Jugendfußball

„Härtefall“ überschattet die gute Bilanz beim FSV Witten

Konstantinos Siatiris war Teil der B-Jugend des FSV Witten. Die kann mit dem Abbruch durch das Coronavirus gut leben.

Konstantinos Siatiris war Teil der B-Jugend des FSV Witten. Die kann mit dem Abbruch durch das Coronavirus gut leben.

Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services

Witten.  A-Junioren schauen in die Röhre. Dafür wird die U14 unangefochten Meister in der Kreisliga B. Bezirksliga-Teams können mit Abbruch gut leben

Es ist wuselig, es ist laut und der Ball rollt. Rund um das Wullenstadion weht ein Hauch von Normalität. Die jungen Nachwuchstalente vom FSV Witten 07/32 haben seit einiger Zeit das runde Spielgerät wieder am Fuß.

Mittlerweile läuft der Trainingsbetrieb auf dem Kunstrasenplatz an der Westfalenstraße beinahe so wie vor der Corona-Unterbrechung, wenngleich auch Wittens größte Juniorenfußballabteilung nicht um einige Maßnahmen und Einschränkungen herumkommt.

Trotzdem: Die Vorbereitung auf die neue Spielzeit hat begonnen. Anfang September soll es wieder losgehen.

Früher Re-Start beim FSV Witten

Als die Landesregierung die ersten Lockerungen für den Sport bekanntgab, da fackelten sie beim FSV Witten nicht lange. Als einer der ersten Vereine in der Ruhrstadt erstellten die Macher von der Westfalenstraße ein Hygienekonzept und nahmen Mitte Mai den Trainingsbetrieb wieder auf.

„Der Druck war da von den Kindern und den Eltern. Nach so langer Zeit haben sich alle gefreut, wieder auf dem Platz stehen zu dürfen“, sagt Johannes Gabriel, Sportlicher Leiter der FSV-Jugend.

Körperkontakt war damals noch verboten. Seit wenigen Wochen dürfen allerdings bis zu 30 Spieler mit Körperkontakt Freiluftsport betreiben. Die Ampel für normales Fußballtraining steht seitdem auf Grün.

Vorsicht und Spielfreude

Anders als in den vergangenen Jahren pausiert der Trainingsbetrieb in diesen Sommerferien nicht. Viele Familien haben ihren Urlaub abgesagt und überhaupt: Auf eine neuerliche Pause hat niemand so wirklich Lust. „Die Spieler sind froh, wenn sie wenigstens trainieren können“, sagt Gabriel.

Allerdings ist der Trainingsplan aktuell noch entzerrt, damit sich die einzelnen Trainingsgruppen nicht vermischen. Bei aller Freude aufs Kicken steht über allem nach wie vor das Gebot der Vorsicht.

A-Jugend beißt in den sauren Apfel

Den Abbruch der vergangenen Spielzeit hat der FSV sportlich gut verkraftet. Mit einer Ausnahme, die Gabriel in seiner Funktion als Trainer der A-Junioren selbst betrifft. Denn der älteste Jahrgang der Wittener lag durchaus gut in Position für den Aufstieg in die Bezirksliga. Zum Zeitpunkt des Abbruchs jedoch sprach die Quotientenregel gegen den FSV.

„Wir hätten es gerne sportlich zu Ende gebracht. Ich bin überzeugt, dass wir gute Chancen gehabt hätten“, resümiert Gabriel. „Aber wir müssen uns damit abfinden, dass es Härtefälle gibt und wir einer davon sind.“

Die B-Junioren des FSV indes konnten mit dem Abbruch gut leben, denn das Team von Trainer Kaniwar Shikho drohte der Abstiegskampf. Die C-Junioren um Coach Julian Hohmann schlossen die Spielzeit in der Bezirksliga auf einem guten vierten Platz ab. Der Jungjahrgang in der C2-Jugend, trainiert von Sinan Sari und Peter Avermann-Kaufmann, bejubelte die Meisterschaft in der Kreisliga B – mit der makellosen Bilanz von 13 Siegen in 13 Spielen.

C-Jugend soll in der Bezirksliga angreifen

„Unterm Strich können wir eine positive Bilanz ziehen“, sagt Gabriel, der voller Vorfreude auf die nächste Spielzeit blickt. Insbesondere die A-Junioren, die dann von Shikho trainiert werden, sollen einen neuen Anlauf in Richtung Bezirksliga nehmen. Die Chancen stehen nicht schlecht, bleibt die Mannschaft doch mit Ausnahme einiger weniger Spieler, die in den Seniorenbereich wechseln, zusammen.

„Zudem freuen wir uns auf unsere ehemalige C2, die zusammengeblieben ist und nun in der Bezirksliga eine gute Rolle spielen kann“, meint Gabriel. Coach Sinan Sari bekommt dabei Verstärkung von Roman Jakobs, der vom Kirchhörder SC zum FSV Witten wechselt. Gabriel selbst wird die U17 in der Bezirksliga betreuen.

„Wir arbeiten mit großem Herzblut“

Die Jugendabteilung des FSV Witten ist gut aufgestellt. Bleibt die Frage: Tut es nicht weh, dass der Großteil der Spieler den Verein nach dem Wechsel in den Seniorenbereich verlässt? Immerhin spielt die erste Herrenmannschaft des Klubs mittlerweile in der Kreisliga C – tiefer geht es nicht.

„Wir arbeiten hier mit großem Herzblut, und zwar in erster Linie im Sinne der Kinder“, sagt Johannes Gabriel. Bedeutet: Oberstes Ziel ist die bestmögliche Ausbildung der Spieler. Zwar gebe es auch immer wieder Gedankenspiele, die Senioren mit Hilfe der eigenen Jugendspieler perspektivisch zu verstärken.

„Aber der Preis, den der Verein in der Vergangenheit gezahlt hat, sind wir nicht mehr bereit zu bezahlen“, so Gabriel. Soll heißen: Finanzielle Abenteuer wird es am Wullenstadion nicht mehr geben.

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