RINGEN

Bis 2023 soll der Ringer-Titel wieder nach Witten

Im vorigen Jahr verpflichtet und gleich zum Publikumsliebling avanciert: Der Bulgare Daniel Aleksandrov (unten) schlug vortrefflich ein.

Im vorigen Jahr verpflichtet und gleich zum Publikumsliebling avanciert: Der Bulgare Daniel Aleksandrov (unten) schlug vortrefflich ein.

Foto: Barbara Zabka / FUNKE Foto Services

Witten.  Der KSV Witten 07 will mit seinen Ringern bis 2023 Deutscher Meister werden. Der Club bastelt an einem neuen Konzept, will dieses bald umsetzen.

Die großen Glanzzeiten des Ringer-Bundesligisten KSV Witten 07 liegen schon eine ganze Weile zurück. Im Jahr 1986 feierte der Club den bislang letzten von insgesamt sieben nationalen Meistertiteln. Doch inzwischen herrscht wieder Aufbruchstimmung bei den Ruhrstädtern, die nun ein ehrgeiziges Konzept verfolgen. „Bis 2023 wollen wir die Meisterschaft wieder nach Witten holen“, sagt Vereinspräsident Martin Sesjak.

Daran wollen sie nun alle mitarbeiten und die „Ärmel hochkrempeln“, so der 53-Jährige. Die Leidenschaft, die früher in Witten für die KSV-Ringer so manches Feuer der Begeisterung in der Husemannhalle entfachte, soll wieder geweckt werden. „Wir wollen alle aktivieren, die noch wissen, wie es damals so war bei den Heimkämpfen“, so Sesjak. Über 3000 Zuschauer machten die Halle seinerzeit zu einem Hexenkessel. In Witten gehörte es samstagabends zum guten Ton, sich die Auftritte der Ringer anzuschauen.

Crowdfunding und Microsponsoring sind die Stichwörter für den KSV Witten

„Jeder kann jetzt hier Teil eines sportlichen Erfolgsmodells werden“, beschreibt der Präsident das „Projekt 2023“, wonach man selbst mit kleinen Beträgen von einem Euro aufwärts zum KSV-Förderer werden kann. „Crowdfunding und Microsponsoring sind die Stichwörter“, sagt der Förderkreis-Vorsitzende Christoph Pröpper. Man arbeite zudem an einer völlig neuen Außendarstellung des Vereins. „Aber: Für uns sind jetzt Augenmaß und Bodenhaftung gefragt. Daher das langfristig angelegte Konzept“, will Sesjak nichts übers Knie gebrochen wissen. Schnellschüsse wären der Sache kaum dienlich, zu sehr haften noch die negativen Erlebnisse der jüngeren Vereinsgeschichte (mit dem freiwilligen Rückzug in die Oberliga) in den Erinnerungen.

Unter der Regie des KSV-Vorsitzenden Thomas Altstadt hat der Club aber die Wende geschafft, ist wieder solide aufgestellt und kann sich nach der Viertelfinal-Qualifikation in der zurückliegenden Saison nun anderen Zielen widmen. „Wir wollen in das Halbfinale“, kündigt der Sportliche Leiter Adam Juretzko an, der selbst auch noch mit seinen nun 47 Jahren „den einen oder anderen Kampf“ machen will. „Das Grundgerüst der Mannschaft bleibt beisammen. Leute wie Ibro Cakovic, Nico Brunner oder Ufuk Canli sind auch in Zukunft sehr wichtig für uns“, so Juretzko.

Rumänischen Vize-Weltmeister der U 23-Junioren verpflichtet

Für die neue Saison hat sich der KSV Witten gezielt verstärkt, hat fünf neue Ringer verpflichtet. Vom TV Aachen-Walheim kommt Greco-Spezialist Robin Pelzer (24), der frühere Wittener Akaki Kuntchulia hat dem KSV seinen Landsmann Guga Sheshelidze (18; 57 kg Freistil) empfohlen. Vom rumänischen Duo Florin Tita (20; 57/61 kg gr.-röm.) und Maxim Vasilioglo (24; 75/80 kg Freistil) verspricht man sich ob ihrer Erfolge eine ganze Menge. Vasilioglo, der seine Wurzeln in der Ukraine hat, war 2018 Zweiter der U 23-WM. Zudem hat der KSV Witten künftig mit dem 26-jährigen Robert Baran (130 kg Freistil) wieder einen „echten“ Schwergewichtler im Kader, von dem Adam Juretzko viel hält. „Wichtig ist, dass wir im Kader auch eine Konkurrenzsituation schaffen, damit die Ringer fokussiert bleiben. Wichtig ist allein der Erfolg der Mannschaft - der eine oder andere muss da auch mal Opfer bringen“, sagt der zehnfache Deutsche Meister.

„Wir wollen unsere Mannschaft gezielt weiter verjüngen, bauen aber konsequent auch auf unsere Eigengewächse“, so Thomas Altstadt. Immerhin müsse man das Punktesystem nach wie vor einhalten - daran ändert auch der Wunsch nach einem baldigen Titelgewinn nichts. Die übrigen Konkurrenten hätten sich auch enorm verstärkt, u. a. hat NRW-Rivale RC Merken, bei dem die Wittener am 28. September in die neue Bundesliga-Saison starten, zwölf Neuzugänge auf seiner Liste. „In Witten herrscht leider ein gelebter Mangel. Viele Gründe, zu feiern, gibt es hier nicht. Wir wollen hart dafür arbeiten, dass sich das bald ändert und dass man wieder stolz sein kann auf Witten und gerade auf den KSV“, sagt Martin Sesjak.

Der KSV-Kader:
(57 F) Guga Sheshelidze, Arthur Eisenkrein; (57 G) Florin Tita; (61 F) Ramzan Awtaew; (61 G) Florin Tita; (66 F) Ramzan Awtaew; (66 G) Robin Pelzer, Gensche Gereev; (71 F) Ibro Cakovic; (71 G) Robin Pelzer, Gensche Gereev; (75 F) Ibro Cakovic; (75 G) Ilie Cojocari, Adam Juretzko; (80 F) Maxim Vasilioglo; (80 G) Daniel Aleksandrov, Adam Juretzko; (86 F) Ufuk Canli; (86 G) Nico Brunner; (98 F) Ufuk Canli; (98 G) Nico Brunner, Simeon Stankovich; (130 F) Robert Baran; (130 G) Simeon Stankovich.

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