JUGENDFUSSBALL

Hymnen-Klänge im Wullenstadion

Die D-Junioren des FC Wetter hatten vorab Brasilien als Nationalteam erwischt und gestalteten entsprechend ihr Plakat für die Mini-WM im Wullenstadion.

Die D-Junioren des FC Wetter hatten vorab Brasilien als Nationalteam erwischt und gestalteten entsprechend ihr Plakat für die Mini-WM im Wullenstadion.

Foto: Bernd Böhmer

Witten.   Gastgeber FSV Witten lud zum zweiten Mal zum „Fest der Kulturen“. Wuppertaler Nachwuchs dominiert im Endspiel.

Für einen jeden Fußballer ist es eine Ehre, zur Nationalhymne in ein Stadion einzulaufen. Für die D-Jugend-Mannschaften, die bei der zweiten Auflage der Mini-WM des FSV Witten 07/32 aufliefen, wurde dieser Traum schon früh Realität. Die meisten Nationalhymnen kannten die jungen Fußballer vorher nicht. Ganz unbedarft gingen die Vereine zwischen Lünen und Wuppertal aber nicht ins zweitägige Turnier im Wullenstadion.

Vereinsmitglieder vom FSV hatten im Vorfeld jeder Mannschaft ein Banner überreicht. Jugendtrainer Sascha Gerland berichtete, dass die Banner-Bemalung eine Chance war, mit den Kindern über den Horizont hinauszugucken. Das Plakat mit Käse, Schokolade und Kuhglocken zeigen seine Spieler stolz, als sie zur Hymne der Schweiz einlaufen.

Kämpferische „Wittinger“

Dann drehte sich der Ball. Im ersten Spiel traf quasi Brasilien auf Island. Wie die Kämpfer aus Reykjavik sich später am Samstag bei ihrem ersten WM-Spiel ein 1:1 erarbeiteten, holten sich am Samstagmorgen schon die „Wittinger“ vom FSV gegen „weiße Brasilianer“ vom Nachbarclub FC Wetter ein 1:1. Allerdings sind es die anderen beiden Wittener Mannschaften, die sich fürs Viertelfinale qualifizieren. Die D1-Mannschaft, die sich als Schweizer ein wenig als Titelverteidiger fühlen konnten, da vier Jahre zuvor der TuS Hiltrup mit der Schweiz „Mini-Weltmeister“ geworden war, siegte mit dem omnipräsenten Raphael Ramos Faff mit 4:0 gegen Nigeria. Auch das zweite FSV-Team zieht als Japan in die K.O.-Runde ein.

Und was macht Deutschland? Im zweiten Gruppenspiel kommt es für den Traditionsverein ETB Schwarz-Weiß Essen, der in blauen Trikots für Deutschland auftritt, zum Duell gegen Russland. Die Russen von der ESG Essen haben sich ihre „Gastgeberpflicht“ zu Herzen genommen. Eigens für das Turnier haben sie weiße T-Shirts mit russischer Flagge bedruckt. Trainer Marcus Regenhardt sagt: „Zu Russland hatten meine Kinder gar keinen Bezug. Nachher sind uns dann Matrjoschkas eingefallen, die Holzpuppen in der Holzpuppe. Die haben wird auf das Banner gemalt.“ Sie pressen die Deutschen tief in die eigene Hälfte, so dass die Zuschauer ins Zittern kommen. Doch im Tor hat SWE einen neuen Neuer stehen, der in höchster Not immer spielerische Lösungen findet. Das leistungsgerechte 0:0 reicht am Ende beiden Essener Vereinen zur Finalrunde.

Für die D1-Mannschaft vom FSV kommt es im Viertelfinale zum pikanten Duell mit der Deutschland-Auswahl. Die Schweizer aus Witten sind hochmotiviert und gehen mit 1:0 in Führung. Doch Schwarz-Weiß Essen erhöht das Tempo und gleicht aus. Aufopferungsvoll verteidigen die Wittener das Unentschieden. Doch im Neunmeterschießen fehlt das Glück – und der deutsche Torwart ist auch ein Elfmeterkiller. Als die Essener ihren dritten Elfmeter verschießen, keimt für die Schweizer kurz Hoffnung auf. Doch der Neunmeter landet am Pfosten. Der Trost für die traurigen Wittener Eidgenossen: Deutschland steht im Halbfinale.

WM-Pokal geht nach Frankreich

Nach dem Halbfinale ist die Mini-Weltmeisterschaft schon entschieden. Denn die beiden favorisierten Mannschaften vom Wuppertaler SV setzen sich in umkämpften Partien durch. Im Finale heißt es dann Frankreich gegen Kolumbien, die Franzosen siegen mit 2:1 – aber nach dem Turnier fusioniert die vorab „halbierte“ WSV-Mannschaft wieder zu einer. Gemeinsam freut man sich über den WM-Pokal. Anders als das „große“ Original darf die Nachbildung des Pokals in Wuppertal bleiben. Organisatorin Christel Schmitt hat auch eine Botschaft zur Nachahmung für die WM: „Nicht die Verbissenheit soll im Vordergrund stehen, sondern wir wollten ein Fest der Kulturen mit gemeinsamen, schönen Erinnerungen.“ Die Erinnerung soll künftig an der Mittellinie vom Wullenstadion hängen: Mit in Farbe getunkten Schwammbällen bewarfen die Kinder am zweiten Tag eine Leinwand, so dass in all dem Bunten ein Fußballer zum Vorschein tritt.

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