Fußball Bezirksliga

Velberter Bezirksliga-Derby: „Man muss niemanden motivieren“

Vergangene Saison gab es wegen der Corona-Pandemie nur ein Duell zwischen Union Velbert (in weiss) und der SSVg-Reserve. Damals hieß es 0:0.

Vergangene Saison gab es wegen der Corona-Pandemie nur ein Duell zwischen Union Velbert (in weiss) und der SSVg-Reserve. Damals hieß es 0:0.

Foto: Alexandra Roth / FUNKE Foto Services

Velbert.  Union Velbert empfängt die U23 der SSVg und viele alte Bekannte in der Fußball-Bezirksliga. SSVg bekommt Unterstützung aus dem Oberliga-Kader.

Bereits am kommenden dritten Spieltag steht das erste V elberter Derby in der Fußball-Bezirksliga auf dem Programm, wenn der SV Union am Sonntag (15 Uhr) die U23 der SSVg in Tönisheide erwartet. Beide Teams hatten in der Vorwoche verloren und werden um Wiedergutmachung bemüht sein.

„Ich bin mir unserer Situation bewusst“, stellt Mesut Güngör, Trainer der Gastgeber, klar. Seine Auswahl wurde vor der Saison als einer der Aufstiegsfavoriten gehandelt, konnte aus den ersten beiden Partien jedoch noch keinen Punkt holen. „Meine Aufgabe unter der Woche war es, die Truppe wieder aufzubauen“, berichtet er. Ihm kommt das Lokalduell jetzt nicht ganz ungelegen.

Union Velbert: Trainer Güngör und fast alle Spieler haben eine SSVg-Vergangenheit

„Gefühlt 80 Prozent meines Kaders inklusive meiner Wenigkeit haben eine SSVg-Vergangenheit, da muss man niemanden mehr motivieren“, glaubt der Coach. In jedem Fall deutet er personelle Veränderungen hinsichtlich der Startelf an, zu sehr hatten ihn zuletzt einige Akteure enttäuscht.

„Einige Spieler stehen derzeit bei mir auch unter besonderer Beobachtung, da schließe ich auch Suspendierungen nicht gänzlich aus. Spieler, die nicht wirklich mitziehen, müssen sich dann über den Weg in der Zweiten wieder herankämpfen“, droht Güngör.

Güngör rechnet damit, dass die SSVg aus der Oberliga verstärkt wird

„Wie ich die SSVg kenne, werden sicherlich wieder einige Spieler aus dem Oberligaaufgebot dabei sein, zumal die Erste bereits am Freitag spielt. Das hat mir der Vorsitzende Oliver Kuhn auch schon mitgeteilt. Aber an einem starken Gegner können wir uns auch wieder aufbauen“, sieht der Coach darin auch positive Aspekte.

Verzichten muss er am Sonntag allerdings auf seinen bislang einzigen Torschützen Ferhat Ural, der bereits zwei Treffer auf dem Konto hat, nun aber aus familiären Gründen in die Türkei reisen musste und sich daher aktuell in Quarantäne befindet. Ansonsten fehlt nur noch Julius Lohmann, so dass der Trainer personell die Qual der Wahl hat.

„Möglicherweise helfen uns die Spieler mit weniger Qualität weiter, die aber das Herz auf dem rechten Fleck haben und sich zerreißen“, gibt der 49-Jährige zu bedenken.

SSVg tritt ohne Torjäger Alperen Sahin an

Sein Pendant auf der Gegenseite, Murat Aksoy, weiß nicht so genau, ob der Zeitpunkt des Derbys für seine Auswahl der richtige ist. „Aufgrund einiger Personalien eher nicht, aber wir können es uns ohnehin nicht aussuchen“, stellt er klar.

Er wird den bislang herausragenden Angreifer Alperen Sahin ersetzen müssen, der sich gegen Bergisch Born verletzte. Zudem sieht er noch ein Fragezeichen hinter dem Einsatz von Neuzugang Berkan Arik, der angeschlagen ist. Dafür steht aber Routinier Philipp Schmidt wieder zur Verfügung, der am Freitag aus seinem Urlaub zurückkehrte.

„Auch wenn er nicht an den Trainingseinheiten teilgenommen, hat er sich privat fitgehalten“, weiß Aksoy, dass er den ehemaligen Regionalligaspieler durchaus bringen kann. Er rechnet fest damit, dass es Abstellungen aus dem Oberligakader geben wird. „Es wäre super, wenn einer dabei ist, der den Ausfall von Sahin kompensieren kann.“

SSVg-Trainer hält Union immer noch für einen Aufstiegsfavoriten

Den Gegner kann er seiner Aussage nach nicht so richtig einschätzen. „Ich habe Union selbst beobachten können, für mich sind sie vom Kader her einer der Aufstiegsfavoriten der Liga. Auch wenn sie jetzt zweimal verloren haben, steckt da sehr viel Qualität drin, so wie zum Beispiel unsere letztjährigen Leistungsträger, die dorthin gewechselt sind. Außerdem hat das ja auch oft eine reinigende Wirkung, wenn der Trainer mal auf den Tisch haut.“

Einen klaren Favoriten sieht er in der Begegnung nicht. „In jedem Fall sind meine Jungs heiß und ich weiß, dass sie sich gut vorbereiten werden. Ich würde mich auch schon mit einem Punkt zufriedengeben“, so der SSVg-Trainer.

Mit einem Unentschieden könnte sich auch Güngör anfreunden. „Wir müssen jetzt erst einmal kleine Brötchen backen und uns den Erfolg Schritt für Schritt erarbeiten. Wenn wir die Null halten, haben wir zumindest einen Punkt sicher“, verrät er sein Minimalziel.

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