JUDO

JSV Speyer lässt SU Witten-Annen keine Chance

Zwei Punkte eingefahren: Die Niederländerin Geke van den Berg (re.) gewann ihre beiden Duelle in der 63-kg-Klasse gegen Vanessa Müller und Rebecca Bräuninger.

Foto: Funke Foto Services

Zwei Punkte eingefahren: Die Niederländerin Geke van den Berg (re.) gewann ihre beiden Duelle in der 63-kg-Klasse gegen Vanessa Müller und Rebecca Bräuninger. Foto: Funke Foto Services

Bottrop.   Über das Viertelfinale kommen die Judo-Damen der SU Annen nicht hinaus. Beim 3:11 gegen JSV Speyer beeindruckt eine Niederländerin.

Einmal mehr war das Viertelfinale Endstation für die Bundesliga-Damen der Sport-Union Annen. Beim Finalturnier in der Bottroper Dieter-Renz-Sporthalle zogen die Wittenerinnen im Play-Off erwartungsgemäß gegen Favorit JSV Speyer mit 3:11 den Kürzeren. Deutscher Meister wurde indes zum ersten Mal überhaupt die TSG Backnang, die im packenden Finale gegen den JC Wiesbaden (7:7) vor rund 600 Zuschauern nur aufgrund der besseren Unterbewertung mit 67:58 die Oberhand behielt.

3:11SUA - JSV Speyer

„Was will man machen, wenn man mit einem so reduzierten Aufgebot antreten muss?“ SUA-Coach Daniel Schorlemmer hätte beim entscheidenden Wettkampf natürlich gerne seine besten Akteurinnen dabei gehabt. Aus verschiedensten Gründen (wir berichteten) mussten die aber passen, so dass sich Annen nur mit einer Rumpftruppe vom Golden-League-Gewinner von 2016 stellen konnte. „Wir müssen sehen, wie wir das im kommenden Jahr regeln“, hofft der 29-Jährige, dass er zukünftig zumindest nicht mehr in die Verlegenheit kommt, einzelne Gewichtsklassen überhaupt nicht besetzen zu können. Am Samstag in Bottrop stand keine 48-kg-Kämpferin zur Verfügung - zwei Zähler waren damit ohnehin schon mal futsch. Auch das Schwergewicht war unterbesetzt, so dass man innerhalb des Kader Umstellungen vornehmen musste, die gegen ein auch international bewährtes Team kaum fruchten können. „Wir werden uns jetzt nach der Saison die Zeit nehmen, das alles in Ruhe zu analysieren. Dann sehen wir, was für 2018 machbar ist“, hat Daniel Schorlemmer den Wunschtraum, eine Medaille zu gewinnen, längst nicht zu den Akten gelegt.

Nach der ersten Runde gegen den JSV Speyer, der mit großem Kader angereist war, lagen die Wittenerinnen mit 2:5 hinten. Für die Punkte sorgten dabei die ins 57-kg-Limit aufgerückte Nieke Nordmeyer, die sich gegen Catrin Schopper mit Waza-ari-Vorteil durchsetzten, sowie die starke Niederländerin Geke van den Berg (63 kg), die ihr Duell mit Rebecca Bräuninger vorzeitig für sich entschied. „Früher im Juniorenbereich habe ich immer gegen sie verloren, sie war quasi meine Angstgegnerin. Umso mehr freue ich mich, dass es jetzt geklappt hat“, frohlockte die 22-Jährige. Einen ganz schweren Stand hatte ihre Landsfrau Esther Stam, die in der Zwischenzeit ihre internationale Karriere beendet hat, und am Samstag in Ex-Europameisterin Kim Polling die wohl härteste Nuss zu knacken hatte. „Das war ein guter Kampf von Esther, am Ende hat die etwas bessere Physis den Ausschlag gegeben“, so Schorlemmer.

Im zweiten Durchgang war die Entscheidung dann schnell gefallen, weil Annen wieder den 48-kg-Punkt herschenkte und auch Jessica Zaib (+78 kg) gegen DM-Gewinnerin Jasmin Külbs gar nicht erst antrat. Nach dem Sieg für Speyers Maike Ziech gegen Lena Konsolke (-78 kg) lagen die Pfälzerinnen mit 8:2 vorn, standen bereits als Halbfinalistinnen fest. Für den dritten SUA-Zähler sorgte am Ende wieder Geke van den Berg, die auch Vanessa Müller bezwang. Nah dran an einer Überraschung gegen Kim Polling war Ester Stamm, verlor aber dann auch das zweite Duell. „Keine unserer Kämpferinnen hat sich hier unter Wert verkauft. Speyer konnte aus dem Vollen schöpfen, das war der große Vorteil“, so Schorlemmer.

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