Fußball

Kicker aus Tczew stürmen die Südtribüne

Dass die jungen Fußballer aus Tczew (rot-weiße Trikots) auch gut kicken können, bewiesen sie beim

Dass die jungen Fußballer aus Tczew (rot-weiße Trikots) auch gut kicken können, bewiesen sie beim

Foto: Jürgen Theobald

Witten.   Nachwuchsteam aus der Partnerstadt zu Besuch beim FSV Witten. Abwechslungsreiches Programm führt die Polen zur Zeche Nachtigall und auf die Ruhr.

Wenn die jungen Fußballer von Gryf Tczew in einigen Jahren auf ihre Zeit in Witten zurückblicken, dann wird der Turniersieg, den die Polen am Sonntag im Wullenstadion errungen haben, gewiss nur noch eine Randnotiz sein. Denn auch wenn der Fußball während des Austauschbesuchs beim FSV Witten das verbindende Element war – während der sechs Tage an der Ruhr ging es für die Kicker aus der Wittener Partnerstadt um so viel mehr als um das runde Leder.

„Im Vordergrund steht der Austausch von jungen Leuten, von Kulturen und Ländern“, sagt Peter Avermann-Kaufmann. Der Jugendfußballtrainer vom FSV Witten organisiert gemeinsam mit Christel Schmitt seit 2013 den Austausch mit dem Fußballverein aus Tczew. Im vergangenen Sommer reiste er mit seiner Mannschaft – heute die U16 des FSV – nach Polen, wo die Wittener eine gute Zeit verlebten. Nun kamen die 14- und 15-Jährigen aus Wittens Partnerstadt zum Gegenbesuch. Sechs Tage lang wohnten sie gemeinsam mit der Wittener Gruppe im Freizeitheim Wartenberg. Für beide Seiten geriet die Begegnung zu einer intensiven Erfahrung.

Natürlich wurden die Organisatoren vom FSV der Fußballbegeisterung ihrer Gäste gerecht. Peter Avermann-Kaufmann ist längst erfahren genug um zu wissen, was für die jungen Talente zu einem Besuch im Ruhrgebiet unbedingt dazu gehört: eine Stadiontour im Signal Iduna Park in Dortmund. „Die wollen ins Stadion und auch nur in dieses. Die Südtribüne ist einfach ein Mythos. Da wollen alle hin.“ Und genau dort durften sie während der Tour auch stehen. Noch etwas imposanter war für die Jugendlichen der Einlauf durch den Spielertunnel auf den Rasen. Auch wenn die Ränge leer waren: Zu den Klängen der original Einlaufhymne des BVB geriet der eine oder andere Nachwuchsfußballer sicher ins Träumen.

Drachenboot und Zeche Nachtigall

Selbst Hand anlegen mussten die Jugendlichen beim Drachenbootrennen auf der Ruhr. Das war richtig gut“, befand Avermann-Kaufmann. Im Anschluss an die Rennen gab es ein gemeinsames Grillen. Ebenfalls sportlich ging es auf dem Harkortberg in Wetter zu, wo die Fußballer aus Tczew und Witten den Kletterpark besuchten. Zum Programm gehörten außerdem die Klassiker: Stadtralley, Besuch von Haus Witten, der Zeche Nachtigall mit dem Bethaus sowie des Rathauses und des Rathausturms.

Eine ganz besondere Atmosphäre herrschte bei der Gedenkfeier an der Gedenkstätte des Buchenwalder KZ-Außenlagers in Annen. Dort trafen die Fußballer aus Polen auf eine Pfadfindergruppe aus ihrer Heimatstadt – wovon sie selbst vorher nichts wussten. Entsprechend groß war die Freude, bekannte Gesichter zu treffen. „Das war ein bisschen berührend für alle“, so Avermann-Kaufmann.

Am Ende waren sich alle einig: dieser Austausch ist für alle ein Gewinn. „Das ist eine schöne Veranstaltung, die wir unbedingt wiederholen müssen“, resümierte Avermann-Kaufmann nach sechs spannenden Tagen.

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