Sportlerwahl

Schermbecker Ehrung endet mit einer dicken Überraschung

Die beiden Nachwuchs-Wasserballerinnen Charlotte Herrschaft und Sophie Gromann (unten) konnten ihr Glück kaum fassen. Sie verwiesen auch die SVS-Oberliga-Fußballer auf die Plätze.

Die beiden Nachwuchs-Wasserballerinnen Charlotte Herrschaft und Sophie Gromann (unten) konnten ihr Glück kaum fassen. Sie verwiesen auch die SVS-Oberliga-Fußballer auf die Plätze.

Schermbeck.   Zwei junge Wasserballerinnen verweisen den Oberliga-Aufsteiger SV Schermbeck auf den zweiten Rang. Dritter wird in diesem Jahr ein Ultraläufer.

Die Ehrung für Schermbecks Sportler des Jahres 2018 endete mit einer faustdicken Überraschung: Am Ende hatte sich die fünfköpfige Jury für zwei junge Wasserballerinnen entschieden, die in Schermbeck leben und dem Wassersportverein des Ortes angehören, die aber mit einem Zweitspielrecht auch für Bayer Uerdingen an den Start gehen: Charlotte Herrschaft und Sophie Gromann. Mit der U-16-Mannschaft des Werksvereins wurden die beiden jungen Damen Deutscher Vizemeister und treten nun die Nachfolge der zwölfjährigen Nachwuchs-Tennispielerin Hannah Eifert (TC Deuten) an.

Zuerst an Verwechslung gedacht

Die Gewinner des Abends konnten ihr Glück zunächst kaum fassen. „Ich hätte nie damit gerechnet”, sagte Charlotte Herrschaft nach der Preisübergabe. Und ihre Mitstreiterin Sophie Gromann wollte ihren Ohren nicht trauen, als ihrer beider Namen verlesen wurden. „Ich bin sehr überrascht”, sagte sie. „Ich dachte zunächst, dass sei eine Verwechslung. Wir mussten noch einmal nachfragen, ob wirklich wir gemeint waren.” Zu guter Letzt aber nahm das Duo, das erst über eine Wildcard in die Auswahl gekommen war, freudestrahlend die kleine Trophäe sowie den Geldpreis in Höhe von 750 Euro entgegen.

Schwere Entscheidung

Zu ihren Gunsten entschieden hatte eine fünfköpfige Jury, der neben Ex-Fußballprofi Olaf Thon und der ehemaligen Hörfunk- und Fernsehmoderatorin Hella Sinnhuber auch Andreas Leistner von der Dorstener Zeitung, Wolfgang Lensing von der Volksbank Schermbeck und Tim Scholz von der Nispa angehörten. Das Quintett hatte es nicht leicht, aus insgesamt zwölf Monatssiegern und weiteren Vorschlägen, die per Wildcard auf die Kandidatenliste gesetzt worden waren, auszuwählen, darunter Sportschützen, Motorsportler, Reiter, Tänzer, Handballer, Volleyballer und Fußballer. „Wir hatten lange Diskussionen, und es war eine schwere Entscheidung”, bestätigte auch Jury-Mitglied Scholz.

500 Euro für die Mannschaftskasse

So kam es fast einer Sensation gleich, dass die beiden jungen Wassersportlerinnen den großen Favoriten ausstachen. Die Fußballer des SV Schermbeck, die noch im Mai vergangenen Jahres den Aufstieg in die Oberliga perfekt machten, landeten nach Juryvotum auf dem zweiten Rang und mussten sich mit 500 Euro für die Mannschaftskasse begnügen. So richtig enttäuscht war aber niemand unter den Kickern. „Wir peilen einen einstelligen Tabellenplatz an”, sagte Kapitän Nikolaj Zugcic. „Aber mindestens wollen wir auch in der kommenden Saison in der Oberliga spielen.”

Lauf in Südafrika als nächstes Ziel

Ebenfalls per Wildcard nahm auch der Drittplatzierte an der Wahl teil. Hans-Jürgen Rohkämper überzeugte die Entscheider mit seiner außergewöhnlichen Leistung beim 100-Kilometer-Lauf im Rahmen der sogenannten Tortour de Ruhr. In weniger als zehn Stunden absolvierte der 50-jährige Schermbecker den fast zweieinhalbfachen Marathon und wurde Vierter unter 85 Startern. Sein nächstes Ziel: Der 87-Kilometer-Run im südafrikanischen Durban mit mehr als 2000 Höhenmetern. „Man muss schon ein wenig verrückt sein, um das zu machen”, gab er auf Nachfrage zu, freute sich aber umso mehr über den Preis.

Vom Kreissportbund Wesel gab es zudem einen Ehrenpreis, die sogenannte Ehrenplakette, die Gustav Hensel, 1. Vorsitzender des Kreissportbundes, gemeinsam mit Bürgermeister Mike Rexforth verlieh. Geehrt wurde der Reitsportverein Lippe-Bruch Gahlen für sein Engagement im Nachwuchsbereich und für die gelungene 25. Auflage des Reitturniers im Januar, das Jahr für Jahr Weltmeister und Olympiateilnehmer anlockt. „Wichtig ist natürlich der Erfolg der Sportler”, sagte RV-Vorsitzende Christiane Rittmann bei der Preisverleihung. „Mindestens ebenso wichtig aber ist der Verein, der dahinter steht.”

Mit Musik und Tanz

Und so wurde es ein stimmungsvoller Abend, musikalisch untermalt von Musikern der Gesamtschule Schermbeck und einer Tanzeinlage von Sandra Kornfeld und ihrem Partner Norman Hermanski, beide Gewinner des Monats Dezember 2018. „Es ist schön, dass die Jury mit ihrer Entscheidung Sportarten in den Blickpunkt rückt, die häufig hinten rüber fallen”, sagte Hans Kutscher, 1. Vorsitzender des Gemeinde-Sportverbandes.

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