Fußball-Landesliga

Der PSV Lackhausen macht gegen Kray ganz viel richtig

Christopher Abel machte auf der rechten Seite ordentlich Betrieb, obwohl der Weseler auch sehr viel nach hinten arbeiten musste.

Christopher Abel machte auf der rechten Seite ordentlich Betrieb, obwohl der Weseler auch sehr viel nach hinten arbeiten musste.

Foto: Gerd Hermann

Wesel.   Der Weseler Fußball-Landesligist zeigt gegen den Spitzenreiter aus Essen nicht nur die nötige Einsatzbereitschaft, sondern auch Cleverness.

Dieter Ellerbrock blickt als Voerder Stadtsportverbandsvorsitzender gerne über den Tellerrand hinaus. Am Sonntagnachmittag machte sich der 79-Jährige auf den Weg nach Wesel, um sich die Heimpartie des PSV Lackhausen gegen den souveränen Spitzenreiter der Landesliga, den FC Kray, anzuschauen. „Ich dachte, ich sehe mir mal ein richtig gutes Fußballspiel an“, erklärte der Voerder. Doch schon zur Pause war Ellerbrock bedient: „Das ist ja nur ein Geholze.“ Eine Sichtweise, die der neutrale Fußballfan keineswegs exklusiv hatte, insbesondere die Gästeanhänger aus Essen dachten ähnlich. Für PSV-Coach Björn Assfelder war die Härte, die sein Team an den Tag legte, dagegen einfach ein legitimes Mittel, um gegen das Ensemble hochveranlagter Einzelkönner auf der anderen Seite eine Chance zu haben. Der Zweck heiligt bekanntlich die Mittel, und der Erfolg gab Assfelder beim 3:0-Sieg seiner Mannschaft am Ende natürlich recht.

Keineswegs brutal

Dabei war es auch keineswegs so, dass die Lackhausener wirklich brutal zu Werke gegangen wären. Ein, zwei härtere Fouls gab es tatsächlich, dazu einfach viele kleinere Nickeligkeiten, die halfen, den Krayer Spielfluss zu bremsen. In jedem Fall bemerkenswert war, wie sich das junge PSV-Team nicht nur körperlich gegen einen mit ehemaligen Oberliga- und Regionalligaspielern gespickten Kontrahenten behaupteten, sondern in vielen Momenten auch einfach cleverer agierte.

Sobotta wie ein alter Hase

Ein Jona Sobotta zum Beispiel stand in der vergangenen Spielzeit noch für die Weseler A-Junioren in der Leistungsklasse auf dem Platz, am Sonntag stand der 19-Jährige in der Innenverteidigung ebenso seinen Mann wie Nebenmann Timo Giese, der diese Position auch nicht häufig bekleidet. Ganz viel hielten Vorder- und Nebenleute auch von dem Duo ab. Assfelders Plan ging voll auf: „Wir wollten offensiv verteidigen, weil wir wussten, dass wir sie nur in ihrer Hälfte knacken können“, erklärte der Lackhausener Coach. Bei Ballgewinn versuchten die Hausherren dann, selbst ganz schnell gefährlich zu werden. Gerade über die rechte Seite funktionierte das auch sehr gut. Hier schnaufte Christopher Abel zwar schon nach zehn Minuten merklich, machte dafür aber noch sehr lange richtig Betrieb und bereitete nicht zuletzt das 1:0 durch Eray Tuncel mit vor.

Sonntag in Frohnhausen

Gleich nach Spielschluss bemühte sich Björn Assfelder den Erfolg nicht zu hoch zu bewerten, getreu dem Motto, dass es auch für Siege über den Tabellenführer nur drei Zähler gibt. Und der 35-Jährige weiß auch nur zu gut, dass der gelungene Start ins Kalenderjahr die kommenden Aufgaben nicht leichter macht. Schon gar nicht, wenn der PSV auswärts ran muss. Wie am Sonntag beim VfB Frohnhausen.

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