WAZ-Interview

Fehlzündung am Goltenbusch

Erst drei Partien sind gespielt: Innenverteidiger Sebastian Queißer (Mitte) wird in dieser Saison noch häufiger den Kopf für den SVB hinhalten müssen.

Erst drei Partien sind gespielt: Innenverteidiger Sebastian Queißer (Mitte) wird in dieser Saison noch häufiger den Kopf für den SVB hinhalten müssen.

Foto: Jürgen Theobald

Bommern.   SV Bommern nach drei Pleiten in Serie schon unter Druck. Freistoßkünstler Holger Schumacher appelliert an Cleverness und Kampfgeist.

Drei Spiele, drei Niederlagen – den Start in die Spielzeit 2017/18 hat der SV Bommern gründlich vermasselt. SVB-Urgestein Holger Schumacher (29) gibt im WAZ-Interview einen Einblick in die derzeitige Lage am Goltenbusch.

Den Saisonauftakt hatten Sie sich mit Ihrem Team sicher anders vorgestellt. Was sagt das Stimmungsbarometer in Bommern?

Schumacher: Man merkt diese Negativserie natürlich schon. So langsam werden Punkte benötigt und da geht es im Training auch schon einmal härter zu. Das nimmt aber niemand dem anderen übel. Die Stimmung ist bei uns generell sehr gut und es mangelt uns jetzt auch nicht an Selbstvertrauen.

Das spricht für die Charaktere im Team, das dennoch mit 0:1 in Hemer, 1:2 gegen Letmathe und 3:6 bei der SpVg. Hagen 11 verlor. Was lief in diesen Partien alles falsch?

Gegen Hemer haben wir richtig schlecht gespielt, das wissen wir. Die zweite Partie verlief schon eher unglücklich. Gegen Letmathe fehlte immer nur der letzte Pass, während sich der Gegner ziemlich clever angestellt hat. Was dann in Hagen passiert ist, habe ich in meinen fast 400 Spielen für den SV Bommern so auch noch nicht erlebt. Wir waren nicht schlecht und haben uns alles innerhalb von fünf Minuten vor der Pause kaputt gemacht. Dazu kam dann auch noch die diskutable Rote Karte für unseren Torhüter. Das war einfach unglücklich.

Hat Schlüsselspieler Patrick Bräuer das Glück vor dieser Saison durch seinen Abgang vielleicht mit zum TuS Esborn genommen?

Natürlich tut dieser Weggang weh. Fußballerisch und menschlich war Patrick eine enorme Bereicherung für den Verein. Er hat uns in der Kabine immer gepusht und konnte ein Team tragen. Es gab Tage, da lief bei uns nichts zusammen, Patrick hat uns dann einfach mitgezogen.

Ein solcher Spielertyp würde dem SVB in der gegenwärtigen Situation sicher guttun.

Der Abgang von Patrick Bräuer ist nicht ausschlaggebend für unsere derzeitige Situation. Kein Spieler ist so wichtig als dass er nicht ersetzt werden könnte.

Hat die Mannschaft dann vielleicht am Trainerwechsel von Semin Salkanovic zu André Glosse zu knabbern?

Nein, mit André sind alle Spieler hochzufrieden. Das Training ist hart, aber nicht zu anstrengend. Er gibt immer 150 Prozent und arbeitet mit uns im taktischen Bereich sehr viel. Im Spiel klappt aber noch nicht alles. Zuletzt vielleicht auch, weil wir wissen, dass wir langsam punkten müssen.

Was muss passieren, damit Sie am Sonntag nach dem Heimspiel gegen Fortuna Hagen jubeln können?

Hagen ist Aufsteiger, aber individuell stark besetzt. Letztendlich müssen wir cleverer sein, über den Kampf kommen und die Einstellung zeigen, die wir zuletzt gezeigt haben. Dann kann es mit einem Sieg klappen.

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