FUSSBALL

„Danke Schiri“: Ehrung für Hammerthals Jürgen Orphall

Mit FLVW-Chef Gundolf Walaschewski (li.) ging die Ehrung in Dortmund vonstatten. Neben Jürgen Orphall (Hammerthaler SV; Mitte) wurden auch Shani Altshtat und Christian Schmees geehrt, Gastgeber war Verbands-Schiedsrichterobmann Michael Liedtke (re.).

Mit FLVW-Chef Gundolf Walaschewski (li.) ging die Ehrung in Dortmund vonstatten. Neben Jürgen Orphall (Hammerthaler SV; Mitte) wurden auch Shani Altshtat und Christian Schmees geehrt, Gastgeber war Verbands-Schiedsrichterobmann Michael Liedtke (re.).

Foto: David Hennig

Bochum/Witten.  Seit mehr als vier Jahrzehnten pfeift Jürgen Orphall (Hammerthaler SV) Fußballspiele aus Begeisterung. Jetzt sagt der Verband: „Danke Schiri“.

Meist stehen sie nur für 90 Minuten im Fokus und haben ihren Job in erster Linie besonders dann richtig gut gemacht, wenn sie überhaupt nicht so richtig aufgefallen sind. Dass man die Schiedsrichter im Fußball durchaus des Öfteren mal für ihre Tätigkeit würdigen sollte, das untermauerte der DFB mit seiner Aktion „Danke Schiri“. Auf Kreisebene fiel im Bereich Bochum/Witten in der Kategorie „Ü 50“ die Wahl auf Jürgen Orphall vom Hammerthaler SV - und der wurde nun auch in der gleichen Altersklasse Verbandssieger auf westfälischer Ebene.

„Als ich darüber am Telefon informiert wurde, hab’ ich nur zu meiner Frau gesagt: Da is’ einer von der versteckten Kamera“, wollte der 70-Jährige zunächst gar nicht glauben, dass die Wahl erneut auf ihn gefallen war. In Dortmund fand nun die entsprechende Ehrung statt, u. a. mit dem FLVW-Präsidenten Gundolf Walaschewski. „Ganz ehrlich: Das ist ein absoluter Hammer. Als Schiedsrichter hat man es ja sonst nicht so mit Ehrungen, ich wollte das auch eigentlich gar nicht“, so Orphall. Damit nicht genug, wird demnächst auch noch eine Einladung zum DFB nach Frankfurt erfolgen, wo die bundesweite Auszeichnung stattfindet.

Debüt an der Pfeife verlief 1976 alles andere als glatt

Aktuell sitzt der Bochumer daheim in Quarantäne - „gewissermaßen selbstverordnet. Ich bin ja ein alter Sack, da sollte ich besser zu Hause bleiben“, flachst Orphall. „Aber so ganz ohne Fußball macht es auch keinen richtigen Spaß.“ Mittlerweile seit gut 44 Jahren ist er Schiedsrichter - auch, weil es mit der Karriere als aktiver Fußballer nicht so richtig laufen wollte. „Ich habe damals bei Märkisch Hattingen für die ,Dritte’ gekickt, aber der Vorsitzende meinte, das sei nix für mich. Stattdessen fragte er mich, ob ich nicht pfeifen wolle“, so der Familienvater (zwei Kinder). Das Debüt als Leiter einer Altherren-Partie war zwar nicht so rosig („das war Stress pur, die haben mich ganz schön strammstehen lassen; ich dachte mir erst, das ist nix für mich, nicht meine Welt“), doch Orphall blieb am Ball bzw. an der Pfeife, hatte zuvor auch schon des Öfteren Jugendspiele oder Begegnungen in der Freizeitliga und im Betriebssport gepfiffen.

Er leitete Partien auch schon für seinen Heimatverein DJK SF Linden und für Teutonia Ehrenfeld, doch seit Mitte der 90-er Jahre ist er wieder für den Hammerthaler SV aktiv, bei dem er zuvor schon einmal elf Jahre lang als Schiedsrichter wirkte. „Ich fühle mich da richtig wohl. Die kümmern sich um mich, laden mich immer auch zu ihren Vereinsfeiern ein. Das ist eine prima Geste“, sagt Orphall anerkennend.

„So lange die Knochen mitmachen, bleibe ich dabei“

Zwar habe er als 23. Mann auch schon negative Erfahrungen gesammelt (vor allem bei einem Kreisliga-Duell in Hagen, als es nach Ausschreitungen sogar bis vor die Verbandsspruchkammer ging), „aber insgesamt überwiegen die positiven Aspekte. Ich lasse mir den Spaß an der Sache von sowas nicht verderben“, so der 70-Jährige.

Eigentlich habe er vor etwa fünf Jahren schon aufhören und sich um die Betreuung von Jungschiedsrichtern kümmern wollen. „Aber dann hab’ ich wegen unseres Obmanns Walter Wasmuth doch noch mal ein paar Jahre drangehängt. So lange die Knochen noch mitmachen, bleibe ich dabei“, sagt Jürgen Orphall, der in erster Linie B- und C-Ligaspiele, aber auch Partien in den Jugendklassen pfeift. Seine kollegiale Art schätzen die Kicker im Fußballkreis. „Man muss eben den richtigen Ton treffen, dann kann man die Karten schon mal stecken lassen. Die Meisten kapieren es.“

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