JUDO

Ex-Wittener Behrla ist jetzt Vizepräsident des NRW-Verbandes

Jahrelang ein fester Bestandteil der SU Annen - erst als Kämpfer, dann als Trainer des Bundesliga-Teams: Benjamin Behrla.

Jahrelang ein fester Bestandteil der SU Annen - erst als Kämpfer, dann als Trainer des Bundesliga-Teams: Benjamin Behrla.

Foto: Bernd Böhmer / Fotopool / Bernd Böhmer

Er möchte auch als Funktionär etwas bewegen: Benjamin Behrla (früher bei der SU Annen) ist jetzt Vizepräsident des Regionalverbandes NWJV.

Witten. Nicht nur als aktiver Judoka hat Benjamin Behrla jahrelang auf sich aufmerksam gemacht, gehörte zu den Leistungsträgern beim Bundesligisten Sport-Union Annen und nahm u. a. an den Olympischen Spielen in Peking 2008 teil. Darüber hinaus war der 33-jährige Ausbilder bei der Bundespolizei, der in Witten auch als Trainer erfolgreich arbeitete, immer schon als kritischer Geist bekannt, dem es wichtig war, Dinge zu hinterfragen. Seit kurzem ist der in Köln lebende Familienvater (zwei Söhne, eine Tochter), der sich im Interview mit Sportredakteur Oliver Schinkewitz über seine Ziele äußerte, nun Vizepräsident des nordrhein-westfälischen Judoverbandes (NWJV).

Wie kam es dazu, dass Sie sich für diesen Posten zur Verfügung gestellt haben?

Behrla: Das war eigentlich eine ziemlich spontane Aktion. Lediglich mein Vater und mein Frau wussten von meiner Bewerbung. Mich hat es aber immer schon ein bisschen gejuckt, im Ehrenamt etwas zu machen. Die Hintergründe interessieren mich; woher Gelder generiert werden und dergleichen. Natürlich war das anfangs sehr viel Input. In den ersten beiden Monaten habe ich wohl - nach meiner Arbeit - vier bis fünf Stunden täglich telefoniert rund um den Verbandsposten.

Wie sind die einzelnen Aufgaben verteilt, und womit befassen Sie sich als Vizepräsident?

Bei unserem Präsidenten Andreas Kleegräfe laufen die Fäden zusammen, Hans-Werner Krämer ist für den Bereich Kampfrichter zuständig, ich kümmere mich um die Öffentlichkeitsarbeit und um den Sektor Leistungssport. Ich denke, wir haben das ganz gut aufgeteilt. Generell läuft das jetzt untereinander viel kommunikativer als zuvor.

Wo muss denn Ihrer Ansicht nach vor allem nachgebessert werden? Wo sehen Sie sich gefordert?

Wichtig war es mir, dass nicht mehr nach dem Prinzip „das haben wir immer schon so gemacht“ verfahren wird. Man muss einfach mit der Zeit gehen, neue Dinge anstoßen. Im Bereich Social Media haben wir gewiss einiges aufzuholen. Vor zwei Monaten etwa haben wir einen eigenen Instagram-Account gestartet, der jetzt gerade mal 900 Abonnenten hat - und das bei über 35.000 Mitgliedern im Judoverband von NRW.

Sie sind bei der Wahl zum Präsidium in Bochum gleich im ersten Durchgang gewählt worden. Wie kam es bei den Judoka generell an, dass Sie als noch junger Ex-Athlet selbst in die Verantwortung wollten?

Ich glaube, ich habe die Leute schon mit meiner Rede vor dem Plenum abgeholt. Sicherlich kannten mich viele noch aus meiner aktiven Zeit. Auch die sportlichen Erfolge haben da sicherlich ihren Beitrag geleistet und mir nicht geschadet. Ich spreche einfach die Sprache der Athleten. Genau wie damals als Kämpfer hinterfrage ich viele Dinge.

Was sind für das NWJV-Präsidium die wichtigsten Themenfelder, die nun angegangen werden müssen?

Nachdem wir alle Altlasten aufgearbeitet haben, stellen wir uns ja erstmal ganz neu auf. 2020 beginnen wir dann mit unseren Projekten - u. a. in Sachen Mitgliedergewinnung. Da können wir einiges anstoßen, natürlich in enger Kooperation mit den Vereinen, die da schon sehr gute Arbeit leisten, wie etwa die SU Annen, der JC 66 Bottrop und der TSV Hertha Walheim. Die Struktur im Judo von NRW sind auf Clubebene gut, die Vereine haben gute Ideen. Darauf müssen wir aufbauen.

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