Billard

BCC-Asse widmen Titel Wolfgang Kirsten

Deutsche Meister aus Witten (v.li.): Eddy Leppens, Jacob Haack-Soerensen, Ronny Lindemann und Hans-Jürgen Kühl beim Sieg in Bottrop.

Foto: Felix Hoffmann

Deutsche Meister aus Witten (v.li.): Eddy Leppens, Jacob Haack-Soerensen, Ronny Lindemann und Hans-Jürgen Kühl beim Sieg in Bottrop.

Witten.   Witten feiert nach einem Herzschlagfinale die dritte Deutsche Meisterschaft. Vier Teams liegen am Ende punktgleich an der Spitze.

Wenn am letzten Spieltag ein Absteiger den Meister schlägt, dann sagt das alles darüber aus, wie ausgeglichen es in der Dreiband Bundesliga in dieser Saison zugegangen ist. Glücklicher Titelgewinner wurde am Ende der BCC Witten, der die Spielzeit zwar punktgleich mit dem Bergisch Gladbacher BC, dem BC München und dem 1. BC Magdeburg beendete, bei den Partiepunkten aber deutlich die Nase vorne hat.

„Unglaublich! So eine Saison gab es in der ganzen Bundesliga-Geschichte noch nicht“, sagte ein begeisterter Ronny Lindemann, der am Montag immer noch merkbar mitgenommen war von der Chronologie der Ereignisse. Die Auswirkungen der Feierlichkeiten spürte das Wittener Billard-Ass noch am Tag nach dem dritten Titelgewinn in der Vereinsgeschichte des BCC. „Ich habe immer noch Kopfschmerzen“, sagte Lindemann.

Magdeburg leistet Schützenhilfe

Aber der Reihe nach. Die Ausgangslage war klar. Am letzten Doppelspieltag der Saison musste Witten zwei Punkte auf Spitzenreiter Bergisch Gladbacher BC aufholen. Der hatte am Samstag ein schweres Auswärtsspiel in Magdeburg – und unterlag dort tatsächlich mit 2:6. Witten indes machte zeitgleich seine Hausaufgaben und gewann bei der Bottroper BA souverän mit 8:0. Jürgen Kühl, Ronny Lindemann, Jacob Haack-Soerensen und Eddy Leppens ließen ihren Gegnern allesamt das Nachsehen. Der BCC kletterte an die Spitze und konnte mit einem Sieg beim GT Buer am Sonntag aus eigener Kraft Deutscher Meister werden.

Doch Buer um den Ex-Wittener Stefan Galla am Spitzenbrett musste selbst dringend gewinnen, um noch eine Chance auf den Ligaverbleib zu haben. Witten trat diesmal ohne Eddy Leppens an und hatte die Siegchance schon nach der Hälfte der Partien vertan. Edgar Bettzieche und Jürgen Kühl verloren jeweils an den unteren Brettern. Weil aber Bergisch Gladbach beim BC International Berlin mit 0:4 hinten lag, genügte dem BCC ein Remis. Doch auch diese Chance, aus eigener Kraft Meister zu werden, nahmen die Wittener nicht wahr. Zwar besiegte Lindemann Markus Galla, doch Haack-Soerensen unterlag in einer spannenden Partie gegen Stefan Galla.

Bange Minuten des Wartens brachen an, ehe der BCC Witten Gewissheit hatte: Bergisch Gladbach verlor in Berlin mit 0:8. Damit kam es zu einem Kuriosum: Während der Verlierer der Partie zwischen Buer und Witten den Titelgewinn feierte, stieg der Sieger ab. Denn weil Konkurrent Bottroper BA ebenfalls gewann, müssen die Gelsenkirchener runter in Liga zwei.

Dritte Meisterschaft die wichtigste

Witten indes ließ die Sektkorken knallen. Für Ronny Lindemann und seine Teamkollegen waren es emotionale Momente. „Wir wollten den Titel unbedingt für unseren verstorbenen Manager Wolfgang Kirsten holen“, sagt der BCC-Akteur. Kirsten war über viele Jahre der Macher im Hintergrund beim Wittener Billard-Klub und hatte großen Anteil an den ersten beiden Meisterschaften 2013 und 2014. Im vergangenen Juni verstarb er nach kurzer, schwerer Krankheit. „Für mich ist der dritte Titel deshalb der wichtigste. Ohne Wolfgang Kirsten war es nicht einfach, den Betrieb zu stemmen“, so Lindemann.

Umso ausgiebiger fielen die Feierlichkeiten aus. Lindemanns Kopfschmerzen werden schnell vergehen. Der Titel aber bleibt.

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