Fußball-Oberliga

SV Schermbeck lässt Schalkes Meisterfeier platzen

Marek Klimczok (rechts) sah kurz vor Schluss nach wiederholtem Foulspiel noch die Gelb-Rote Karte. Doch letztlich jubelte der SV Schermbeck über einen 2:1-Sieg.

Marek Klimczok (rechts) sah kurz vor Schluss nach wiederholtem Foulspiel noch die Gelb-Rote Karte. Doch letztlich jubelte der SV Schermbeck über einen 2:1-Sieg.

Foto: Heiko Kempken

Schermbeck.   Dem Fußball-Oberligisten SV Schermbeck ist eine dicke Überraschung gelungen. Der Neuling bezwang den designierten Meister Schalke 04 II mit 2:1.

Fußball-Oberligist SV Schermbeck nahm die Rolle des Spielverderbers ein. Vor rund 700 Zuschauern am Waldsportplatz verdarb der Neuling am Gründonnerstag dem souveränen Spitzenreiter FC Schalke 04 II die Meisterfeier mal so richtig. Die Elf von Trainer Thomas Falkowski brachte der zweiten Mannschaft des Bundesligisten die dritte Saisonniederlage bei, damit hatte sich die vorzeitige Aufstiegsfete erledigt. Mit 2:1 (2:1) behielt der Gastgeber vor den Augen des Schalker Weltmeisters Olaf Thon und Gerald Asamoah, Teammanager der Erstliga-Truppe, verdient die Oberhand.

Wie angefressen die S04-Verantwortlichen auf die Pleite reagierten, zeigte sich nach dem Abpfiff. Asamoah stürmte auf den Unparteiischen los und bedachte ihn mit einem Wortschwall. „Gehen sie doch einfach weg“, ließ sich Schiedsrichter David Hennig allerdings auf keinerlei Diskussionen ein. Der für Arminia Sodingen pfeifende Schiedsrichter trug auch keinerlei Schuld an der Schlappe der Schalker.

Milaszewski und Niehoff drehen die Begegnung

Vielmehr waren es die eigenen Unzulänglichkeiten. „Die Mannschaft hat nicht gut gespielt“, räumte auch Asamoah ein. Von Spielkultur war wenig zu sehen, lang und weit suchten die Gäste immer wieder Haji Amir Wright, der auch schon sieben Bundesliga-Einsätze mit einem Treffer auf dem Konto hat, und Benedikt Zahn. Für die leidenschaftlich kämpfenden Schermbecker kein allzu schwieriges Unterfangen, gefährliche Situationen schon im Keim zu ersticken.

Dabei war der SVS von den Gästen eiskalt erwischt worden. Bereits nach vier Minuten vollendete Wright ein feines Zuspiel, setzte sich gegen den herauslaufenden und am Ball vorbeischlagenden Schermbecker Keeper Cedric Drobe durch und vollendete zur frühen Führung. Die Platzherren schlugen jedoch fast postwendend zurück. Eine Flanke von Raphael Niehoff köpfte Torjäger Dominik Milaszewski unhaltbar ein (12.) . Und es sollte für die Schermbecker noch besser kommen. Schalke verteidigte schwach, legte Niehoff den Ball auf, der aus 20 Metern unerreichbar zum 2:1 traf (20.).

Marek Klimczok sieht kurz vor Schluss Gelb-Rote Karte

Dass Schalke nur mit einem 1:2-Rückstand in die Kabine gehen musste, hatte das Team dem Innenpfosten zu verdanken. Ein Freistoß von Kevin Rudolph prallte von da nicht ins Tor, sondern ins Feld zurück (45.). Nach dem Seitenwechsel versuchte es S04 weiter mit untauglichen Mitteln. Die einfallslosen Angriffe wusste der SVS sicher abzufangen. Eigene Bemühungen, auf dem holprigen Rasen spielerisch dem Schalker Tor noch mal gefährlich nahe zu kommen, scheiterten oft, da die Konter nicht sauber zu Ende gespielt wurden. Doch trotz der Gelb-Roten Karte gegen Marek Klimczok (88./wiederholtes Foulspiel) überstand der Aufsteiger auch die letzten Sekunden plus drei Minuten Nachspielzeit unbeschadet.

„Wir haben ein richtig gutes Spiel absolviert“, strahlte SVS-Trainer Thomas Falkowski nach dem Abpfiff. Besonders bemerkenswert: Abgesehen von den ersten Minuten war den Schermbecker nie anzumerken, dass die zuvor vier Niederlagen in Serie eine Hypothek oder Bürde darstellten.

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