JUDO

Heftiger Streit um Bundesliga-Endrunde der Judoka

Andreas Altergott, re., und die SU Annen sind bereits für die Finalrunde im Judo qualifiziert. Am 19. Oktober wird der Deutsche Meister ermittelt.

Andreas Altergott, re., und die SU Annen sind bereits für die Finalrunde im Judo qualifiziert. Am 19. Oktober wird der Deutsche Meister ermittelt.

Foto: Bastian Haumann / FUNKE Foto Services

Witten.  TSV Abensberg wollte Judo-Finalrunde ausrichten. Jetzt aber gibt es Unstimmigkeiten wegen des Termins und ein anderer Ausrichter muss her.

Beim deutschen Judo-Rekordmeister ist man derzeit nicht gut zu sprechen auf den nationalen Verband. Vor einigen Tagen hatte der TSV Abensberg schon verlauten lassen, das Endrunden-Turnier der Bundesliga am 16. November auszurichten, jetzt teilte der Deutsche Judobund (DJB) mit: Termin sei der 19. Oktober, einen Ausrichter werde man bald bekanntgeben.

„Offenbar hat es seitens des TSV Abensberg ein Missverständnis gegeben“, so die Bundesliga-Referentin Pamela Bickendorf (München). Der DJB habe nie eine offizielle Verlegung bzw. Verschiebung der ursprünglichen Termins im Oktober vorgenommen. Man habe von den Bayern, die sich schon im Mai um die Ausrichtung des Finalturniers der vier besten deutschen Herren-Teams beworben hatte, lediglich wissen wollen, ob für sie auch eine Ausrichtung am 16. November machbar gewesen wäre. „Diese Verlegung hätte aber keinen Sinn gemacht“, so Bickendorf. So wurde die Idee schnell verworfen, „da hing auch die Europäische Judo-Union mit drin“, ergänzte die Funktionärin.

TSV Abensberg hatte sich schon auf 16. November eingestellt

Beim TSV Abensberg hatte man die Situation ganz anders bewertet. „Ende Juli bekamen wir die Nachricht, dass die Endrunde auf den 16. November verschoben werden sollte“, so Abteilungsleiter Martin Oberndorfer. Der Verein habe schon Flüge seiner Sportler umgebucht, Hotelreservierungen storniert bzw. neu arrangiert. Dann aber sei vom DJB die Zusage an Abensberg erfolgt - jedoch für eine Endrunde am 19. Oktober. „Wie stellt man sich das vor? Dann sind doch einige unserer Sportler überhaupt nicht verfügbar - u. a. wegen der Militär-WM“, so Oberndorfer aufgebracht. Konsequenz: Der TSV Abensberg zog seine Bewerbung zurück.

Bundesligareferentin Bickendorf teilte mit, dass es durchaus einen oder mehrere andere Bewerber gebe - „über die Vergabe des Finales wird schnellstmöglich entscheiden.“ Dabei ist auch unerheblich, ob sich der entsprechende Club überhaupt für die Endrunde qualifiziert. „Uns geht es in erster Linie um die Ausrichtung. Die Bundesliga ist das Aushängeschild auf nationaler Ebene, und da wollen wir ein qualitativ hochwertiges Produkt anbieten. Inzwischen gibt es bei uns ein offizielles Verfahren zur Ausschreibung dieser Veranstaltung“, so Pamela Bickendorf, die auch auf die zuletzt vermehrte mediale Präsenz der Endrunde in der Bundesliga hinwies. „Ein solches Event traut sich auch nicht jeder Verein zu.“

Die Sport-Union Annen, als Nordmeister bislang als einziges deutsches Team vorzeitig qualifiziert, hat indes bereits abgewunken, steht nicht als Endrunden-Gastgeber zur Verfügung. „Dazu haben wir gar nicht die Möglichkeiten“, teilte Geschäftsführer Matthias Kiehm mit.

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