JUDO

Aus Max Strotes Armhebel gibt’s kein Entrinnen

Bottrops Tobias Pahnke (re.) wehrte sich im letzten Kampf des Tages nach Kräften, konnte den entscheidenden Armhebel von Max Strote (SUA) aber nicht verhindern. Die Wittener gewannen mit 8:6.

Foto: Biene Hagel / Funke Foto Service

Bottrops Tobias Pahnke (re.) wehrte sich im letzten Kampf des Tages nach Kräften, konnte den entscheidenden Armhebel von Max Strote (SUA) aber nicht verhindern. Die Wittener gewannen mit 8:6. Foto: Biene Hagel / Funke Foto Service

Witten.   Ein dramatisches Derby erleben rund 300 Zuschauer am Kälberweg. Die Judoka der SU Annen gewinnen gegen den JC 66 Bottrop mit 8:6.

8:6SUA - JC 66 Bottrop

Knapp war’s, bisweilen richtig dramatisch - und am Ende vor allem erfolgreich für die Judoka der Sport-Union Annen. Die Wittener gewannen das hart umkämpfte Bundesliga-Duell gegen den JC 66 Bottrop mit 8:6 und rücken damit vorübergehend auf Platz drei in der Nordstaffel vor. Vor allem auf die Erfahrensten im SUA-Dress war am Samstag einmal mehr Verlass - u. a. sorgte ein Olympia-Medaillengewinner für wichtige Punkte.

„In solchen Momenten sieht man, wie wichtig ein so herausragender Judoka wie Dirk van Tichelt für unsere Mannschaft ist“, kam SUA-Geschäftsführer Matthias Kiehm aus dem Schwärmen über die Souveränität des 33-jährigen Belgiers gar nicht mehr heraus. Beide Duelle in der 73-kg-Klasse entschied van Tichelt gegen die Bottroper für sich - dabei kam er tags zuvor erst von einem kräftezehrenden Trainingslager aus Porec zurück. „Ein bisschen müde war ich schon, aber zum Glück hat es noch gereicht. Ich bin ja auch schon ein wenig älter als die meisten der Jungs hier“, so van Tichelt nach seinen Siegen gegen Jan Tefett und Dominik Gosens.

In zwei Wochen, wenn es am 1. Juli beim Konkurrenten Judo in Holle für die SUA um die Verteidigung von Platz drei geht, wird der Olympia-Dritte von Rio de Janeiro aber nicht mithelfen können. „Dann bin ich beim Weltcup in China“, so van Tichelt, dessen großes Ziel die Weltmeisterschaften in Budapest (28. August bis 3. September) bleiben.

Mit dabei sein werden in Niedersachsen aber drei weitere Routiniers der Sport-Union, die gegen Bottrop ebenso Zeichen setzten. Das Trainerduo mit Marcel Haupt und Stefan Oldenburg war ebenso zweimal erfolgreich wie Max Strote, der gleich im zweiten Kampf des Tages für ein denkwürdiges Duell sorgte. Nachdem Oldenburg die Annener Führung besorgt hatte, ging es für Strote (-100 kg) gegen Martin Garic nach vier Minuten in die Verlängerung („Golden Score“). Beide Judoka schenkten sich nichts, beackerten jeden Zentimeter der Kampffläche. Erst nach über acht Minuten nutzte der Annener im Bodenkampf eine günstige Situation für einen Würgegriff - für ausgiebigen Jubel fehlte Max Strote allerdings sichtlich die Kraft.

Zwar erhöhte van Tichelt erwartungsgemäß auf 3:0, dann aber kassierten nacheinander der Niederländer Sjors Riddersma (-90 kg) und Tim Malewany (-66 kg) Niederlagen gegen Antonio Ciano und Kalala Ngoy. Auf Punkt Nummer vier durch Marcel Haupt (-60 kg) folgte dann noch eine überraschende Niederlage im „Golden Score“ des Schwergewichts für Pierre Borkowski gegen den 38-jährigen Niederländer Danny Meeuwsen - so hieß es zur Pause gerade mal 4:3 für die Wittener, die sich ein dickeres Polster gewünscht haben dürften.

Im zweiten Durchgang mussten die SUA-Trainer ob der Personalsorgen auf einige Youngster setzen - doch für die Erfolgserlebnisse sorgten wieder die Routiniers. Oldenburg und van Tichelt fuhren ihre nächsten Siege ein, doch Felix Packlin (-100 kg), Andreas Altergott (-90 kg) und Lukas Romahn (-66 kg) gingen allesamt leer aus - 6:6, jetzt bangten die Wittener um den so wichtigen Heimerfolg.

Spektakulär fertigte dann aber Marcel Haupt seinen Rivalen Niklas Luckai per Tomoe-nage (Selbstfallwurf) ab, sicherte zumindest schon mal das Remis. Im letzten Kampf des Abends war es dann an Max Strote, die gesamte Ernte einzufahren. „Ich hab’ am Tag vorher noch gut vier Kilo zu viel drauf gehabt“, verriet der 25-Jährige, der aus taktischen Gründen ins Schwergewicht aufgerückt war, dort auf den gut 20 Kilogramm schwereren Ex-Annener Tobias Pahnke traf. Das intensive erste Duell gegen Garic schien nicht mehr in Strotes Gliedern zu stecken - und wieder schlug er am Boden zu: Nach 1:56 Minuten sorgte sein Armhebel für den „Ippon“ des Abends und den 8:6-Erfolg der Wittener, die ihren ersten Saisonsieg feiern durften.

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