DAMENHANDBALL

Ein Schlüssel rettet die Titel-Sause

Rechtzeitig konnte der ETSV Witten doch noch dafür sorgen, dass die vielen Zuschauer beim Verbandsligaspiel genügend Sitzgelegenheiten in der Kreissporthalle vorfanden.

Foto: Manfred Sander

Rechtzeitig konnte der ETSV Witten doch noch dafür sorgen, dass die vielen Zuschauer beim Verbandsligaspiel genügend Sitzgelegenheiten in der Kreissporthalle vorfanden. Foto: Manfred Sander

Witten.   Sitztribüne der Kreissporthalle war bis Sonntagvormittag nicht ausgefahren - es drohte eine Stehparty. Clubvorstand erledigt Hausmeister-Arbeit.

Das war ein Tag wie gemalt für die Handballerinnen des ETSV Witten. Letztes Spiel in der Verbandsliga, grandiose Kulisse - und dann diese entscheidenden zwei Punkte gegen den ASV Hamm, die den Titelgewinn und den Aufstieg in die Oberliga bescherten. Dabei stand das passende Drumherum mächtig auf der Kippe, weil es beinahe zumindest dem Publikum an Komfort gefehlt hätte.

Aufgebracht ließ ETSV-Trainer Michael Lohrmann am Samstagabend sein Telefon glühen. „So ein Unding, das ist echt der Gipfel. Die Tribüne ist nicht ausgezogen“, wetterte er. Einmal mehr richtete sich der Ärger gegen das von einer Zeitarbeitsfirma gestellte Hausmeister-Team der Kreissporthalle, das schlicht nicht verfügbar war. Schon mehrfach hatten Zuschauer der ETSV-Heimspiele auf schnöden Holzbänken sitzen bzw. stehen müssen, weil die Tribüne nicht ausgefahren war. „Das betrifft ja nicht nur uns, sondern auch den Wittener TV“, so Handball-Abteilungsleiterin Brigitte Pesch-Schabacker.

KSB-Chef Engelhard sagt Hilfe zu

Die Handball-Chefin des ETSV nimmt kein Blatt vor den Mund: „Ich weiß nicht, was die gegen uns haben. Offenbar will man uns hier nicht.“ Immerhin fand man für den Heimspiel-Sonntag mit drei Begegnungen in der unlängst für gut zwei Millionen Euro renovierten Kreissporthalle noch die Lösung. „Wir haben die Tribüne selbst ausfahren können. Irgendwo haben wir dazu noch einen Schlüssel gefunden“, so Pesch-Schabacker. So konnte man die gut 350 Zuschauer zum Verbandsliga-Abschluss noch trefflich unterbringen und den gewünschten äußeren Rahmen bieten. „Ich hoffe, nach Rücksprache mit dem Kreis Ennepe-Ruhr tut sich endlich was - schließlich geht es hier auch ums lokale Prestige“, so die Abteilungsleiterin.

Am Montag telefonierte der ETSV-Vorstand bereits mit dem Kreissportbund. Dessen Vorsitzender Dirk Engelhard war schon am Samstagabend eingeweiht, will sich persönlich um das Thema Kreissporthalle kümmern. „Hier geht es zu Lasten des Sports, und das kann so nicht funktionieren“, so Engelhard aufgebracht. Bei der nächsten Sitzung des Sportausschusses auf Kreisebene kommt wohl auch diese Problematik auf die Agenda. „In Sprockhövel gibt es eine ähnliche Situation, darum werden wir uns jetzt kümmern“, so der KSB-Chef. Auch für ihn ist schwer nachzuvollziehen, warum ein angehender Viertligist, in seinem Sport eines der Zugpferde der Ruhrstadt, mit solchen Widrigkeiten zu kämpfen hat.

Dabei waren nur wenige Handgriffe an der Sitztribüne nötig. „Das war in 20 Minuten erledigt“, so Pesch-Schabacker. „Der Hausmeister hatte uns mal erzählt, sowas dauere zweieinhalb Stunden.“

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