Judo

Aus Asien auf die Annener Judomatte

Muzafar Shirinov (20) (l.) Ahliddin Gaibnazarov (18) sind aus Tadschikistan geflohen und kämpfen nun für die SU Annen.

Foto: Barbara Zabka

Muzafar Shirinov (20) (l.) Ahliddin Gaibnazarov (18) sind aus Tadschikistan geflohen und kämpfen nun für die SU Annen. Foto: Barbara Zabka

Annen.   Muzafar Shirinov und Ahliddin Gaibnazarov sind aus Tadschikistan geflohen, leben in einem Flüchtlingsheim und stehen in Annen auf der Matte.

Zwei Judoka mit einer besonderen Geschichte bereichern seit mittlerweile fast einem Jahr den Trainingsalltag bei der Sport-Union Annen. Muzafar Shirinov und Ahliddin Gaibnazarov sind aus Tadschikistan geflohen, leben in einer Flüchtlingsunterkunft in Dortmund – und kämpfen bei und für die SU Annen.

„Sie haben einen Verein gesucht und wir waren der nächstgelegene größere Verein“, erklärt Stefan Oldenburg von der SUA. So kam es, dass das Duo aus Tadschikistan am Kälberweg vorstellig wurde – und sich sofort wohl gefühlt hat. „Die Kommunikation war am Anfang natürlich schwierig, aber das haben wir hinbekommen“, erklärt Oldenburg. Deutsch sprachen der 20-jährige Shirinov und sein 18-jähriger Freund nicht, englisch nur sehr schlecht. „Wir haben uns mit Händen und Füßen unterhalten, dazu ein bisschen russisch gesprochen“, berichtet Oldenburg. Der stellvertretende Abteilungsleiter Franz Paris hat polnische Wurzeln, die Eltern von SUA-Kämpfer Andreas Altergott kommen aus Russland. So war es möglich mit den beiden Neuen zu kommunizieren.

Einsätze in der Regionalliga geplant

Auf der Matte haben sich die Judoka der SUA und die beiden Flüchtlinge sofort verstanden. „Sie haben einen anderen Kampfstil, sind physisch stark“, sagt Oldenburg, der sich an den ersten Besuch der beiden im Dojo erinnert. „Wir haben ihnen einen Anzug gegeben um zu schauen, was sie können.“

Und das war nicht wenig. Sofort wurden Shirinov und Gaibnazarov in eine Trainingsgruppe aufgenommen, konnten einigen Nachwuchskämpfern wichtige Tipps geben und profitieren selbst auch vom Austausch mit den SUA-Judoka. In der kommenden Saison sollen sie mindestens in der Regionalliga kämpfen, vielleicht sogar Bundesligaeinsätze bekommen. „Es hat etwas gedauert bis wir einen Judopass für die beiden bekommen haben, aber jetzt dürfen sie kämpfen. Sie haben richtig Bock darauf“, sagt Stefan Oldenburg.

Noch fehlt dem Duo eine Aufenthaltsgenehmigung

Ein viel größeres Problem ist die Aufenthaltsgenehmigung für das Duo aus Tadschikistan. „Sie haben keine Arbeitserlaubnis und ihre Aufenthaltsgenehmigung ist nur befristet. Momentan kämpfen sie darum, bleiben zu dürfen“, erklärt Oldenburg. Die Sport-Union hilft wo sie kann. „Natürlich unterstützen wir, geraten dabei aber auch an Grenzen.“

Der Trainer der SU Annen ist aber durchaus stolz auf die gelungene Integration der beiden Athleten: „Ich finde es total gut. Der Sport schafft so etwas.“ Und vielleicht gelingt es sogar, Muzafar Shirinov und Ahliddin Gaibnazarov langfristig in Deutschland zu halten.

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