Judo

Annens Judo-Floh gewinnt Bronze

Im Achtelfinale ließ Annens Cara Sachse (hinten) Leah Bahle aus Mecklenburg-Vorpommern das Nachsehen.

Im Achtelfinale ließ Annens Cara Sachse (hinten) Leah Bahle aus Mecklenburg-Vorpommern das Nachsehen.

Foto: Biene Hagel

Herne.   Cara Sachse krönt ihre erste DM-Teilnahme gleich mit einer Medaille. SUA-Kämpferin unterliegt nur der neuen Titelträgerin.

An einen Faulenzer-Sonntag war überhaupt nicht zu denken für Cara Sachse. Das Judo-Talent von der Sport-Union Annen hatte sich schließlich durch den dritten Platz bei den Westdeutschen Meisterschaften einen wichtigen, prestigeträchtigen Termin verschafft. Die 15-Jährige war die einzige Teilnehmerin ihres Vereins bei den Deutschen U18-Meisterschaften in Herne. Und mit dem bloßen Dabeisein wollte sie sich nicht zufrieden geben. Nach eindrucksvollen Vorstellungen gewann die Wittenerin in ihrer Altersklasse die Bronze-Medaille.

Früh aufstehen war für Cara Sachse am Sonntag angesagt. „Der Wecker ging um 6.30 Uhr“, erklärte sie am Rande des Turniers. Kein Problem aber für die Zehntklässlerin des Schiller-Gymnasiums, die von Beginn an hellwach war und sich zumindest überhaupt nicht anmerken ließ, dass sie vor ihrer allerersten DM-Teilnahme natürlich ein bisschen nervös war. Zur Unterstützung aber war nahezu die gesamte Familie mit nach Herne gefahren. Papa Carsten war immer in der Nähe seines Sprösslings, konnte als ehemals selbst aktiver Judoka hier und da ein paar Tipps geben.

Die Auslosung wollte es so, dass die Annenerin in Runde eins ein Freilos zugeteilt bekam. Damit konnte sie sich erstmal in aller Ruhe die Konkurrenz anschauen – dick eingemummelt in ihren roten SUA-Kapuzenpulli, den sie unter ihre Judojacke gezogen hatte. „Ich hatte von vornherein ein richtig gutes Gefühl“, gab Sachses Trainer Andreas Altergott zu Protokoll. Am Freitag hatte er sie im Dojo des Vereins am Kälberweg noch einmal richtig schwitzen lassen, als letzte intensive Einheit vor dem Saisonhöhepunkt.

„Da ging’s schon richtig zur Sache, das musste sein“, so der unnachgiebige U18-Coach. Offenbar genau die richtige Maßnahme, denn sein Schützling war auf den Punkt topfit, hinterließ einen sehr fokussierten Eindruck. Im Achtelfinale ging’s gegen Leah Bahle (Mecklenburg-Vorpommern) – und da war die Dritte des NRW-Wettbewerbs gleich voll da und dominierte die meiste Zeit des Kampfes. Selbst als sie in Rückstand geriet, verließ sie ihre Linie nicht. Bahle kassierte drei Bestrafungen, wurde daher nach gut zweieinhalb Minuten disqualifiziert.

Das Viertelfinal-Duell gegen Siska Burkard (JSC Pfaffenweiler) ging der Wittenerin sogar noch etwas flotter von der Hand. Beziehungsweise vom Fuß. Denn mit einer blitzschnellen Fußtechnik brachte Sachse ihre Kontrahentin aus der Balance, holte nach 56 Sekunden den Ippon.

Im Halbfinale ging es dann gegen Mitfavoritin Bettina Bauer vom renommierten Münchner Club TSV Großhadern. Die hatte für ihre ersten beiden Siege gerade mal 17 Sekunden benötigt. Da war volle Konzentration gefragt. Doch die war offenbar bei der Wittenerin nicht zu 100 Prozent da, denn schon mit dem ersten Ansatz erwischte Bauer die SUA-Kämpferin, zog nach nur 19 Sekunden ins DM-Finale ein (welches sie gegen Nikita Krieger aus Herford gewann).

Für Sachse blieb nach der ersten Niederlage immer noch die große Chance, ihr Meisterschafts-Debüt mit Edelmetall zu krönen. Im „kleinen Finale“ der 48-kg-Klasse musste der Wittener Judo-Floh gegen Finja Gloistein (JC Halle) ran. „Der Kampf war völlig offen und spannend bis zum Schluss“, sagte die Schülerin. Wie zu Beginn des Turniers geriet sie mit einer Waza-ari-Wertung in Rückstand, doch damit war der Kampfgeist in Cara erst so richtig geweckt. Mit einem Innenschenkelwurf (Uchi-mata) glich sie aus und schaffte dann nach 3:11 Minuten mit derselben Technik eine weitere große Wertung und somit vor den Augen von U 18-Bundestrainerin Lena Göldi den Sieg im Bronze-Duell.

„Damit zu rechnen war sicher nicht, aber Cara ist hier sehr souverän aufgetreten und hat sich diesen Erfolg verdient“, sagte Trainer Andreas Altergott.

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