JUDO

In NRW wird’s langsam eng

Weiterhin Aktiver und Trainer der Annener Judoka in einer Person: Stefan Oldenburg (links, hier gegen Hamburgs Dominic Ressel) sieht sein Team in der Bundesliga-Saison 2018 nicht unter großem Druck.

Weiterhin Aktiver und Trainer der Annener Judoka in einer Person: Stefan Oldenburg (links, hier gegen Hamburgs Dominic Ressel) sieht sein Team in der Bundesliga-Saison 2018 nicht unter großem Druck.

Foto: Biene Hagel

Witten.   Fünf der neun Judo-Bundesligisten in der Nordgruppe kommen aus Nordrhein-Westfalen. SU Annen setzt weiterhin verstärkt auf eigene Talente.

Nach dem nächsten Schritt der Strukturreform in der Judo-Bundesliga wird es in der Saison 2018 für die Männer der Sport-Union Annen wohl noch einen Tick schwerer, das Endrunden-Turnier zu erreichen. Fortan gehören je neun Teams zur Nord- und zur Süd-Staffel in Liga eins - und nur die beiden jeweils Besten qualifizieren sich für die Finalrunde.

Dass die Wittener dennoch alles daran setzen werden, einen dieser beiden Plätze zu belegen, das steht wohl außer Frage. Nur hat die Mannschaft, die weiterhin vom bewährten Trainerduo Stefan Oldenburg/Marcel Haupt gecoacht wird, nicht ganz die Möglichkeiten wie die größten Rivalen. „Unsere finanziellen Mittel sind nun mal begrenzt - andernfalls hätte unser Verein sich ja auch kaum dazu entschlossen, das Frauen-Team aus der Bundesliga zurückzuziehen“, sagt Oldenburg (29). „Die Preise haben sich in den vergangenen Jahren extrem entwickelt“, weist der langjährige Bundesliga-Kämpfer, der voraussichtlich seine letzte Saison als Aktiver im Oberhaus bestreiten wird, auf das größte Problem hin.

Könnten die Annener ihren Kämpfern ähnliche Summen bieten wie beispielsweise Titelverteidiger Hamburger JT, dann hätte man den Weggang des Deutschen Meisters in der 60-Kilo-Klasse, Moritz Plafky, wohl verhindern können. „Darüber hinaus ist der Markt für uns hier in Nordrhein-Westfalen ziemlich abgegrast“, sagt Oldenburg. Verständlich, denn ab der neuen Saison in Liga eins tummeln sich gleich fünf Mannschaften aus NRW in der Nord-Gruppe. Neben Annen und dem JC 66 Bottrop kommen nun auch noch Bayer 04 Leverkusen, der TSV Hertha Walheim und der 1. Godesberger JC hinzu, die sich ebenfalls um gute Judoka aus ihrem Umfeld bemühen.

„Durch die zusätzlichen Mannschaften wird uns der ganz große Druck aber genommen“, sagt der Annener Trainer. Erreicht die SUA nicht Rang eins oder zwei - niemand würde den sportlich Verantwortlichen am Kälberweg dafür den Kopf abreißen. „Unser Konzept ist nun mal ein anderes. Wir wollen weiterhin den jungen Leuten aus unserem eigenen Club die Möglichkeit geben, sich in der ersten Liga zu bewähren, dort hineinzuschnuppern.“ Eigengewächse wie Jens Malewany, Alessio Murrone oder Schwergewichtler Jonas Schreiber sind fest im SUA-Team eingeplant, das bislang mit Frederik Schreiber, Martin Garic und dem Niederländer Simeon Catharina auf drei Neuzugänge zurückgreifen kann.

Zum Saisonauftakt geht’s für die Annener am 7. April nach Niedersachsen zum Team Judo in Holle. „Das ist natürlich gleich mal ein Brett“, hat Oldenburg Respekt vor diesem Gegner. Weitere Auswärtskämpfe gibt’s in Potsdam, Bottrop und Hamburg, viermal hat die Sport-Union am Kälberweg Heimrecht.

Eine Neuerung wird es auch für die zweite Mannschaft der Wittener geben, die in der neu geschaffenen NRW-Liga (ab 22. April) an den Start gehen wird. Die bisherige Regionalliga wurde abgeschafft. „Wir hätten sogar in die 2. Liga aufsteigen können, da hätten sich die Kampftage aber überschnitten mit der Bundesliga“, so Oldenburg. Die Frauen der SU Annen sind derweil nach dem Rückzug aus dem Oberhaus in der Regionalliga am Start. Mit Sarah Mäkelburg hat sich eine der besten Wittener Kämpferinnen dem Meister TSG Backnang angeschlossen.

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