Ringen

Herz vom KSV schlägt in der Ostermannhalle

Pfingstmontag 1994: Symbolische Übergabe des Schlüssels von Rolf Ostermann und Klaus Lohmann an Detlev Englich (v.re.) und die KSV-Trainer Rainer Herbertz, Andreas Ehnert, Selim Sari und Detlef Schmengler.

Pfingstmontag 1994: Symbolische Übergabe des Schlüssels von Rolf Ostermann und Klaus Lohmann an Detlev Englich (v.re.) und die KSV-Trainer Rainer Herbertz, Andreas Ehnert, Selim Sari und Detlef Schmengler.

Foto: KSV Witten

Vor 25 Jahren eröffnete der KSV seine neue Heimat an der Mannesmannstraße. Noch immer besticht das Trainingszentrum mit moderner Ausstattung.


Am Pfingstmontag hat eines der renommiertesten Sportzentren der Stadt und des Landes Geburtstag gefeiert: das Ringerzentrum Ostermann-Halle wurde genau 25 Jahre alt. In einem Vierteljahrhundert wurde dort viel Schweiß vergossen, wurden unzählige Meisterschaften und Medaillen auf nationalem und internationalem Ringer-Parkett erarbeitet und vorbereitet.

Den Anstoß für die Errichtung der Halle ging von Rolf Ostermann, Chef des gleichnamigen Wittener Einrichtungshauses, aus. Bis Anfang der 90er-Jahre hatte das Unternehmen an der Annenstraße unter anderem eine Verkaufshalle für Gartenmöbel betrieben. Es war eine Leichtbauhalle, die dort ab- und an anderer Stelle wiederaufgebaut werden konnte. Diese bot das Haus Ostermann dem KSV an – als zukünftiges Trainingsquartier an anderer Stelle. Die Stadt signalisierte Unterstützung, später auch das Land NRW und der Bund. So wurde die Planung vorangetrieben – vom KSV Witten 07 als Bauherr.

Aufbau ist ein Mammutprojekt

Der hatte ein Mammut-Projekt zu stemmen, denn neben den Zuschüssen von Bund, Land und Stadt hatte der Verein auch neben einer Menge „Muskelhypothek“ einen gehörigen finanziellen Eigenanteil einzubringen. Die Vorbereitung der von der Stadt zur Verfügung gestellten Fläche zwischen Mannesmann- und Dortmunder Straße, der Abbau der Halle an der Annenstraße und der Wiederaufbau an neuer Stelle begannen im Jahr 1993. Ein Projekt, das viele Unwägbarkeiten mit sich brachte. So stellte sich etwa heraus, dass das Stahlgerüst an der Annenstraße einen Meter tief im Boden verbaut war und so die eine oder andere Option eröffnete. Auch, dass der Untergrund auf dem Mannesmanngelände unverfüllte Hohlräume enthielt, die zu verfüllen waren.

Die Planungen wurden angepasst: statt der eingeschossigen Trainingshalle konnte eine mit zusätzlichen Funktionsräumen im Obergeschoss gebaut werden – auf die Bodenplatte an der Mannesmannstraße wurde ein Sockel gesetzt, darauf dann die Stahlhallenkonstruktion gesetzt und so ein weiteres Geschoss gewonnen. Am 10. Juni 1994 war es dann soweit. Mit einer gebührenden Feier wurde die „Ostermann-Halle“ eingeweiht – und viel Prominenz hatte sich eingefunden. Rolf Ostermann, von dem die Idee für das Projekt ausging, enthüllte die Tafel „Ostermann-Halle“ und übergab den Schlüssel symbolisch an die Nutzer.

Das waren der KSV Witten 07, der Ringerverband NRW und der Deutsche Ringer-Bund. Das Trainingszentrum diente nämlich neben dem Vereinstraining des KSV auch der Kaderschulung der Verbände. Und es war – und ist es immer noch – hochmodern und funktional. Rund 500 Quadratmeter Mattenfläche, ein gut ausgestatteter Raum für Krafttraining, ein Video-Auswertungsraum, ein Büro mit Besprechungsecke, ein Appartement für Sportler-Übernachtungen, Lagerflächen und eine Hausmeisterwohnung befinden sich in der Anlage. Als Hausmeisterin war von Anfang an eine Frau dabei, die inzwischen zur Institution im Verein geworden ist: Jutta Holick, bis zu dessen Tode von Ehemann Gerald unterstützt, war und ist verantwortlich für Ordnung und Sauberkeit in der Halle.

Im Jahr 2001 wurde die Situation rund um die Ostermann-Halle dramatisch. Neben Zins und Tilgung für die Finanzierung waren die Unterhaltungskosten für den KSV unerwartet angestiegen – der KSV stand angesichts dieser Entwicklung am Scheideweg. Nach starkem politischen Engagement des Vereins stimmte der Rat der Stadt mit knapper Mehrheit für die – vertragsmäßig eigentlich vorgesehene – Übernahme der Halle durch die Stadt.

Schulen und Kaderathleten kommen in die Halle

Auch danach war es nicht einfach für den Verein, denn die Belastung durch die Finanzierung musste gleichwohl selbst gestemmt werden. Doch das Überleben war damit zumindest gesichert. Heute, nach 25 Jahren, kann ein Fazit gezogen werden: In der Ostermann-Halle schlägt das Herz des KSV. Sie wurde und wird intensiv genutzt. Am meisten von Kindern und Jugendlichen. Aber auch von den umliegenden Schulen, anderen öffentlichen Nutzern und natürlich den gestandenen Athletinnen und Athleten des KSV und des Ringerverbandes NRW. Das Vereinsleben spielt sich dort ab und der Verein sorgt weiterhin für die Halle, als wäre sie die eigene. Viel wurde in der Zwischenzeit immer wieder investiert, zeitnah müssen nun die 25 Jahre alten Mattenteile ersetzt werden.

Natürlich soll das Jubiläum auch angemessen gefeiert werden. Als Termin ist der Heimkampf-Auftakt von der zweiten und dritten Mannschaft am 7. September angedacht.

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