Handball

ETSV sucht Lohrmanns Nachfolger

Nach 25 Monaten ist Schluss: Michael Lohrmann ist als Trainer der Oberliga-Handballerinnen von der SG ETSV Ruhrtal zurückgetreten.

Nach 25 Monaten ist Schluss: Michael Lohrmann ist als Trainer der Oberliga-Handballerinnen von der SG ETSV Ruhrtal zurückgetreten.

Foto: Thomas Nitsche

Witten.   Erste Gespräche mit Kandidaten sind bereits gelaufen. Entscheidung über den neuen Trainer soll in den nächsten 14 Tagen fallen.

Auf eines legen die Verantwortlichen von der SG ETSV Ruhrtal Witten bei der Suche nach einem neuen Trainer für die Oberliga-Handballerinnen besonders wert: „Er muss zu uns passen“, sagt Brigitte Pesch-Schabacker, Vorsitzende vom ETSV Witten. So, wie es bei Michael Lohrmann zweifelsohne der Fall war.

Ein Vereinsmensch sei Lohrmann. Einer, der mit seiner Art im Umfeld des Vereins gut ankam. Seine fachlichen Kompetenzen standen ja ohnehin nie zur Debatte. „Und er ist einfach auch an die Mannschaft herangekommen“, sagt Pesch-Schabacker. Deshalb sei es ein Schock gewesen, als der Aufstiegstrainer vor rund zwei Wochen seine Entscheidung mitteilte, nach der Partie bei der SG Menden Sauerland Wölfe sein Amt niederzulegen.

Auch, wenn sich der Abgang schon etwas länger angedeutet hatte. Die gesundheitlichen Probleme, die Lohrmann als Grund für seinen Rückzug angab, sind nicht erst vor ein paar Tagen aufgetreten. Lohrmann hatte da stets offen mit dem Verein drüber gesprochen. Trotzdem hatte man insgeheim wohl gehofft, zumindest die laufende Saison mit dem Ex-Bundesligaspieler an der Seitenlinie zu Ende bringen zu können.

Nun ist es anders gekommen, Lohrmanns Arzt hat sein Veto eingelegt. Sorgen machen, bekräftigt der scheidende Trainer, müsse man sich um ihn allerdings nicht. Vielmehr sei mit 65 Jahren der Zeitpunkt gekommen, etwas kürzer zu treten. Zumal er den Anforderungen an das Traineramt zuletzt offenbar nicht mehr gerecht geworden ist. „Ich konnte das Training in letzter Zeit aufgrund meiner gesundheitlichen Situation nicht mehr so gestalten, wie ich es mir gewünscht hätte“, sagt Lohrmann. „Die Mannschaft war eine absolute Bereicherung für mich und es tut mir in der Seele weh, dass ich aufhören muss.“

Der Zeitpunkt allerdings ist denkbar schlecht gewählt. Rund vier Wochen bleiben bis zum nächsten Spiel gegen Ligaprimus ASC 09 Dortmund. „Michael hinterlässt bei uns eine große Lücke“, sagt Pesch-Schabacker. „Es wird nicht einfach, mitten in der Saison einen neuen Trainer zu finden.“ Einen, der auch etwas drauf haben muss. Denn nach der jüngsten Pleite in Menden liegt der ETSV mit lediglich 3:19-Punkten auf dem vorletzten Rang der Tabelle. Der muss es auch am Ende sein, wenn die Oberligazugehörigkeit kein kurzes Intermezzo werden soll.

Erste Gespräche habe man bereits geführt und Pesch-Schabacker macht keinen Hehl daraus, dass man sich bereits Absagen eingefangen hat. „In den nächsten 14 Tagen wird sich die Trainerfrage entscheiden“, sagt die ETSV-Vorsitzende. Namen von möglichen Kandidaten sind bislang nicht durchgedrungen. Immerhin: Erfolgsdruck wird der neue Trainer (oder die neue Trainerin) nicht auferlegt bekommen: „Wir stehen hinter der Mannschaft, wir standen hinter Michael und wir werden auch hinter dem neuen Trainer stehen“, so Pesch-Schabacker. Der Klassenerhalt sei zwar das Ziel – aber längst kein Muss.

Ex-Coach Michael Lohrmann hat sich bereits festgelegt: „Ich bin mir sicher, dass die Mädels nicht absteigen.“

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