde, die in einigen Ligen bereits am Wochenende beginnt, wie geplant stattfindet, ist eher unwahrscheinlich. Mannschaftsspiele im November schließt Rethfeld eher aus.

Keine Strafe bei Spielabsage

Eine Ausnahme gibt es aber: Die für dieses Wochenende angesetzten Partien können stattfinden. Die verschärften Maßnahmen gelten ja erst ab Montag. „Wenn die Vereine jetzt am Wochenende spielen wollen, dann können sie das tun. Diese Spiele sind dann schon mal gespielt und würden auch erstmal gewertet werden.“ Wenn Vereine an diesem Wochenende nicht spielen wollen, dann sei das auch in Ordnung. Es gäbe dann keine Strafe für die Spielabsage.

Lutz Rethfeld betont: „Wir wollen die Saison nicht pauschal absagen. Und weiter: „Wahrscheinlich werden wir sie dann verschieben.“ Klar ist aber: „Wir werden versuchen Mannschaftsspiele zu ermöglichen. Ob das dann ab Dezember möglich ist, oder vielleicht auch erst im nächsten Jahr, dass werden wir dann abwarten müssen.“

Möglich wäre beispielsweise auch eine Übergangssaison, so ähnlich, wie es sie bereits im Sommer gegeben hat. Also eine Spielzeit, in der es Aufsteiger, aber keine Absteiger gibt.

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Mehrere Sportarten haben den Spielbetrieb bereits ausgesetzt, einzelne Städte haben den Sportbetrieb drastisch eingeschränkt.

Corona & Sport: Die aktuelle Lage im Überblick:

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