Fußball

Bommerns Absteiger werden zu Aufsteigern

SVB-Keeper Kevin Gensch (re.) verpasst Mitspieler Sebastian Queißer

SVB-Keeper Kevin Gensch (re.) verpasst Mitspieler Sebastian Queißer

Foto: Svenja Hanusch

Witten.   Freitas-Elf wird verdient Meister. Trainer nennt Ausgeglichenheit des Kaders und Weg der kleinen Schritte als wichtigen Faktoren.

Am Ende hätte der SV Bommern 05 den Sieg beim SC Weitmar 45 II aufgrund der Patzer der Konkurrenz gar nicht mehr nötig gehabt, um die Meisterschaft in der Kreisliga A und damit die direkte Rückkehr in die Bezirksliga perfekt zu machen. „Aber wir wollten unbedingt Meister werden, weil wir es selbst geschafft haben“, sagt SVB-Trainer Martin Freitas. Verdient, daran gibt es keinen Zweifel, ist der Aufstieg der Bommeraner allemal.

Um den letzten Schritt aus eigener Kraft zu gehen, mussten die Bommeraner zunächst nochmal ein hartes Stück Arbeit verrichten. Weitmars Reserve erwies sich als weit mehr als ein freundlicher Gratulant und so dauerte es bis zur 73. Minute, ehe Michael Kraus den SVB-Anhang mit seinem Treffer zum 2:1 erlöste. Wenig später machte Marcel Herrmann den Sack zu. Der ausgiebige Jubel nach Schlusspfiff zeigt: Der Aufstieg ist alles andere als selbstverständlich.

„Da hat sich der Druck, der sich über das Jahr aufgebaut hat, komplett entladen“, sagt Freitas. „Wir sind sang- und klanglos aus der Bezirksliga abgestiegen – da ist es überhaupt nicht klar, dass du gleich wieder aufsteigst.“ Zumal die Mannschaft im vergangenen Sommer kaum verändert wurde. Auf externe Neuzugänge verzichtete man am Goltenbusch gänzlich. So waren es am Ende in erster Linie die Absteiger, die den Misserfolg der Vorsaison selbst korrigierten.

Geführt wurden sie auf ihrem Weg von Martin Freitas, der längst zum Chef-Mahner des Wittener Fußballs aufgestiegen ist. Immer kritisch, selten diplomatisch und oft impulsiv – so haben die Spieler ihren Übungsleiter kennegelernt. Sein Credo hat der Verein auf den Aufstiegsshirts verewigt: „step by step“ ist dort zu lesen. „Wir wollten immer von Spiel zu Spiel schauen und einen Schritt nach dem anderen machen – das haben wir uns vor jeder Partie im Kreis gesagt. Die Jungs haben das überragend angenommen“, sagt Freitas.

Immer die Ruhe bewahrt

Denn auch wenn der Titelgewinn in Summe mehr als eindeutig ausfällt – vor dem letzten Spieltag liegt Bommern sieben Zähler vor Verfolger TuRa Rüdinghausen – es gab sie, die schwächeren Phasen in dieser Saison. Insbesondere nach der 0:3-Niederlage beim TuS Blankenstein musste die Elf vom Goltenbusch einen kühlen Kopf bewahren. Zwei Siege später war der Aufstieg perfekt. „Wir haben uns nicht beirren lassen und sind immer ruhig geblieben. Das war wichtig und hat es am Ende ausgemacht“, so der Trainer.

In sportlicher Hinsicht hat er die Ausgeglichenheit des Kaders als wichtigsten Faktor ausgemacht. Tim Herbrechter, Michael Kraus, Benjamin Schröder (alle 13 Tore) sowie Marcel Herrmann (12) und Lars Kozdron (7) wissen allesamt, wo das Tor steht. „Wir sind nicht von dem einen Spieler abhängig“, meint Freitas.

Die Überlegenheit des SV Bommern lässt sich auch in Zahlen ausdrücken: Die Konkurrenten TuRa Rüdinghausen (5:2), TuS Blankenstein (7:0) oder VfB Annen (7:3) wurden vom SVB zum Teil deklassiert. Seit dem vierten Spieltag war Bommern ununterbrochen Tabellenführer. „Wir haben uns die Meisterschaft erarbeitet und erspielt und sind zurecht Meister geworden“, so das Fazit von Freitas. Und das wurde auch entsprechend gefeiert.

Vor dem Abstieg im vergangenen Sommer spielte der SV Bommern 05 fünf Jahre in Folge in der Bezirksliga-Staffel sechs. Nun haben die Wittener keine Lust mehr auf weite Fahrten ins Sauerland. Trainer Martin Freitas hat bestätigt, dass der Verein einen Antrag auf Einteilung in die Staffel zehn gestellt hat.

Bommern wird an Grenzen stoßen

In dieser Liga spielt auch Lokalrivale TuS Heven. Für Freitas ein Fingerzeig, was seine Mannschaft in der kommenden Spielzeit erwartet: „Bei uns hat, glaube ich, niemand höher als Bezirksliga gespielt. Heven holt einen ehemaligen Regionalligaspieler und Welper holt sogar drei ehemalige Regionalligaspieler. Da werden wir auch mal an unsere Grenzen kommen.“ Das Ziel sei daher eindeutig definiert: „Wir wollen am Ende einen Platz über dem Strich stehen“, so Freitas, der die Bezirksliga für sein Team als „Abenteuer“ bezeichnet.

Anders als im vergangenen Sommer wird der SV Bommern diesmal auf dem Transfermarkt zuschlagen. Die Anzahl der Neuzugänge wird zweistellig, Namen sollen bald verkündet werden. Fest steht: Der Verein setzt auf junge Spieler. „Wir holen nur junge Burschen, die 23 Jahre oder jünger sind“, so Freitas. Auf der anderen Seite gibt es nur einen Abgang: Patrick Bräuer verlässt den SVB, will in Sachen Fußball zukünftig kürzer treten.

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