IM GESPRÄCH

„Keine Abteilung kommt zu kurz“

Mit Oxana Fadeeva hat die DJK BW Annen eine frühere Europameisterin in ihren Reihen, die maßgeblich daran beteiligt war, dass die Tischtennis-Damen jetzt den Sprung in die 3. Bundesliga geschafft haben.

Mit Oxana Fadeeva hat die DJK BW Annen eine frühere Europameisterin in ihren Reihen, die maßgeblich daran beteiligt war, dass die Tischtennis-Damen jetzt den Sprung in die 3. Bundesliga geschafft haben.

Foto: Thomas Nitsche

Witten.   Der Erfolg der Tischtennis-Damen von BW Annen rief intern auch Kritiker auf den Plan. Die Vorsitzende Susanne Fuchs will keine Neiddebatte.

An Langeweile krankt ein solch exponiertes Amt gewiss nicht - dass kann Susanne Fuchs, Vorsitzende des Mehrspartenvereins DJK Blau-Weiß Annen, allemal bestätigen. Seit vier Jahren hat sie diese Position nun inne, und ab und an muss sie auch schon mal die eine oder andere Woge intern glätten. Im vorigen Jahr war das in Bezug auf die Handball-Abteilung bei der kurzen Diskussion um deren etwaige Auflösung so, jetzt stand nicht zum ersten Mal die Tischtennis-Abteilung im Mittelpunkt.

Dass es bei der nämlich sportlich in den letzten Jahren - vor allem im weiblichen Sektor - so steil bergauf geht, ist offenbar dem einen oder anderen Vertreter anderer Abteilungen ein Dorn im Auge. Da war dann schnell die Rede von angeblich horrenden Summen, mit denen man bei den Tischtennis-Spielern hantiere. „Das ist eine Neiddebatte, die ich überhaupt nicht führen möchte. Keine Abteilung kommt bei uns zu kurz“, erklärt Susanne Fuchs. Fakt ist: Die Tischtennis-Damen der DJK sind gerade erst Titelträgerinnen in der Regionalliga geworden, schlagen ab der Saison 2019/20 in der 3. Bundesliga auf. Dass dort nicht mit Centbeträgen hantiert wird, zumal in Annen u. a. zwei Ex-Europameisterinnen bzw. eine ehemalige Olympiateilnehmerin aktiv sind, versteht sich von selbst. „Die Abteilung verfügt aber durchaus über eigene Sponsoren, deckt damit selbst ihre Kosten“, so Fuchs.

„Verschließe mich dem Leistungssport nicht“

„Das Thema hat auch eine idealistische Komponente. Wir müssen uns als Verein fragen: Wollen wir Leistungssport auf diesem Niveau? Ich werde mich dem nicht verschließen. Leistungssport ist die Konsequenz einer Wettkampfsportart. Sofern wir das alles finanziell darstellen können, werden wir uns dem nicht entgegenstellen. Da ist es mir aber auch völlig egal, um welche Abteilung es sich dreht“, ergänzt die 49-Jährige. Einnahmen und Ausgaben müssen ausgewogen sein - und das sei nun mal der Fall. Dennoch habe die Vorsitzende unlängst darauf gedrungen, dass die Tischtennis-Abteilung erstmals seit vielen Jahren wieder eine Jahreshauptversammlung durchführte, um Positionen klar zu besetzen.

Geschäftsführer Paulo Rabaca, der viel bewegt bei den Blau-Weißen, wurde wiedergewählt, hat nun ein neues Team um sich herum, inklusive Kassiererin. Nur so könne man ein Optimum an Transparenz schaffen - auch nach außen hin. „Es wäre ja Diskriminierung, wenn wir uns gegen hochkarätige Sportler stellen würden - ganz gleich, aus welchem Teil der Welt sie stammen“, macht Fuchs deutlich.

Bildungsquartier mit Hallenbau ein großes Projekt

Sie würde sich wünschen, dass es aus den Reihen der insgesamt sieben Abteilungen (rund 1300 Mitglieder hat BW Annen) konstruktive Vorschläge bzw. Anträge gäbe. „Zum Beispiel, dass die Übungsleiter-Pauschalen auf Mindestlohn-Niveau angehoben werden. Da stünde ich voll dahinter.“ Auch die Förderung des Reha-Sports sei ein Projekt, dass die Annener in naher Zukunft weiter umtreiben werde - ähnlich wie fraglos die Umsetzung des Bildungsquartiers im zweitgrößten Stadtteil Wittens. Spätestens 2023, so auch der Wunsch von Susanne Fuchs, solle dann eine neue Sporthalle die Heimat der Blau-Weißen werden, in der auch das Thema Integration vorangetrieben werden könne. „Damit haben wir das Ehrenamt neu mobilisiert“, sagt Susanne Fuchs nicht ohne Stolz.

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