Fußball

Im Tor ist die Technik wichtiger als die Kraft

In seiner Torwartschule will Sascha Brandt junge Talente individuell fördern.

In seiner Torwartschule will Sascha Brandt junge Talente individuell fördern.

Foto: Funke Foto Services

Witten.   Sascha Brandt betreibt seit Jahren eine erfolgreiche Torwartschule, in der er junge Talente ausbildet und fördert. Der Wittener hat ein Angebot aus der Bundesliga vorliegen.

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Sascha Brandt ist kein Typ, der in Nostalgie verfällt, doch als er in seine „alte Heimat“, das Wullenstadion, zurückkehrt, muss er an seine Anfänge als Torwart denken. „Hier hat alles angefangen. Hier hat alles geendet.“ Heute betreibt der 40-jährige Wittener eine Torwartschule. Mit seinem Motto „Technik schlägt Kraft“ will er junge Talente auf eine Karriere im Profifußball vorbereiten. Aber auch abseits des Platzes ist der ehemalige Spieler engagiert.

Über seine aktive Zeit redet Sascha Brandt nicht gerne, „nichts besonderes“, wie er sagt. Jahrelang hütete Brandt, der Jean-Marie Pfaff als sein Vorbild nennt, das Tor des FSV Witten und machte sich damit in Witten einen Namen. Seit dem Ende seiner aktiven Karriere befasst er sich intensiv mit der Entwicklung junger Keeper. „Ich hatte früher nie das richtige Training, um mich optimal weiterentwickeln zu können. Dass wollte ich den nachfolgenden Generationen aber bieten“, so Brandt. An drei Standorten (Witten, Dortmund, Voerde) formt er junge hungrige Talente, die auch die Aufmerksamkeit „großer Vereine“ auf sich ziehen.

Viele seiner Schützlinge haben es zum MSV Duisburg, dem FC Schalke 04 oder zu Borussia Dortmund geschafft. Außerdem hat er auch Nachwuchs Fußballerinnen unter seinen Fittichen, die es in die zweite Frauen-Bundesliga zieht. „Ich arbeite alleine und bin für jeden da. Für mich ist es wichtig, dass die Jungs und Mädchen Vertrauen in mich, und meine Methoden haben“, erklärte der Wittener.

Technische Ausbildung im Fokus

Dabei legt er vor allem Wert auf eine gute technische Ausbildung seiner Schützlinge. Sein Motto dabei: Technik schlägt Kraft. Auch die Größe, sowie die technische Raffinesse spielen für den „perfekten“ Torwart eine gewichtige Rolle. „Ich möchte meine Keeper vorausschauend entwickeln. So muss man bedenken, dass ein Torwart, der heute ausgebildet wird, in zehn Jahren vielleicht ein anderes Wissen vermittelt bekommt“, beschreibt Brandt die Situation.

Nicht nur im fußballerischen Bereich ist Sascha Brandt tätig, auch im Sozialen hilft er, wo er nur kann. So ist er einer der großen Unterstützer der Aktion „Alessio will leben“. „Der Junge leidet an einem Gendefekt. Ich wurde angesprochen und habe sofort meine Unterstützung zugesagt. Es ist für mich eine Herzensangelegenheit. Wir sammeln Trikots von Profis und versteigern diese“, erklärt Brandt. Prominente Unterstützer sind Tim Wiese, Timo Achenbach, Manuel Riemann und Kim Falkenberg. „Auch Handschuhe von Robert Enke wurden gestiftet“, so Brandt.

Die Profi-Lizenz ist das Ziel

Für seine Zukunft hat er klare Vorstellungen. Im September will er die Trainerlizenz machen – als Vorbereitung auf die Profi-Lizenz. Zeitgleich hat er zwei Anfragen aus den USA und dem Iran. „Für mich kam die Anfrage aus dem Iran nicht in Frage. Doch mit Amerika stehe ich im ständigen Kontakt. Ich habe sogar ein Konzept für den Verein aus Las Vegas geschrieben“, erzählt Brandt. Ein ganz wichtiger Faktor bei jeder seiner Entscheidungen ist aber seine Frau Andrea: „Wir treffen alle Zukunftsentscheidungen zusammen. Sie ist mein Ruhepol und meine Beraterin. Ein Großteil meines Erfolges ist mit ihr verbunden.“ Neu dazu kam zudem eine Anfrage eines Bundesligisten, die für den Übungsleiter äußerst interessant ist. „Da ist aber noch nichts spruchreif. Wir werden sehen, was die Zukunft bringt“, erklärt Sascha Brandt.

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