JUDO

Die Jüngsten stehen im Blickpunkt

Wie wertvoll Martin Matijas (re.) für die SU Annen ist, bewies er am Samstag in Bottrop mit zwei Siegen in der Gewichtsklasse bis 90 Kilogramm.

Wie wertvoll Martin Matijas (re.) für die SU Annen ist, bewies er am Samstag in Bottrop mit zwei Siegen in der Gewichtsklasse bis 90 Kilogramm.

Foto: Thomas Gödde

Bottrop.   Bundesliga-Dauerbrenner zwischen JC 66 Bottrop und Sport-Union Annen endet mit gerechtem Remis. Top-Talente feiern Sieg-Premieren.

7:7JC 66 Bottrop - SU Annen

„Die Endrunde können wir uns nach diesem Ergebnis jetzt abschminken“, stellte Stefan Oldenburg nach der Punkteteilung im Revier-Derby der Judo-Bundesliga beim JC 66 Bottrop fest. Dabei haderte der Trainer der Sport-Union Annen vor allem auch mit sich selbst. Dass er gleich zweimal das wichtige Duell gegen Yassin Grothaus verlor, „das darf mir einfach nicht passieren.“

Es war ausgerechnet das siebte und letzte Duell in jeder der beiden Runden dieser packenden Begegnungen zwischen zwei Mannschaften, die sich einmal mehr nichts schenkten und die inzwischen leistungsmäßig ganz dicht beieinander liegen. „Ich hab’ keine Ahnung, wie oft ich schon gegen Yassin gekämpft habe“, so Oldenburg. In den vergangenen Jahren kreuzten sich immer wieder die Wege der beiden erfahrenen Bundesliga-Kämpfer. So auch diesmal - und das, wo der Wittener eigens ein paar Kilogramm abgekocht hatte, um wieder in seinem angestammten Mittelgewicht antreten zu können. Das 90-kg-Limit übernahm dafür erstmals nach monatelanger Verletzungspause wieder Martin Matijass. Doch Bottrops Trainerfuchs Sven Helbing hatte diese Konstellation wohl schon geahnt. „Ich weiß, dass er dir nicht liegt. Gegen Yassin zu kämpfen, ist eklig“, flachste Helbing nach der Begegnung im Gespräch mit seinem Wittener Trainerkollegen, der darüber nur gequält lächeln konnte.

Wäre wenigstens eines dieser beiden Duelle zugunsten der Sport-Union ausgegangen - es hätte wie im Vorjahr zu einem knappen 8:6-Erfolg gereicht. „Möglich war das auf jeden Fall. Wenn man vor dem letzten Kampf vorne liegt, dann hofft man natürlich auf das bessere Ende für seine Mannschaft“, so Oldenburg. Der zu Beginn einen blitzschnellen Sieg von Tobias Pahnke (+100 kg) gegen seinen Ex-Club sah, danach punktete auch Martin Matijass vorzeitig. Im internationalen Duell gegen den Italiener Giuliano Loporchio zog 100-kg-Ass Simeon Catharina den Kürzeren, verletzte sich beim entscheidenden Armhebel. Teamkollege Leon Philipp (-66 kg) sorgte dann aber ganz überlegen gegen Kalala Ngoy für die 3:1-Führung der Gäste.

Matijass und Philipp herausragend

Bis zur Pause allerdings war’s das mit Annener Erfolgserlebnissen, denn nacheinander mussten sich Thomas Graczyk (-73 kg; gegen Hamsat Isaev), Jens Malewany (-60 kg; gegen Tornike Tsjakadoea) und eben auch Stefan Oldenburg geschlagen geben - Letzterer erst nach einem Schulterwurf zwei Sekunden vor der Sirene. „Nach diesem 3:4-Zwischenstand hätte ich ein 7:7 am Ende wohl sofort angenommen - aber eigentlich war hier sogar mehr drin“, so der 29-Jährige.

Der zu Beginn des zweiten Durchgangs ein nahezu episches Duell zweier Generationen sah: Im Schwergewicht (+100 kg) traf Jonas Schreiber auf den 40-jährigen Niederländer Danny Meeuwsen. Beide kassierten zeitig zwei Strafen, aber bis zum Ende der vierminütigen Kampfzeit wollte keine Entscheidung fallen. Im „Golden Score“ dann setzte Schreiber die siegbringende Technik an, holte seinen Premieren-Erfolg in der Bundesliga. „Das wurde ja auch mal Zeit. Ich bin froh, dass es geklappt hat. Die Trainer haben mich gut auf Meeuwsen eingestellt“, so der 17-Jährige. Von da an legte die SUA immer vor: Martin Matijass gewann erneut, dann zog Catharina wieder gegen Loporchio den Kürzeren. Leon Philipp punktete gegen Ngoy aufs Neue, Maurice Püchel verlor das offene 73-kg-Duell gegen Hamsat Isaev. Youngster Alessio Murrone machte es dann im 60-kg-Limit Teamkollege Schreiber nach, holte seinen ersten Bundesliga-Sieg nach nur 67 Sekunden gegen Niklas Luckai. 7:6 für die Sport-Union, das Remis war zumindest schon mal sicher. Doch auf den ungestümen Stil von Bottrops Yassin Grothaus fand Stefan Oldenburg diesmal nicht die richtigen Antworten.

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